Laubach

Spanische Nacht an einem lauen Sommerabend

10. August 2009, 10:30 Uhr
Ein genussvoller Abend war die »Spanische Nacht«; hier mit Sopranistin Romana Vaccaro und dem Tanzensemble »Alma Gitana«. (Fotos: tie)

Laubach (tie). Die Lufttemperaturen entsprachen ganz und gar dem Anlass, dessentwegen am Samstagabend knapp 700 Gäste in den Garten des Grafenschlosses gekommen waren: Die »Opera Classica Europa« gab eine »Spanischen Nacht« - mit Musik und Gesang aus Georges Bizets »Carmen«, Giacomo Rossinis »Barbier von Sevilla« und Mozarts »Don Giovanni«, mit Zarzuelas, Flamenco sowie den Reitern und Pferden des »Barock Team Esperanza«. Zu Beginn hatte Intendant Michael Vaccaro die Zuschauer im Namen der Künstler begrüßt und offen dafür gedankt, dass man in Laubach zu Gast sein dürfe. Vorsorglich waren Regencapes bereitgelegt worden, doch die brauchte man nicht.

Nachdem die Tänzerinnen des Ensembles »Alma Gitana« einen temperamentvollen Flamenco gezeigt hatten, sang Sopranistin Romana Vaccaro, die nach ihrem Engagement am Staatstheater Wiesbaden international solistisch tätig ist, eindrucksvoll die Ouvertüre aus »Carmen«; begleitet vom 35-köpfigen Orchester des Tournee-Musiktheaters unter der Leitung von Kasimir Torkov. Anschließend ritt der Torero Escamillo alias Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach auf einem weißen Hengst vor die Bühne und intonierte mit seiner Bariton-Stimme die berühmte »Carmen«-Arie »Votre toast, je peux vous le rendre« (»Toreador«), ehe Vaccaro mit »Habanera« die Vergeblichkeit beschwor, Liebe erzwingen zu wollen: »Liebe ist wie ein wilder Vogel, wer den will zähmen hat es schwer. Ganz umsonst wirst du nach ihm rufen, wenn er nicht will, kommt er nicht her«, so die deutsche Übersetzung.

Keith Ikaia-Purdy (Tenor), laut Vaccaro »einzige Opernsänger Hawaiis«, sang Don Josés Arie »La fleur que tu m’avais jetée«: »Die Blume, die Du mir zuwarfst« und die der unglücklich verliebte José im Gefängnis stets aufbewahrte - ihres süßen Duftes wegen. Ikaia-Purdy von der Wiener Staatsoper war für den eigentlich vorgesehenen Tenor Ignacio Encinas (Oper Madrid) verpflichtet worden, den terminliche Schwierigkeiten an einem Auftritt in Laubach gehindert hatten. Ikaia-Purdy begeisterte mit einem leidenschaftlichen hohen Tenor, ist aber durchaus zu lyrischerem Ausdruck fähig, wie sich später zeigen sollte.

Die Tänzerinnen von »Alma Gitana« interpretierten in der Folge das Zwischenspiel des vierten Akts aus »Carmen«: ein temperamentvoller Tanz, der die Szene einleitet, in der Carmen vor der Arena auf den Einzug der Stierkämpfer wartet. Ikaia-Purdy sang Augustin Laras Klassiker »Granada«, ein im Stil der Boleros gehaltenes Lied, ehe Giorgio Martin (Tenor), mehrfach ausgezeichneter Musikprofessor, engagiert am Staatstheater Wiesbaden, einige Zarzuelas gab, darunter »No puede ser«.

Nach der Pause spielte das Orchester unter Leitung von Krasimir Topov die Ouvertüre zu Rossinis »Barbier von Sevilla«, sangen Thomas Möller (Bariton) Figaros Arie »Largo al factotum« und Ikaia-Purdy mit »O souverain« aus Jules Massenets Oper »Le cid«, die den klassischen Konflikt zwischen Liebe und Pflicht thematisiert. Dann war wieder der Hausherr an der Reihe, Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach, mit »Deh, vieni« aus Mozarts »Don Giovanni« und - an der Seite von Annalena Schmid (Sopran) als Zerlina - dem Duett aus dem ersten Akt »La ci darem la mano« (»Reich mir die Hand, mein Leben«).

Vaccaro bot »Meine Lippen, sie küssen so heiß« aus Franz Lehàrs Operette »Giuditta«, zu hören war das »Bésame mucho« aus dem Klavierzyklus »Quejas o la Maja y el Ruiseñor«, Martin schmetterte den Ohrwurm »Quando caliente el sol«. Und überhaupt: Auch nach dem offiziellen Programm sang der Tenor länger als eine Stunde spanische Volkslieder, und die Tänzerinnen von »Alma Gitana« tanzten dazu.

Zahlreiche Gäste genossen eine anregende und temperamentvolle »Spanische Nacht«, zu der auch noch kulinarische Feinheiten von der iberischen Halbinsel zählten.

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