3000 Euro für zündende Ideen der Landkreis-Feuerwehren

25. Mai 2012, 11:38 Uhr
Mit Übungen, Leistungsprüfungen und Wettbewerben rüsten sich Feuerwehrleute für den Ernstfall. Bei »Feuerwehr der Zukunft« messen sie einander mit guten Ideen zum Bewältigen neuer Herausforderungen. (Foto: fp)

Die Konkurrenz ist eine Initiative von Feuerwehr-Kreisverband und Stadtwerken Gießen, die auf ein Aktivieren der Feuerwehren und ihrer Vereine abzielt. Sie sollen dazu angeregt werden, sich in Theorie und Praxis mit den stets mutierenden Herausforderungen in Einsatz und Gesellschaft zu beschäftigen. Von der Jury zugelassen wurden sechs Projekte, eingereicht von den Feuerwehren Nieder-Bessingen, Lich (gesamt), Staufenberg und Lollar, Inheiden und Allendorf/Lumda.

Zur Wertungskommission gehören unter anderem Stefan Becker (Vorstand KFV), Kreis-Brandinspektor Mario Binsch, die Gießener Berufsfeuerwehr-Chefin Martina Berger, der Grünberger Bürgermeister (und Feuerwehrmann) Frank Ide, zwei Redakteure der Gießener Tageszeitungen, die Hörfunkjournalistin Constanze Schleenbecker-Büttner und SWG-Sprecherin Ina Weller. Das Gremium fixierte unlängst den Terminrahmen: Für die Projektabwicklung ist Zeit bis zum 30. September. Anschließend ist ist bis Ende Oktober eine Beschreibung einreichen, sind die Vorhaben zudem in einer Jurysitzung zu präsentieren. Voraussichtlich am 15. November findet die Bekanntgabe der Wertung statt mit Preisverleihung.

Präzise benannt sind zudem die Bewertungskriterien: Neues ist anzustreben, erkennen muss man Innovationsabsicht und Kreativität sowie die Absicht einer Qualitätssteigerung. Auch die Form der Präsentation wird bewertet, die Breite der öffentlichen Präsenz (Öffentlichkeitsarbeit) sowie Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit .

500 Feuerwehrsportler zu Gast

Für die Feuerwehr Nieder-Bessingen geht es bereits am kommenden Wochenende, 1./2. Juni, in die Vollen: Um den Titel »Feuerwehr der Zukunft« haben sie sich mit der Veranstaltung »Deutschlandpokal der Feuerwehren« beworben. Am Freitag findet in der Licher Brauerei Ihring-Melchior ein Empfang für Ehrengäste, Wertungsrichter und Sponsoren statt sowie anschließend auf dem Festplatz Nieder-Bessingen eine Zelt-Disco. Der sportlich-technische Wettbewerb selbst beginnt am 2. Juni um 9.30 Uhr am Festplatz/Sportplatz. Gemeldet sind 50 (!) Mannschaften aus acht Bundesländern und dem benachbarten Ausland, mithin fast 500 Wettbewerbssportler. Da hoffen die Gastgeber auf zahlreiche Zuschauer. Siegerehrung ist gegen 18 Uhr, musikalisch begleitet vom Musikzug Villingen. Zum Ausklang lädt die Feuerwehr für 19 Uhr zum Dorffest. Mehr dazu im Internet: www.ffw-nieder-bessingen.de .

Nieder-Bessingens Projektleiter Thorsten Vekens will mit dem »Deutschlandpokal« die Feuerwehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und für deren Passion werben. Erfolg habe man auch , wenn man ein guter Gastgeber sei für »die internationale Feuerwehrfamilie«.

Alle Licher Feuerwehren bewerben sich zudem gemeinsam mit ihrer von Marco Römer ausführlich beschriebenen Zukunftswerkstatt. In deren Rahmen will man absehbare Herausforderungen erörtern, will offen reden über eine technische Optimierung (Kfz / Ausrüstung), will die Gemeinschaft der Feuerwehrleute aller Generationen stärken. Die Licher bauen auf erste 2011er Ergebnisse auf, beginnen mit dem Umsetzen vereinbarter Maßnahmen bei einsatztaktischen Mitteln (Technik, Infrastruktur), Personal, Öffentlichkeitsarbeit, Ausbildung und Organisationsstruktur. Und dies alles im Schulterschluss mit der Stadt: Bürgermeister Bernd Klein ist in die Arbeit eingebunden.

Gesondert beworben haben sich Stefan Thörner (Langsdorf) und die Feuerwehr Lich zudem mit ihrer Imagekampagne »Für mich – für Dich – für Lich!« Hier ist der Name Programm: Offensiv wollen die Floriansjünger »auf allen Kanalen« ihre Arbeit und ihre Leidenschaft kommunizieren, wollen so Interesse und Verständnis dafür wecken. »Es wäre riesig«, wenn die Bevölkerung so zur Erkenntnis käme, »dass die Feuerwehr alles andere als ein ›Biertrinkerverein» ist und ihr System zu 95 Prozent aus Freiwilligen besteht«.

Die Feuerwehr Inheiden will mit Bastian Haaf als Projektleiter nachhaltig das Ansehen der Feuerwehr verbessern und – »durch professionelle Außenwirkung« – neue Mitglieder gewinnen. Zu den Arbeitsmodulen zählen ein 52-seitiges Magazin zum 75-jährigen Jubiläum und – am 1. Juli – ein »Tag der Feuerwehr«.

Interkommunal agieren die Feuerwehren am Zusammenfluss von Lahn und Lumda: Staufenberg und Lollar implantieren an der Clemens-Brentano-Europa-Schule eine Feuerwehr-AG. Angesprochen werden Fünft- bis Siebtklässler; und zwar im beginnend Schuljahr mit einer Doppelstunde pro Woche. Selbstredend auch hier die Projektabsicht, in der Bewerbung formuliert von Birger Handloser: Wissensvermittlung – und die Anregung, bei der Feuerwehr mitzutun.

Das Projekt der Feuerwehr Allendorf/Lumda trägt den spannenden Titel »Die Wahrheit«. Michael Carl lüftete das Geheimnis ein paar Zeilen weiter: Yannik Oklitschek singt einen Rap-Song, in dem er vom Engagement der Eltern in der Einsatzabteilung erzählt, von seinen Gedanken, von der Reaktion in Bevölkerung und Politik. Als mp3- Datei werde das rund dreiminütige Lied ins Internet gestellt und dann beworben – nicht nur im Lumdatal.

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