Mit »Feuereifer« für die Lumdatalbahn

26. Februar 2016, 17:53 Uhr
Wagner

Wie man jetzt richtig vermutet, geht es um die Reaktivierung der Lumdatalbahn. Das Verfahren hat das entscheidende Jahr vor sich. Wenn 2016 nichts Zukunfsweisendes passiert, dann wohl niemals mehr. Zu einem Infoabend hatte der Verein Lumdatalbahn in die Treiser Gaststätte »Zur Krone« geladen. Rund 50 Gäste kamen. Auch die Bürgermeister von Staufenberg (Peter Gefeller) und Rabenau (Kurt Hillgärtner).

Das frühere Bahn-Vorstandsmitglied stand nicht auf der Rednerliste, wusste aber zum Veranstaltungsende am besten Bescheid. Es ging um die Finanzen. Dass die Sache am Geld nicht scheitern muss, erklärte Reitz. Bau und Betrieb der Lumdatal-Trasse seien nämlich klar voneinander zu trennen. Die Investitionskosten für eine Reaktivierung hätten die Nutznießer zu stemmen. Also die Kommunen entlang der Bahntrasse, die Stadt Gießen womöglich und auch der Landkreis Gießen.

Für den Betrieb sei ausschließlich der Rhein-Main-Verkehrsverbund zuständig. Und der RMV habe Geld genug. Der Streckenbetrieb werde europaweit ausgeschrieben, der künftige Streckenbetreiber sorge sich um Fahrzeuge und Personal. Wie viel das kostet, könne den Kommunen schnuppe sein. Sie seien aus der Verantwortung.

Michael Laux, Vorsitzender des Vereins Lumdatalbahn, erläuterte die Investitionskosten. Rund 11,3 Millionen Euro laut Vorstufenprüfung. Etwa 85 Prozent davon würden vom Land Hessen und vom Bund übernommen. So stehe es im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, das jedoch 2019 in seiner heutigen Form auslaufe. Den Restbetrag teilten sich die Kommunen Lollar, Staufenberg, Allendorf und Rabenau, mutmaßlich auch die Stadt Gießen, denn sie profitiere von einem neuen Zubringer, und letztlich der Landkreis. Es gehe jeweils um einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich, sagte Laux.

Ehrgeiziges Projekt

Thomas Kraft vom Fahrgastverband Pro Bahn sagte, im Bereich des RMV liege die Kostendeckung durch den Fahrkartenverkauf bei durchschnittlich 57 Prozent. Er zeigte auf das ehrgeizige Projekt Hessen-Express im Rhein-Main-Gebiet, wo alleine die neue S-Bahn-Haltestelle Gateway-Gardens nahe des Flughafens 200 Millionen Euro kosten solle.

Roland Ehmig, Ortsvorsteher in Treis, brachte die Nähe von Wohnhäusern zur Bahntrasse nach deren Stilllegung 1981 ins Gespräch, insbesondere das Neubaugebiet an der Daubringer Straße in Lollar. Auch bemängelte er die Hecken und Äste, die manchmal auf die Straße ragten und dem Straßenverkehr gefährlich würden.

Kraft erwiderte, die Trasse sei, obgleich momentan stillgelegt, noch als Bahnstrecke gewidmet. Wer hier gebaut oder dies vorhabe, müsse von der Möglichkeit einer Reaktivierung wissen. Michael Laux sagte, die Trassenpflege sei bis heute ehrenamtliche Arbeit des Vereins. Falls die Strecke wieder befahren würde, sei der Betreiber fortan dafür zuständig.

Karl Wagner aus Allertshausen sagte, das Lumdatal brauche Infrastruktur. Den Bürgermeistern rief er zu, sie sollten nicht mit Eifer wie bisher, sondern sich mit Feuereifer einsetzen. Ähnlich dem Allendorfer Bürgermeister Bieber, der Ende des 19. Jahrhunderts den Bau vehement gefordert habe.

Wenn das Neubauviertel Frankfurt-Riedberg in den Jahren 2006 bis 2010 eine Bahnanbindung erhalten habe, dürfe man das im Lumdatal mit der gleichen Schnelligkeit auch erwarten. Ministerpräsident Volker Bouffier wolle den Hessen-Express. Er wohne doch hier und sollte auch die Lumdatalbahn wollen, meinte Wagner.

Peter Stephan von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Schienenverkehrs im Raum Marburg, informierte über nachhaltige Mobilität im öffentlichen Nahverkehr. (Fotos: vh)

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