Puppenstubenmuseum Laubach: Eröffnung mit Prinz von Preußen

Laubach (tb). In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste ist es am Freitag das Puppenstuben-Museum in Laubach eröffnet worden. Gezeigt werden 80 Exponate aus der Sammlung von Monika Prinzessin von Hannover, geb. Gräfin zu Solms-Laubach.
01. Oktober 2011, 12:05 Uhr
Schlüsselübergabe von Architekt Ottfried Rau an Monika Prinzessin von Hannover. Im Hintergrund rechts Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, das Patenkind der Museumsstifterin. (Foto: tb)

Unter den Gästen auch Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen samt Ehefrau Sophie. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist der Großneffe von Prinzessin Monika und vor allem ihr Patenkind. Von daher mochte er den großen Tag für die 82-jährige Frau mit der großen Leidenschaft für diese »Miniaturwelten«aus längst vergangener Zeit nicht verpassen.

Wer das Museum in der Friedrichstraße 4a betritt, dem scheint es, als schwebten die liebevoll gestalteten kleinen Welten in den verdunkelten Räumen. Kleine Spots heben das kleinste Detail der Puppenstuben hervor. Der von Bernd Kliebhan gesprochene Text der Audio-Guides, unterlegt mit passenden Geräuschen, vermehrt noch das ohnedies große Vergnügen des Betrachters, der seine Schritte durch das neue Puppenstuben-Museum Laubach lenkt.

Wie von der GAZ berichtet, hat in einer alten Fachwerkscheune, aufwendig restauriert, die Sammlung historisch wertvoller Puppenstuben aus dem Besitz von Monika Prinzessin von Hannover eine neue Heimstatt gefunden. Bei der Eröffnung am Freitag herrschte Einigkeit unter den Gästen: »Dieses Kleinod wird ein breites Publikum finden!«

Begrüßt hatte die Anwesenden Herwig Krüger, neben Annette Eggebrecht und Ariane Brinks einer der »Museumsmacher«. Fünf Jahre nach der ersten Idee von Ariane Brinks – auf einer Autofahrt von Frankfurt nach Laubach der Freundin Annette Eggebrecht unterbreitet – nach jeder Menge Arbeit und Papierkram sei man am Ziel. Zugleich erfülle sich ein großer Wunsch der Prinzessin, könne doch ihre Sammlung dank der Übertragung der Eggebrechtschen Scheune an die Museumsstiftung in einem Fachwerkhaus gezeigt werden.

Krügers Dank galt allen Helfern und Unterstützern, darunter Architekt Ottfried Rau oder HR-Moderator Kliebhan (wie Krüger verriet, forderte Letzterer als Honorar nur eines: »Käsekuchen auf Lebenzeit«).

Wandel im Rollenverständnis erschließen!

Bürgermeister Peter Klug würdigte in seiner Rede ausdrücklich diese – zumal private – Initiative. »Hier ist etwas geschaffen worden, was unseren Landkreis, unsere Region aufwertet.« Nicht zuletzt aber profitiere Laubach selbst: »Genau auf solche Projekte, Ideen, Geschäftseröffnungen sind wir mehr denn je angewiesen. Der demografische Wandel lässt grüßen.« Das Museum werde Touristen nach Laubach locken, für Umsätze des Einzelhandels sorgen. Fazit Klug: »Wertschöpfung hoch x für Laubach. Es belebt diese Stadt – doppelt und dreifach«.

Als Eröffnungsgeschenk überreichte er eine Tonfigur – »aber nicht irgendeine, sondern eine eigens hergestellte Monika Prinzessin von Hannover-, Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg-, königliche Prinzessin von Großbritannien und Irland-Tonfigur«.

Als Vorsitzender des Hessischen Museumsverbandes lobte Dr. Thomas Wurzel die Konzeption des Museums als »neues Highlight« für Laubach. Somit sei gewissermaßen ein »Nest geschaffen« für die außergewöhnliche Sammlung der Prinzessin.

Die Exponate aus der Zeit von 1820 bis 1930, so weiter Wurzel, böten zugleich interessante Einblicke in das »gesellschaftliche Verständnis« – hier der »Frau am Puppenherd«.

Im Museumsverband formulierte man nach den Worten seines Vorsitzenden die Erwartung, dass vornehmlich Frauen über 40 die Zielgruppe seien. Wurzel sah daher noch Bedarf für eine weitere inhaltliche Erschließung: Neben der Ästhetik der Puppenstuben sollte der Fokus gerichtet sein auf die »Entwicklung der Frauenrolle in ihrer Zeitgebundenheit«. Um Antworten zu geben auf die Frage: »Wie sehen wir heute auf die Sammlung?« Eine Aufgabe, der sich der Museums-Förderverein widmen könnte.

30 000 Euro von Sparkassenstiftungen

Auch dieses Haus bedürfe der Pflege und des bürgerschaftlichen Engagements, unterstrich Wurzel. Sodann übergab er in seiner Funktion als Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen einen Scheck über 20 000 Euro – die Hälfte steuerte die Stiftung der Sparkasse Laubach-Hungen bei – an die »Prinzessin Monika von Hannover Stiftung« als Museums-Träger. Und als »Zugabe« weitere 10 000 Euro (die Hälfte wiederum aus Laubach) für den Förderverein – Voraussetzung sei jedoch, dass dieser die gleiche Summe sammelt. Dazu dessen Vorsitzender Karl Anton Koenigs: »Wir nehmen die Herausforderung an!«

In den Puppenstuben spiegele sich Alltagsgeschichte früherer Generationen, begann Susanne Michelsky, verantwortlich für die inhaltliche Konzeption. Für die Kinder seien diese Miniaturwelten Bühne für Rollenspiele gewesen. Entsprechend habe man die Ausstellung als Inszenierung konzipiert.

Fürwahr: Wie im Theater, wenn das Spiel beginnt und die Lampen erlischen, taucht man als Besucher dieses neuen Museums, umgeben von Dunkelheit, ein in eine faszinierende »große Welt im Kleinen«.

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