Wechsel in Hüttenberg: Dr. Schmidt übergab an Heller

13. Dezember 2011, 11:53 Uhr
Dr. Manfred Schmidt (links) und sein Nachfolger Christof Heller

Geschenke wurden überreicht, darunter eine Feuerwehr-Jacke an Heller. Der noch bis Jahresende amtierende Schmidt war bereits von den Mitarbeitern der Verwaltung mit zwei Ferkeln überrascht worden. Die Jagdhornbläser des Jagdvereins 1875 Kreis Wetzlar lockerten den Abend musikalisch auf. »Die Zeit als Bürgermeister fordert einen Menschen, sie fördert einen auch«, sagte Dr. Schmidt in seiner Abschiedsrede. In Richtung seiner Ehefrau Jutta Biermann sprach er von den Zeiten »geistiger und körperlicher Abwesenheit« und scherzte, dass sie nun aber nicht erwarten dürfe, er werde in den nächsten Jahren alle Instandsetzungsarbeiten am Haus nachholen.

In viele Richtungen dankte der scheidende Rathauschef, darunter insbesondere den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, zudem etwa Gemeindevorstand und -vertretung, den Bürgern und Vereinen, Feuerwehr und Bürgermeisterkollegen. »Die Bürger sind für den Bürgermeister auch Partner, die Wertschätzung, Anerkennung und Motivation erfahren sollen«, so Schmidt. Er sprach über wichtige Standortfaktoren wie Kinderbetreuung, Arbeitsplätze, Gewerbe, bezahlbares Bauland, die Anstrengung der Vereine auch in der Jugendarbeit und ging auf Krise der Kommunalfinanzen ein.

» Habt mit dem Bürgermeister
richtig Schwein gehabt«

Bei denjenigen, denen er nicht habe helfen können oder die er gar verärgert habe, entschuldigte er sich. »Ich bin froh, in dem großen Netzwerk Hüttenberg mitgearbeitet zu haben.« Seinem Nachfolger wünschte der SPD-Mann, dass er aufmerksam sei für die notwendigen Anpassungen der Gemeinde, eine glückliche Hand habe. Er sei sich sicher, dass Heller ein guter Bürgermeister werden könne.

»Liebe Hüttenberger, Ihr habt mit Euerem Bürgermeister richtig Schwein gehabt«, knüpfte Landrat Wolfgang Schuster an die geschenkten Ferkel an und spannte den Bogen zu dem mitgebrachten Kochbuch, das man angesichts der Schweine auch gebrauchen könne. Zwischendrin attestierte er Schmidt ein lupenreines Zeugnis angesichts eines Bevölkerungszuwachses von vier Prozent seit dem Jahr 2000 und sehr gut ausgeprägter weicher Standortfaktoren. Die Pro-Kopf-Verschuldung von 1000 Euro rühre auch von »Investitionen in die Zukunft«. Schuster: »Demographisch gesehen ist Hüttenberg – wie im Handball – bundesligatauglich.«

Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, sprach Grußworte, überreichte einen Bildband an Schmidt und ein Notizbuch an Heller. Wolfgang Keller aus Braunfels sprach im Namen der Bürgermeister im Lahn-Dill-Kreis und lobte Schmidt als einen »Kollegen, zu dem man gehen konnte, wenn man Rat brauchte«. Udo Watz dankte im Namen aller Vereine, dass Schmidt in seiner Amtszeit zu deren Wohle gehandelt habe; für eine Fortsetzung spreche, dass Heller in vielen Vereinen tätig sei. »Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.«

Gemeindebrandinspektor Stephan Stein zeigte sich überzeugt, dass das traditionell gute Verhältnis zwischen Bürgermeister und Feuerwehr weiter bestehen werde. Schmidt sei als Gesamteinsatzleiter so manches Mal gefordert gewesen; unter seiner Leitung habe man Lösungen finden können. Stein sprach von einer konsequenten Umsetzung des Bedarfsentwicklungsplanes, vom Wert, der auf Brandschutz und Ausstattung der Einsatzkräfte gelegt worden sei. Stein hatte für Schmidt einen Gutschein für ein Hotel »St. Florian« dabei.

Heller: »Dörflichen Charakter
nicht aufs Spiel setzen«

Erster Beigeordneter Reinhold Wiener ließ Schmidts bisherigen Lebenslauf Revue passieren und sprach von zwölf Jahren erfolgreicher Amtszeit. Schmidt habe die Parteipolitik hintangestellt, Zielgruppe seien stets die Bürger gewesen. Er habe jedem seine Hilfe angeboten.

Heinz Zörb, Vorsitzender der Gemeindevertretung, lobte die konstruktive Zusammenarbeit und wünschte Heller viel Kraft. Grußworte sprachen auch Personalratsvorsitzender Klaus Skrabal und Vertreter von Partnerkommunen.

Christof Heller machte in seiner Antrittsrede deutlich, dass er sich freue, das »reizvolle Amt« zu übernehmen. »Du hast viel für Hüttenberg bewegt«, sagte er in Richtung seines Vorgängers und dankte ihm für Hilfestellungen zum Übergang.

Auf das Geschaffene lasse sich gut aufbauen. Für die zukünftigen Herausforderungen seien breite Mehrheiten auch in der Bürgerschaft wichtig. Transparenz und Beteiligung schaffen Akzeptanz, so Heller. Hüttenberg solle weiter wachsen. Aber: »Wir dürfen den dörflichen Charakter nicht aufs Spiel setzen.« Bürgerschaftliches Engagement werde er nach Kräften unterstützen, versprach der Christdemokrat. Auch dem Gewerbe sagte er seine Unterstützung zu. Die größte Aufgabe sieht Heller im Finanzsektor: Der Handlungsspielraum für freiwillige Leistungen sei stark eingeschränkt. Er wolle, losgelöst von Parteiinteressen, zum Wohl der Gemeinde arbeiten.

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