Neue Kulturgenossenschaft Lich gegründet

Nach vielen unruhigen und vor allem ungewissen Jahren, unter anderem durch den Abriss des Kneipentrakts bedingt, schippert das Kino Traumstern nun ruhigeren Zeiten entgegen. Die neu gegründete Kulturgenossenschaft Lich will den Gebäudekomplex kaufen und so das kulturelle Zentrum langfristig sichern.
27. Juli 2014, 19:48 Uhr
Die neue Spitze der Kulturgenossenschaft. (Foto: Constantin Hoppe)

Lich (con). Die Vertreter des Arbeitskreises Kulturgenossenschaft Lich und der Bitburger Braugruppe haben sich über den Kaufpreis geeinigt – und nun kann die zukünftige Kulturgenossenschaft Lich die Liegenschaft – Gießener Straße 15 – mit Kino, Gaststätte, Biergarten, Hinterhaus und Grundstück kaufen. Dieses Ergebnis brachte neuen Schwung in die Vorbereitungsphase der Genossenschaft.

Vorbereitung der Gründung lief seit 2012

Am Freitag war es so weit: Mehr als 70 Bürger aus Lich und Umgebung versammelten sich im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge zur Gründungsversammlung der Genossenschaft, die seit April 2012 durch einen Arbeitskreis geplant wurde. In drei kurzen Vorträgen erläuterten Ulrich Witzmann die Entwicklung von der Idee bis zur Gründung, Sabine Wagner den Businessplan der Genossenschaft und Peter Damm die Zukunftspläne des Soziokulturzentrums rund um das Kino Traumstern.

Vierköpfiger Vorstand bestimmt

Der Versammlungsleiter, Rechtsanwalt Dr. Edgar Steinle, erläuterte die Satzung. Er stellte klar, dass Mitglieder der Kulturgenossenschaft niemals mit ihrem persönlichen Vermögen in Haftung genommen werden könnten, eine Nachschusspflicht ausgeschlossen sei und somit maximal das für den Anteilskauf eingesetzte Geld verloren gehen könnte. Abschließend wurde die Satzung von den Gründungsmitgliedern gebilligt und unterzeichnet. Die anschließende Generalversammlung wählte den Aufsichtsrat. Als Vorsitzender wurde Michael Pieck gewählt; weitere Mitglieder sind Berchtold Büxel, Edgar Reinhardt und Kay Gehrmann. Der Aufsichtsrat bestellte in seiner konstituierenden Sitzung den vierköpfigen Vorstand. Berufen wurden Dr. Joachim Größer, Ulla Limberger, Sabine Wagner und Ulrich Witzmann. Diese vier Personen gehören alle seit April 2012 dem Arbeitskreis .

Kino-Mitbetreiber Langer dankt allen für hartnäckige Arbeit

Edgar Langer, Mitbetreiber des Kino Traumstern, dankte in bewegenden Worten dem Arbeitskreis und der nun bestehenden »Kulturgenossenschaft Lich eG in Gründung« für ihre hartnäckige Arbeit. Er freute sich, »dass die Zukunft des Kino Traumstern sowie des angeschlossenen Kulturvereins künstLich, des Theater Traumstern, des Kinderzirkus Allez-Hopp und auch der angeschlossenen Gastronomie Statt Gießen nun in eine neue und spannende Phase eintreten kann«.

Die Kulturgenossenschaft ist momentan die einzige zukünftige Genossenschaft dieser Art in Hessen. Bundesweit gibt es vier Kulturgenossenschaften, die sich den Erhalt und die Sicherung regionaler Kultur auf die Fahne geschrieben haben. Für alle Interessierten besteht die Möglichkeit, sich über die Internetseite eine Beitrittserklärung herunterzuladen und sich damit aktiv an deren Unterstützung zu beteiligen. Der Bürgermeister der Stadt Lich, Bernd Klein, sowie Rainer Noll, Geschäftsführer der Licher Privatbrauerei und Beauftragter der Bitburger Braugruppe, wünschten in zuvor geführten Gesprächen der Gründungsversammlung viel Glück, dem Aufsichtsrat und Vorstand viel Erfolg für die kommende Arbeit und betonten ihren Respekt für das ehrenamtliche Engagement. Bei einem Glas Sekt wurde im Anschluss an die Gründungsveranstaltung im Biergarten der »Statt Gießen« dieser Schritt zur Sicherung und zur Weiterentwicklung des Soziokulturzentrums rund um das Kino Traumstern mit den Initiatoren, Mitgliedern des Aufsichtsrates, des Vorstandes und engagierten Bürgern gefeiert.

Genossenschaft soll in 8 Wochen eingetragen sein

Auf der Homepage der Genossenschaft www.kulturgenossenschaft-lich.de wird über die weitere Entwicklung der Prüfungsphase durch den Genossenschaftsverband berichtet. Die Eintragung der Kulturgenossenschaft Lich in das Genossenschaftsregister und der damit verbundene Status als eingetragene Genossenschaft wird etwa sechs bis acht Wochen dauern. Dann kann die Genossenschaft die anstehenden Verträge unterschreiben, und die zahlreichen Beitrittserklärungen der potenziellen Genossen können wirksam werden.

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