Wettenberg

CDU mahnt Verbesserungen am Wißmarer See an

29. August 2012, 10:44 Uhr
Der Wißmarer See in einer Schleife der Lahn. (Foto: Archiv)

Als erstes Resultat formuliert der CDU-Vorsitzende Dr. Gerhard Noeske: »Die jahrelange Vernachlässigung der Anlage durch den SPD-geführten Gemeindevorstand und das fehlende Konzept für die Zukunft bringen die ganze Einrichtung in Gefahr.«

»Jahrelange Vernachlässigung«

Noch in der selbstständigen Gemeinde Wißmar wurde begonnen, die renaturierte Kiesgrube zu einem Badesee mitsamt Campingplatz auszugestalten: Die ersten Gebäude entstanden, eine Gaststätte, eine Minigolfanlage. Seit der Verpachtung vor 20 Jahren sind wesentliche Verbesserungen durch den Pächter erfolgt. Die Gemeinde sorgte für das Abwasser. Eine Wasserleitung unterblieb. Die seit 1995 gesetzlich geforderte Einrichtung von Stromabnahmestellen an jedem Stellplatz wurde nur in einem Teilbereich umgesetzt. Der Rest des Campingplatzes wartet noch auf diese Sicherheitsmaßnahme. Auch an einen Abriss des schäbigen, seit 15 Jahren ungenutzten Verkaufskiosk wurde bei der Gemeinde bisher nicht gedacht, beklagt die Union. Trotz kleiner Nachbesserungen des Pächters seien besonders die sanitären Anlagen unter dem Standard und absolut unzureichend für Tagesgäste und Camper. Selbstverständlich würde man sich auch für die Gastronomie bessere Räumlichkeiten wünschen, damit sie auch für Gäste außerhalb der Badesaison attraktiv wäre.

Die CDU wirft nun der politischen Mehrheit vor, »seit Jahren die Dinge ohne Konzept treiben zu lassen« und durch Untätigkeit den Wißmarer See an einen Punkt gebracht zu haben, an dem man sich fragen müsse ob die Einrichtung überhaupt noch erhalten werden kann. »All die Jahre hat die Gemeinde die Pacht kassiert, ohne auch die nötigen Investitionen zu tätigen,« so Fraktionsvorsitzender Dr. Gerhard Noeske.

Für die CDU ist klar: Bei Beibehalten des gegenwärtigen Konzepts mit Campern und Badegästen ist umgehend eine Grundsanierung oder ein Neubau der sanitären Einrichtungen erforderlich. Zusammen mit Investitionen in die Wasser- und Stromversorgung und die Gastronomie geht es dabei um Summen in der Größenordnung von einer Million Euro – ein Betrag, der bei fehlender Rücklage aus Pachteinnahmen auch für Wettenberg nicht leicht zu stemmen sei. Es sollten dann auch vermehrt Plätze eingerichtet werden für Kurzzeitcamper, Radtouristen und Paddler auf der Lahn. Auch sollten die Stellplätze an der Lahn aufgegeben werden und darauf geachtet werden, dass alle Stellplätze ordentlich gehalten werden.

Leider, so kritisiert die CDU, hätten die Bürgermeister zu keinem Zeitpunkt genaue Kalkulationen für erforderliche Investitionen vorgelegt. Es unterblieb auch eine Abklärung, ob Neubauten und die gegenwärtige Bebauung überhaupt noch zulässig sind, nachdem der Wißmarer See vor wenigen Jahren als Überschwemmungsgebiet eingestuft wurde. Es könnte also durchaus sein, dass behördliche Auflagen eine Aufgabe des Freizeitbereichs erzwingen. »Es ist nicht in Ordnung, über weitere Verpachtung zu verhandeln, ohne ein Konzept für die Zukunft zu haben oder zu wissen, ob an dieser Stelle Gebäude überhaupt noch geduldet werden,« sagte Noeske am Wochenende.

Grundsätzlich steht die CDU zu dem Wißmarer See in seiner gegenwärtigen Nutzung. Der Strand sei beliebt bei Familien und vielen andere Gästen aus der Region. Unter den Dauercampern vermutet die CDU manchen, der sich am See wohlfühlt, da er keinen eigenen Garten am Haus hat. Dieses Angebot sollte erhalten werden.

Die CDU verlangt aber eine konkrete Konzeption mit belastbarer Kalkulation, um entscheiden zu können, wie und ob es an dieser Stelle weitergeht. Alle finanziellen Sorgen wäre man selbstverständlich mit einem Verkauf los. Skeptisch ist die CDU, ob dann eine Nutzung verhindert werden könnte, bei der Familien verdrängt würden und der Lärm vielleicht noch bis in den Ort schallte. Oder wäre ein Naturschutzgebiet ohne Gebäude und Camper, nur mit einem kleinen Badestrand und vielleicht einem Kiosk, die Alternative?

Für die CDU steht eine Entscheidung bis zum Jahreswechsel an. Sie fordert den Bürgermeister auf, die erforderlichen Informationen auf den Tisch zu legen. »Gefordert ist die SPD, sich endlich mit dem Thema zu befassen; eine weitere Verzögerung ist für keinen Beteiligten mehr zumutbar«, so Noeske.

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