Zu »40 Jahre ARS« ein Buch über Reichwein

01. August 2011, 19:55 Uhr
Die ARS, derzeit zum Teil eine Baustelle, ist laut Direktor Norbert Kissel auf einem guten Kurs. (Foto: agl)

Einen noch stärkeren Grund dafür stellt das 40-jährige Bestehen der Integrierten Gesamtschule dar, das im nun beginnenden und auch im Schuljahr 2012/2013 gefeiert werden soll. Eines ist schon klar: Einen einzigen Festakt soll es nicht geben, stattdessen eine Reihe von Veranstaltungen, wie Kissel am Montag im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung verriet. Der Schulleiter widmet sich, neben all der Arbeit, die die Planungen des Unterrichtsalltags und der sonstigen schulischen Veranstaltungen abverlangen, einem ganz besonderen Projekt: Er erstellt ein Jugendbuch, das sich mit dem Leben, der Zeit und dem Werk des Namensgebers der Schule beschäftigen soll. Der 1898 geborene Reichwein hatte Bedeutendes in der Reformpädagogik geleistet, gehörte dem Widerstand gegen das Hitler-Regime an und wurde 1944 hingerichtet.

Seiner Verbundenheit mit Adolf Reichwein hatte Kissel bereits dadurch Ausdruck verliehen, dass er zu einem Gedicht des Schul-Namensgebers die Melodie komponiert und auf diese Weise die Schulhymne geschaffen hat. Im Sinne des Gemeinschaftsgedankens Reichweins stand auch Kissels Wirken bei »Pohlheim singt« während des diesjährigen Wiesnfestes in Watzenborn-Steinberg. Nahezu alle Chöre aus den Stadtteilen - rund 800 Sängerinnen und Sänger standen gemeinsam auf der Bühne und sangen unter Kissels Dirigat (die Gießener Allgemeine Zeitung berichtete).

Ein Musical wird im Mai
kommenden Jahres gezeigt

Musik ist einer der Schwerpunkte der Integrierten Gesamtschule in Pohlheim. Dies solle auch so bleiben, wie Kissel informiert. Er verweist auf diverse Konzerte und Vorspielabende, zudem solle es - dies darf aber auch gerne außerhalb musikalischer Auftritte liegen - besondere Darbietungen in den Pausen geben. Im Mai kommenden Jahres werden Schüler der ARS ein Musical aufführen.

Eine weitere große Säule des Schulkonzepts ist die Berufsorientierung. Diesbezüglich gebe es ein »Konglomerat an Kooperationen«, sagt Kissel. Es habe bereits mehrere Anfragen von Organisationen an die Schule gegeben, ob man denn die bestehende Zusammenarbeit fortführen wolle. Ein Miteinander gebe es aber auch mit Pohlheimer Vereinen, mit der Stadtverwaltung und auch mit dem Gewerbeverein. Kissel: »Schule ist ein Teil der Region.«

Der Schulleiter verweist insbesondere auch darauf, dass viele Kinder von der Langgönser Grundschule an die Reichwein-Schule wechseln. 200 Schüler aus Langgöns, Linden und Gießen besuchen die ARS. »Wir wollen das Vertrauen weiter stärken«, spricht Kissel die Konsolidierung an, die nun auf der schulischen Agenda stehe. »Uns geht es richtig gut« und »Akzeptanz und Vertrauen der Eltern sind hoch« lauten Sätze aus Kissels Bestandsaufnahme, doch darauf dürfe man sich nicht ausruhen. »Die Schulen werden um Schüler kämpfen, das tun sie jetzt schon, im Landkreis, wie in der Stadt Gießen«, sagt der ARS-Direktor.

Zur Weiterentwicklung zählen demzufolge auch die Fortbildungen für die Lehrer. Diese nämlich müssen den »kompetenzorientierten Unterricht« verinnerlichen und umsetzen. Ein wesentlicher Unterschied zur Lehrplan-Pädagogik besteht darin, dass im kompetenzorientierten Unterricht die zu erlangenden Fähigkeiten und Fertigkeiten im Vordergrund stehen. Was der einzelne Schüler am Ende des Unterrichts kann, ist demnach wichtiger, als die reine Aufnahme des Inhalts. Die reine Lektion hat ausgedient. »Gute Lehrer haben schon immer kompetenzorientiert unterrichtet«, so Kissel. Die PISA-Studie habe nie festgestellt, dass in Schulen zu wenig gearbeitet würde, sagt Kissel, vielmehr verlange sie einen anderen Umgang mit Bildung, spricht sich der ARS-Leiter für diese neue Stärkung der Kompetenzen aus.

Fast 900 Schüler an der ARS; und zehn neue Lehrer kommen

Eine dritte Kernkompetenz der Pohlheimer Schule ist der naturwissenschaftliche Zweig. Zwei neue Lehrer verstärken zum neuen Schuljahr diesen Sektor. Insgesamt beginnen zehn neue Lehrer an der ARS; besonders glücklich ist Kissel, dass neben den Neueinstellungen auch alle anderen Pädagogen den Wunsch geäußert haben, an der ARS zu unterrichten. Es gibt je sechs fünfte und siebte Klassen, sieben sechste Klassen und je fünf achte, neunte und zehnte Klassen.

, Die Schülerzahl liegt 2011/2012 nur knapp unter 900, womit die räumliche Situation vollkommen erschöpft sei, so Kissel, der zudem auf die Sanierung im dritten Bauabschnitt verweist. 16 Klassenräume werden derzeit generalüberholt. Es geht unter anderem um Brandschutz und Isolierung. Im November sei mit dem Abschluss zu rechnen. Auf dem Schulgelände stehen derweil Container, in die teilweise der Unterricht ausgelagert wird. Der vierte Bauabschnitt umfasst einen Klassentrakt, zu dem unter anderem auch die Computerräume gehören.

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