Ben Redlings Fußball-Klolektüre

Von Fußballertypen, skurrilen Geschichten auf dem Platz und Zigarettenpäckchen hinter den Stutzen erzähl Ben Redelings in seinem Buch »Halbzeit«. Nun gastierte er damit im Jugendzentrum Jokus.
25. Februar 2011, 18:00 Uhr
Ben Redelings

Nach 90 Minuten trabt Walter Frosch - wüste Mähne auf dem Kopf, den Mund unter dem dicken Schnauzer versteckt - vom Platz und wird von einem Fernsehreporter abgefangen. Was er denn da während des Spiels in seinem Stutzen mit sich herumgetragen habe? »Zigaretten«, nuschelt der Profifußballer ungerührt. Er sei wider Erwarten eingewechselt worden und auf der Bank habe er die Kippen nicht zurücklassen wollen: Aus Angst, ein Mitspieler könne sie klauen.

Es sind Geschichten wie die des Ex-Profis des 1. FC Kaiserslautern, die Ben Redelings nun im Rahmen einer Lesung im Jokus aus seinem Buch »Halbzeit. Eine Fußball-Klolektüre« vortrug. Getreu dem Motto »Jeder Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag« bietet er 365 Kurzkapitel mit Lesestoff für echte Fans des runden Leders. Stilecht, mit mehreren Flaschen Pils auf dem Lesetisch, berichtete der bekennende Anhänger des VfL Bochum von den wilden 1970er und 1980er Jahren. Das Publikum war angetan von einer bunten Sammlung aus Absurditäten, Rätselhaftem und Staunenswertem aus der Welt des Fußballs. »Das waren noch Typen. Heute gibt es solche Perlen kaum noch«, so Redelings. Perlen etwa wie jenen sagenumwobenen Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder, der die erste Halbzeit vom Spiel Werder Bremen gegen Hannover 96 bereits nach 32 Minuten abpfiff. Seine Erklärung: »Ich war total blau.« Kurz vor Anpfiff habe er mehrere Bier und Schnäpse getrunken, um einen Gänsebraten zu verdauen. Noch heute, erklärte Redelings, bekomme man in Bremer Kneipen, wenn man einen »Ahlenfelder« bestelle, ein Gedeck aus Pils und Malteser. Kuriose Randnotiz: Wenige Jahre später wurde Ahlenfelder als bester deutscher Schiedsrichter mit der »Goldenen Pfeife« ausgezeichnet. Inzwischen zeigt er sich auch geläutert und weiß, worauf es ankommt: »Wenn man immer Möhrchen isst, hat man den klaren Blick.« fd/Foto: fd

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