Lich

Lob von höchster Stelle für Integrationsprojekt

01. Februar 2012, 19:03 Uhr
Unterschiedliche Wurzeln, aber ein Ziel: gute Lehrer in Deutschland zu werden. Das verdeutlichte am Mittwoch eine Teilnehmerin des Seminars »Deutsch als Unterrichtssprache« der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Prof. Dr. Maria Böhmer (Mitte) in der Kreisvolkshochschule in Lich. (Foto: Geck)

Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer besuchte die Kreisvolkshochschule (KVHS), um sich über das Seminar »Deutsch als Unterrichtssprache« aus erster Hand zu informieren, das als Modellprojekt seit Anfang 2010 ín Kooperation mit dem Amt für Lehrerfortbildung (AfL) realisiert wird.

»Ich komme mit großem Interesse hierher« schickte die Integrationsbeauftragte vorweg. Ebenfalls gleich zu Beginn gab der Leiter der AfL die ungefähre Richtung vor. Das Anerkennen von Berufen anderer Länder sei nicht das einzige Problem, vielmehr gehe es darum, den Migranten Sprachkompetenz zu vermitteln, insbesondere den Grundschullehrern, sagte Frank Sauerland.

Es zeigte sich aber auch, dass gerade eine Vielzahl an Formalitäten und fehlende Transparenz die Bemühungen der potenziellen Bewerber um eine Lehrerstelle sehr erschwerten. Die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern seien ebenfalls hinderlich, hieß es. Die Teilnehmer an den Seminaren, zu etwa 90 Prozent Frauen, zeigten sich hochmotiviert, schilderten beispielhaft ihre Lebenswege und Erfahrungen. Sie hätten trotz unterschiedlicher Herkunft aber ein gemeinsames Ziel: gute Lehrer in Deutschland zu werden, brachte es eine Migrantin auf den Punkt. Man wolle als Teil der Gesellschaft mitwirken.

Die Staatsministerin zeigte sich beeindruckt von der Motivation der Seminaristen. Sie verwies darauf, dass man auf Bundesebene fraktionsübergreifend bereits ein Gesetz verabschiedet habe, was die Anerkennung bestimmter Berufe angehe, etwa Ärzte und Rechtsanwälte. Lehrer, Ingenieure und Sozialberufe seien in der Zuständigkeit der Länder anzuerkennen. Sie rechne diesbezüglich noch in diesem Jahr mit einer Übereinkunft, so dass »die Türen weit aufgestoßen« werden könnten.

In Lich gehe es neben der Vermittlung von Sprachkenntnissen aber noch um mehr, ergänzte Ursula Bouffier als »Patin« des Projekts. So könnten die Teilnehmer den Schulalltag mit all seinen unterschiedlichen Aspekten konkret kennenlernen. Und: Es gebe ein Netzwerk für die Zeit nach Abschluss des Seminars, ebenso ein ganz persönliches Unterstützungsangebot. Die Erfolgsquote sei sehr hoch. 90 Prozent würden die anschließenden Prüfungen bestehen, hieß es.

Landrätin Anita Schneider lobte die Kreisvolkshochschule für die Erarbeitung und Bereitstellung dieses ungewöhnlichen Angebots, insbesondere Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Werner Leipold und Heidelies Bierbach-Müller als Leiterin des Pilotprojekts. Staatsministerin Böhmer lobte das Projekt ebenfalls. Sie bekannte bei der abschließenden Gesprächsrunde, eine »Pioniererfahrung« in Lich gemacht zu haben. Lehrerinnen mit ausländischen Wurzeln hätten eine zusätzliche Vorbildfunktion. Sie könnten Schülern mit Migrationshintergrund zeigen, dass man es schaffen kann, sich in Deutschland beruflich wie sozial zu integrieren, dass man einfach dazugehöre.

Bundestagsabgeordneter Rüdiger Veit, der den Besuch der Staatsministerin arrangiert hatte, äußerte den Wunsch, dass das Projekt seinen Pilotcharakter verliere. Darüber bestehe parteiübergreifend Konsens. Zur Sprache kam auch die Bedeutung der Volkshochschulen für die Integration. Wenn es sie nicht schon gebe, müsste man sie eigens dafür erfinden, hieß es.

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