Staufenberg

Reges Interesse an Solarpark

17. Juni 2012, 22:38 Uhr
In Gummistiefeln erkundeten Staufenberger und Bürger aus Nachbargemeinden am Samstag das Gelände des Solarparks am Daubringer Buchenberg. (Foto: vh)

Fleißig wurde hier in den zurückligenden Wochen und Monaten gearbeitet, sodass der Stichtag der Fertigstellung zum 30. Juni nach derzeitigem Stand der Dinge eingehalten wird. Die aufgefüllte Erde ist noch nicht eingesät und verfestigt und wurde vom Dauerregen dieser Tage aufgeweicht. Mittendurch fuhren die Radlader mit den Solarmodulen zur Montage.

Bodenlos zeigte sich das Gelände den knapp 50 Besuchern. Nicht alle wagten daher die Exkursion mitten auf das Gelände, hatte doch die Einladung dazu »Solarpark zum Anfassen« geheißen. Bürgermeister Peter Gefeller erläuterte noch auf festem Untergrund die Entstehung der Idee und den Werdegang des Solarparkbaus nebst Gründung der Energiegesellschaft Lumdatal. Gut fünf Monate hätten ausgereicht, um alle Behördengänge und Planungen abzuwickeln. Als Vorstandsvorsitzender der Bürgergenossenschaft Sonnenland (Großen-Buseck) informierte Uwe Kühn über die Besonderheiten von erneuerbaren Energien. Im Vergleich mit einem konventionellen Kraftwerk benötige ein Solar- und Windpark eine ungleich größere Fläche. Die Bürger könnten sich an der Genossenschaft im Allgemeinen beteiligen oder nur am Projekt Solarpark Buchenberg. Keiner müsse befürchten, dass sein Geld in dunkle Kanäle nicht nachvollziehbar abfließe.

Bis Ende Juni praktiziere die Genossenschaft noch die bevorzugte Bürgerbeteiligung, also für alle Einwohner der sechs an der Energiegesellschaft beteiligten Kommunen. Seien nach Monatsende noch Anteile frei, käme jedermann an die Reihe. Der verantwortliche Projektleiter des Park-Erbauers, Wagner-Solar (Cölbe), Henning Schmitt, informierte, dass nach Fertigstellung 9300 Solarmodule, allesamt positiv sortiert, montiert wären sowie 24 Kilometer Schienen und 90 Kilometer Kabel verlegt sein würden. Der Modulhersteller garantiere nach 20 Jahren noch eine Leistung von 80 Prozent der anfänglichen Nennleistung. UV-Strahlen verursachten an der auflaminierten Kunststofffolie Schäden und hierdurch Leistungsverluste.

Die Module seien hagelschlaggetestet und selbstreinigend (Lotos-Effekt). Allerdings nicht »bembelsicher«. Glas auf Glas führe zu Bruch. Gefeller sicherte zu, dass nach weiteren Gesprächen mit dem Ausrichter des Apfelweinfestes, der »Harmonie« Daubringen, Polizei und Feuerwehr das beliebte Fest wohl auch weiterhin hier in der Nachbarschaft stattfinden könne – falls der Veranstalter für die Absicherung des Solarparks sorgen könne. Stadtbrandinspektor Michael Klier fragte nach den Sicherheitsvorkehrungen im Alltag. Der Park ist mit einem Doppelknotenzaun umgeben, innen mit einem Elektrozaun (7000 Volt). Beim Einbruchsversuch werde Alarm bei einem Gießener Wachdienst ausgelöst. Kühn informierte erstmals, warum für die Module ein chinesisches Fabrikat ausgesucht worden war. Nicht wegen des vermeintlichen Preisunterschiedes – der bestehe in der Tat nicht –, aber wegen Nichtlieferbarkeit durch die deutsche Firma Schott Solar. Auskünfte gab auch Michael Bode vom Projektentwickler Soil & Solar in Marburg.

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