Bürgermeisterwahl Laubach: Steigerwald Kandidat der SPD

24. Juli 2014, 07:48 Uhr
M. Steigerwald

So zumindest weist es der einstimmige Beschluss der Findungskommission aus. Am Samstag, beim Sommerfest im Schlosspark, will die SPD ihren Klug-Herausforderer Mitgliedern wie Öffentlichkeit vorstellen. Für den 31. Juli, ist dann die offizielle Nominierung des Kandidaten durch die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Laubach anberaumt.

»Etwas Anderes wagen«

Für den Frankfurter, beschäftigt bei einem Tochterunternehmen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Medienvertrieb), ist dies der rechte Zeitpunkt, diese Herausforderung anzunehmen. »Meine jetzige Aufgabe bereitet mir Spaß. Ich bin jetzt 41 Jahre, ein Alter, in dem man etwas Anderes wagen kann«, sagte der Berken-Enkheimer am Dienstag im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Die angestrebte neue Aufgabe an der Spitze einer Stadtverwaltung reizt ihn offenbar, schon gar die in Laubach. Ein Grund: Steigerwald hat bei seinen Besuchen in Laubach wie in dessen Stadtteilen durchaus Parallelen zum 19 500-Einwohner-Stadtteil Bergen-Enkheim (»1977 als letzte zu Frankfurt gekommen«) ausgemacht: »Beide sind zu 100 Prozent mit ihrer Tradition verbunden.«

Dass ihn die Fachwerkarchitektur Laubachs ebenso eingenommen, er Verbindungen nach Mittelhessen hat und es mit den SPD-Verantwortlichen in Laubach »politisch passt«, waren weitere Gründe, Ja zu sagen, als die Laubacher auf ihn zukamen.

Steigerwald hatte zunächst ein Studium der Politikwissenschaften in Frankfurt und Lyon absolviert, schloss es mit dem Diplom ab, hängte später ein Studium an der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer dran (Abschluss: Magister der Verwaltungswissenschaften). Seit 1993 ist er in der SPD. Für den 41-Jährigen, der sich in den Kandidatenpool der Hessen-SPD hatte aufnehmen lassen, wird dies sein erster Bürgermeisterwahlkampf sein – als Kandidat, versteht sich.

Zur Erinnerung: Im Ergebnis längerer Beratungen der Findungskommission, nach mehreren Gesprächen mit potenziellen Kandidaten, neuen Weichenstellungen nach Absagen hatte die SPD den 31. Mai als (freilich nicht endgültige) Frist gesetzt. Wie von dieser Zeitung berichtet, standen zuletzt zwei potenzielle Kandidaten zur Wahl: Einer aus einer Nachbarstadt, ein zweiter, »weiter entfernt« wohnender Mann. Eine eingehende Prüfung, so hieß es vor Monatsfrist, bleibe zunächst abzuwarten.

Wie SPD-Ortsvereinsvorsitzender Mohr gestern nun mitteilte, ist diese abgeschlossen: »Die Findungskommission hat sich am Montag für einen Bürgermeisterkandidaten entschieden«, ließ er wissen. Und zwar mit einstimmigem Votum. Wie Mohr nur verriet, verfüge der sozialdemokratische Herausforderer von Amtsinhaber Klug (parteilos, unterstützt von FW, »BfL« und Grünen) »auch über einen Abschluss der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer.«

Dass der Frankfurter bei der Vorstellung am Samstag bereits konkrete Zielvorstellungen im Falle eines Wahlsieges benennen wird, steht zu diesem frühen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Unterdessen aber hat die SPD Laubach ihre Anforderungen an einen Bürgermeister ihrer Wahl formuliert: Zuvörderst, so Fraktionsvorsitzender Hartmut Roeschen, müsse er oder sie die Gewerbeansiedlung »endlich zur wichtigsten Chefsache machen«. Laubach brauche neue Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk. Tourismus und Kultur sei nicht die Lösung. Auch müsse der Rathauschef Wege aufzeigen, von den hohen Steuern (Gewerbe: 450/Grundsteuer 500 Prozent) runterzukommen. »Es darf nicht sein, dass der Laubacher mehr bezahlt als im Landesdurchschnitt.« Bereits jetzt liege man kreisweit an der Spitze – »und der jetzige Bürgermeister schließt eine weitere Erhöhung auf 650 Prozent nicht aus«.

Aufgabe müsse ebenso sein, für Zuzug zu sorgen. Die Stadt brauche neue Einwohner, dafür müssten Baugebiete mit günstigen Preisen für Familien ausgewiesen werden. Weiter wünscht die SPD vom Rathauschef Vorschläge zur Haushaltsstabilisierung. Roeschen: »Was bringen uns die zwei städtischen GmbHs? Oder kosten sie zusätzliches Geld? Alles muss auf den Prüfstand. Wie können wir ruhendes städtisches Eigentum verkaufen, damit wir dringend nötige Ausgaben bezahlen können?« Der oder die Bürgermeister/in habe im Übrigen die Mitarbeiter zu »motivieren und zu loben, damit sie ihr Bestes geben zum Wohl der Bürgerschaft«.

Noch Zeit für weitere Bewerber

Am Ende aber relativiert der SPD-Politiker doch: »Ein/e Bürgermeister/in entscheidet wenig. Wirklich Wichtiges entscheidet die Stadtverordnetenversammlung. Trotzdem: Sie oder er wird gewählt zum hauptamtlichen Politikprofi. Deshalb muss er oder sie Ideen haben, muss die Leute überzeugen, muss Konzepte erarbeiten, muss Weichen stellen, Wege eröffnen, wie unsere schöne Stadt weiter entwickelt werden kann. Und sie dann dem Stadtparlament zur Entscheidung vorlegen.«

Mit Klug und der Verwaltungsangestellten Monique Schmidt (CDU) haben die Laubacher also nun bereits – das Votum der Basis vorausgesetzt – die Wahl unter drei Bewerbern. Mindestens, endet doch die offizielle Bewerbungsfrist für die Stelle erst am 2. Oktober. (Foto: pm)

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