Wetzlar

Doro Pesch: Eine Rockröhre mit immenser Strahlkraft

03. April 2012, 09:08 Uhr
Sängerin Doro Pesch brachte das Bürgerhaus in Steindorf beim Benefizkonzert am Samstagabend mit alten und neuen Liedern zum Kochen. (Foto: chl)

Das hat die nunmehr 47-jährige Sängerin bei der dritten Auflage des Benefiz-Events »Rockin’ for help – Zusammen für Läusel« bewiesen, das am Samstagabend erstmalig im Bürgerhaus in Wetzlar-Steindorf stattfand.

Als Zugpferd der mit 550 Gästen ausverkauften Veranstaltung stand der Auftritt der blonden Metal-Koryphäe nämlich unter dem Motto »unplugged«. In diesem Falle wurde zwar nicht gänzlich auf Verkabelung und Mikrofone verzichtet, dafür ließ sich Doro aber nur von zwei Mitgliedern ihrer Band auf Akustik-Gitarren begleiten. Luca Princiotta (Italien) und Bas Maas (Niederlande) bildeten mit ihrem Saitenspiel das rhythmische und harmonische Fundament; trotzdem preschte die kleine Frau mit ungeheurem Schwung auf der Bühne davon.

Vierte Auflage bereits in Planung

Die Vermutung, Akustikversion mit ruhigem Gemüt und Balladenreigen gleichzusetzen, katapultierte sie überzeugend ins Off. Denn bei solchen Mitgröl- und Schlachtrufhymnen und Gassenhauern wie »All we are« oder »Burning the witches« von Doros ehemaliger Band »Warlock«, die eigenen älteren (»Always live to win«) und ganz neue Nummern wie »Raise your fist« oder der Coverversion des Judas-Priest-Hits »Breaking the law« blieb den Fans nichts anderes übrig, als sich mitreißen zu lassen. Außerdem zeigte die Sängerin, dass ihre strahlende Rockröhre auch ohne elektrische Verstärkung immense Schlagkraft und Anfeuer-Potenzial besitzt. Ihr publikumnahes Agieren und ihre Unruhe steckten einfach an.

Ein rührender Moment im Programm war, als Doro während der Ballade »Für immer« sich zu Klaus Sommer, genannt »Läusel«, in den Rollstuhlfahrer-Bereich vor der Bühne gesellte und mit ihm Hand in Hand dieses Lied anstimmte. Das Schicksal Sommers – er verunglückte 2007 mit seinem Motorrad in Hermannstein – ist nämlich Grund für die Etablierung des »Rockin’ for Help«: Seit dem Unfall, bei dem ihm ein Auto die Vorfahrt nahm, ist Sommer geistig und körperlich beeinträchtigt, auf einen Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen. Laut Angaben seines Freundeskreises gibt es immer noch keine gerichtliche Klärung bezüglich der Übernahme seitens der gegnerischen Versicherung für die Unterbringungskosten im Wetzlarer Heim für »Junge Pflege«. Aus dieser Situation heraus hat der Motorradclub V-Team Wetzlar, dem Sommer angehört, den Verein »V-Event-Crew« gegründet, um »Läusel« über ein Benefizkonzert finanziell zu unterstützen. Nach dem ersten Konzert vor vier Jahren auf dem Festplatz Finsterloh, der zweiten Auflage vor zwei Jahren in Naunheim mit einem wahren Konzertmarathon (Doro, Krypteria, Rebellion und weitere Bands), dem diesjährigen Konzert in Steindorf, ist laut Vereinsvorsitzende Christiane Genz eine vierte Auflage unter dem Motto »Back to the roots« geplant. Ein Termin steht aber noch nicht fest.

Übrigens verzichtete Doro wie vor zwei Jahren auf eine Gage. Lediglich die Unkosten (Anfahrt, Unterbringung, Verpflegung) wurden erstattet. Für ihr Engagement erhielt die Sängerin einen »Läusel-Hand-in-Hand-Award«. Auch weitere Künstler und Firmen beteiligten sich als Sponsoren.

Im Vorprogramm sorgten die Wetzlarer Band »Green Stuff« mit deftigem Bluesrock sowie das Tom Stryder Trio, das eher selten zu hörende Rockcovers wie »Simple Man« (Lynyrd Skynyrd) oder »After Dark« (Tito & Tarantula) zu Gehör brachte, für die einheizende Stimmung.

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