Laubacher Verein der Klipstein-Freunde aufgelöst

Laubach (mib/tb). 17 Jahre lang haben Mitglieder eines eigens gegründeten Vereins Christiane Klipstein darin unterstützt, den künstlerischen Nachlass ihrer Großeltern, des Malers Felix (1880–1941) und der Schriftstellerin Editha (1880–1953).Nach 17 Jahren aber ist nun Schluss, es fehlt an Menschen, die sich im Vorstand engagieren.
23. Mai 2015, 11:53 Uhr
»Der Wilde Jäger«, eine Schmiedearbeit nach dem Entwurf von Felix Klipstein, wurde mithilfe des Vereins restauriert und leuchtet seither den Besuchern des Gasthofs »Laubacher Wald« den Weg – indessen gehen bei dem Verein die Lichter aus. (mib)

Die Auflösung des Vereins ist das (absehbare) Ergebnis der somit letzten Mitgliederversammlung im Gasthaus »Laubacher Wald«. »Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich als Vorsitzende nicht weiter zur Verfügung stehen werde. Die Belastungen und Verpflichtungen sind mir nach 17 Jahren Vereinsführung zu groß«, hatte sich Christiane Klipstein im Vorfeld an die Mitglieder gewandt. Da keine Nachfolgerin bzw. kein Nachfolger in Sicht sei, werde die Hauptversammlung über die Vereinsauflösung zu entscheiden haben – und so kam’s denn auch.

Nochmals wurde an diesem Samstagnachmittag zurückgeschaut: Acht Lesungen organisierte der Verein in den 17 Jahren, etwa am Klipstein-Turm, aber auch in Halle/Saale. Ferner lud man zu zehn Wanderungen rund um Laubach, sieben Ausflugsfahrten, und Ausstellungen, gab vier Bände der Schriftenreihe des Vereins heraus, machte nicht zuletzt fünfmal an den »Tagen der Literatur« mit. Und besorgte endlich auch die Einrichtung des Klipstein-Zimmers im Museum, die Restaurierung des Metall-Wirtshausschildes »Der wilde Jäger« am »Laubacher Wald«. Überdies gaben Mitglieder den Briefwechsel Editha Klipsteins mit Rainer Maria Rilke (1915) – von Rolf Haaser bearbeitet – heraus, ebenso das Tagebuch einer Reise des Ehepaars nach England im Jahr 1899. Die Novelle »Das Hotel in Kastilien« (1951 als Band 2 der »Bibliothek Suhrkamp« 1951 ediert) wurde in szenischen Lesungen zu Gehör gebracht. Die Erinnerungen Klipsteins an sein Leben in Spanien (1907–1909) wurden gedruckt, Ausstellungen dokumentierten seine Zusammenarbeit mit dem Grafiker Friedrich Barth.

Nochmals beim »Tag der Literatur«

2012 bereits war der materielle Nachlass der Künstler an die »Geschwister-Klipstein-Stiftung«übertragen worden (geplant ist auch, dass der »Klipstein-Turm« einmal von dieser verwaltet wird). Die Stiftungsaufgaben entsprechen weitgehend den Vereinszielen, auch von daher beschlossen auf Vorschlag Christiane Klipsteins die 21 anwesenden der 53 Mitglieder die Auflösung des Vereins und die Übertragung des Vermögens auf die Stiftung.

Im Übrigen verlief die Versammlung wie üblich. Die Vorsitzende ging in ihrem Jahresrückblick auf das Neujahrstreffen »Am Turm«, den Besuch der Schlossbibliothek Laubach, die Wanderung zur Engelsburg und die Fahrt nach Eppelheim (Pfalz) ein. Die Bücher und Gemälde der Klipsteins wurden von Mitgliedern an einem sicheren Ort eingelagert. Ulla Pfeiffer gab ihren Kassenbericht, Dieter Ott und Ingeborg Raschke bescheinigten eine ordnungsgemäße Arbeit, der Vorstand wurde entlastet Helmut Högy wurde einstimmig als Kassenprüfer für Dieter Ott nachgewählt. Da Ulla Pfeiffer aus persönlichen Gründen ihr Amt zur Verfügung stellte, wurde bis zur Abwicklung des Vereins Michael Benoit zum Kassenwart bestimmt.

Am »Tag der Literatur« (31. Mai) ist der Verein nochmals unter dem Motto »Raumerlebnis Vogelsberg und Snowdonia – Höhenblicke und Grundgänge an der Hand von Editha und Felix Klipstein« sowie einer Lesung mit dabei. Treffpunk ist um 11 Uhr am Friedhof in der Hungener Straße. Die Teilnahme ist kostenlos.

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