Star-Lehrer: Handballer Christian Schwarzer an der ARS

Pohlheim. Handball goes school heißt das Projekt, bei dem der altgediente Handball-Recke Christian Schwarzer als »Lehrer« die Pohlheimer Adolf-Reichwein-Schule besuchte. Und natürlich gab es vom Ex-Nationalspieler eine extra Lektion Handball-Nachhilfe.
03. Mai 2011, 16:25 Uhr
Zeit für Autogramme gab es auch.

(agl). Insgesamt 318 Länderspiele und 965 Tore, sechs Weltmeisterschaften, je einmal Welt- und Europameister, Silber bei den Olympischen Spielen und zwei Jahre beim FC Barcelona unter Vertrag: Mit Christian Schwarzer hatten Fünft- bis Siebtklässler der Pohlheimer Adolf-Reichwein-Schule (ARS) am Montag einen ganz besonderen »Sportlehrer« zu Gast.

Der 41-jährige langjährige Aktive des TBV Lemgo vermittelte den Handballsport vom richtigen Aufwärmen bis zum Abschlussspiel, schaute genau, was die jungen Sportlerinnen und Sportler gut machen und wo es noch nicht so rund läuft. Schwarzer kam im Rahmen des Nachwuchsprojektes »Handball-Stars go school«, hinter dem der Deutsche Handballbund und die Toyota-Handball-Bundesliga stehen, nach Pohlheim. Schirmherr ist Bundestrainer Heiner Brand, der am 9. Mai gemeinsam mit Schwarzer an die Gießener Liebigschule kommen wird.

Die ARS und die »Lio« gehören zu den
25 Schulen, die unter 750 Bewerbern aus dem Lostopf gezogen worden sind und deren sportbegeisterte Schülerinnen und Schüler sich über absolute Hochkaräter des Handballsports freuen dürfen. Denn neben Schwarzer engagieren sich beispielsweise auch Stefan Kretzschmar, Daniel Stephan, Ex-HSG-Wetzlar-Profi Markus Baur und Claus-Dieter Petersen als Trainer, um diese Sportart noch mehr in die Schulen zu tragen.

Dass das zweieinhalbstündige Training für Schwarzer nicht einfach ein Promotion-Team war, bei dem man mal nett lächelt, Autogramme schreibt und den Fans die Hände schüttelt, machte der einstige Weltklasse-Kreisläufer überaus deutlich: Zahlreiche Übungen vom »Warm-up« über das Passspiel bis zu Angriff- und Abwehrtraining sowie Torwurf bereitete er präzise vor. Er schaute genau hin, und immer wieder war seine kräftig-tiefe Stimme in der Halle deutlich zu hören. Und wenn's um das Aufbauen der Stationen ging, packte er mit an.

»Blacky« verweist auf Mittelhessen
als Hochburg des Handballsports

Aufgebaut wurde auch ein Parcours, bei dem die Mädchen und Jungen erst um Hütchen dribbeln mussten, dann den U19-Nationaltrainer anspielten, den Ball zurückbekamen und den Abschluss suchten. Dann ging es weiter: mit dem Ball mehrere Sprünge über die Bank und schließlich ein paar Rollen auf den blauen Matten. »Wer es schafft, kann bei der Rolle vorwärts und rückwärts auch den Ball in den Händen behalten«, rief Schwarzer durch die Sporthalle.

Ordentlich Lob verteilte der Kreisläufer bei den Spielsituationen: »Super, guter Torwart!«, »Sehr gut, immer in die Lücke!«. So manches konnte auch noch verbessert werden: »Ihr steht zu eng zusammen!«; »Und laufen! Handball ist ein Bewegungsssport! Nicht gehen!«.

Beim Verteidigen etwa sah »Blacky« noch Luft nach oben: »Ihr dürft gerne schon hier vorne verteidigen. Dann haben es die anderen schwieriger.« Und: »Warum seid Ihr denn so ungern in der Abwehr? Abwehr gehört zum Handball genauso dazu, wie vorne Tore zu werfen.« Klare Ansagen und ein motivierendes Training. Wenn man sich bei den ARS-Schülern umhörte, bekam man eine positive Rückmeldung: Das Training mit dem Coach Schwarzer machte Spaß, und der Weltmeister von 2007 und Kumpel von NBA-Basketballer Dirk Nowitzki ist ein Vorbild. Luca aus der 7e zeigte sich gegen Ende des Trainings konditionell noch recht fit, das Training sonst sei härter. Er und auch andere Teilnehmer der Übungsstunden mit dem Ex-Profi sind besonders Handballbegeisterte, sind teilweise auch bei »Jugend trainiert für Olympia« dabei. ARS-Sportlehrer Bodo Hartmann, der neben seiner Kollegin Katrin Volk diesmal zuschauen konnte, berichtete außerdem, dass Handball an der ARS fester Bestandteil des Unterrichts ist.

Kein Wunder, mischt doch die HSG Pohlheim in der dritten Liga mit und stehen doch Hüttenberg für Zweitliga- und Wetzlar für Erstliga-Handball in der Region und lassen sich auch beispielsweise Mainzlar und einstmals Lützellinden in den Reigen der Top-Adressen einfügen.

Dass Mittelhessen eine Handball-Hochburg ist, bleibt auch »Blacky« Schwarzer nicht verborgen, der auf Hüttenberg und Dutenhofen verweist. »Hier ist ein Gebiet, in dem auch Jugendnationalspieler aktiv sind«, sagte der Handball-Star im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen. Den Handballsport sieht Schwarzer an Schulen noch unterrepräsentiert. Man müsse an die Schulen herangehen und Arbeitsgruppen anbieten. Und die Vereine müssten sich stark engagieren, forderte der »Trainer«. Mit den Jugendlichen an der ARS zu trainieren, mache ihm jedenfalls Spaß, sagte er am Montag. Man merke den Mädchen und Jungen an, dass sie schon Handball spielen und auch selbst Spaß an der Sache haben.

Nach dem offiziellen Training konnten die Schüler Fragen stellen und Autogramme bekommen. Außerdem gab es die Möglichkeit, die Geschwindigkeit beim Werfen messen zu lassen. Bei satten 91 Kilometern pro Stunde lag der interne ARS-Rekord.

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