Reiskirchen

Dieser Rausch wird teuer: Geldstrafe wegen Sachbeschädigung

13. Juli 2016, 18:43 Uhr

Was war vorgefallen: Am 12. Juli 2015 besuchte der 25-Jährige mit Freunden eine Kneipe. Auf dem Nachhauseweg kam die Gruppe an der Saasener Projektwerkstatt vorbei. Dort rastete der Angeklagte aus, warf drei Mülltonnen um, nahm ein auf dem Hof liegendes Kantholz und schlug damit mehrere Glasscheiben an dem Gebäude ein. Dazu rief er: »Kommt raus ihr Schweine«! Als sich kein Bewohner blicken ließ, zogen er und seine Freunde weiter. Es entstand ein Sachschaden von rund 600 Euro. Gut ein halbes Jahr später, am zweiten Weihnachtsfeiertag, kam er wieder im betrunkenen Zustand an der Projektwerkstatt vorbei und trat an einem dort abgestellten Fahrzeug einen Außenspiegel ab – 150 Euro Sachschaden.

Warum er beide Male so ausgerastet war, konnte sich der 25-Jährige nicht erklären, er räumte die Tatbestände aber unumwunden ein. »Ich habe das gemacht und dafür muss ich geradestehen«, erklärte er. Der Verdacht auf eine politisch motivierte Straftat erhärtete sich nicht: Zwar war der Angeklagte in seiner Jugend in der rechten Szene unterwegs, besuchte NPD-Märsche und anderes, doch politisch aktiv sei er nicht mehr, erklärte er vor Gericht. Auch wenn er sich nach wie vor als »Rechts« einschätzt. Gegen die Saasener Projektwerkstatt hat der 25-Jährige nach eigenen Angaben nichts – jedoch mag er deren Leiter nicht.

Richterin Antje Kaufmann verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro. Zwar waren beide Taten unter Alkoholeinfluss geschehen, doch sah sie keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit – das hatte zuvor auch ein Gutachter bestätigt. Zwar zeige er sich voll geständig, doch habe er keine Maßnahmen ergriffen, um den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. »Ich sehe keinerlei Reue bei ihnen«, sagte die Richterin. Vielmehr sei die Tat durchaus aus seiner Gesinnung heraus entstanden. Mit dem Urteil hielt sie sich an das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch der Verurteilte erklärten den Verzicht auf weitere Rechtsmittel.

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