Grünberg

»iTerra«: Kein Anlass, Windpark Grünberg zu stoppen

01. November 2014, 12:18 Uhr
Der Ausschnitt aus der aktuellen Arbeitskarte 14 des RP Gießen (»Ampelkarte«) zeigt die möglichen Vorranggebiete Windkraft in Grünberger Gemarkung. Der Laubacher Bereich des geplanten Windparks »IGL« wurde bekanntlich ausgeklammert (wie das gesamte Vogelschutzgebiet Vogelsberg) (Skizze: RP)

Das Gießener Unternehmen geht zunächst auf den Vergleich der Windparkgegner mit dem Projekt »Freienseen« ein: In welchem Zusammenhang der eigene Genehmigungsantrag für Grünberg und die Entscheidung der »hessenEnergie«, das Projekt in Freienseen nicht weiterzuverfolgen (GAZ vom 20. September), stehen solle, das erscheint iTerra »schleierhaft«. Dies auch, weil die konkreten Gründe der OVAG-Tochter unbekannt seien. Grundsätzlich sei jedes Projekt für sich zu prüfen.

Was nun den Norden des Interkommunalen Windparks Grünberg/Laubach (IGL) angeht, so deute aktuell »alles auf Genehmigungsfähigkeit« hin. Die These der BI, wonach »vielfältige Risikopotenziale« bestünden, weise man auf Basis des Umweltgutachtens zurück. Daher sei das zeitnahe Einreichen des Antrags nach Bundesimmissionschutzgesetz keinesfalls »voreilig«. Vielmehr entspreche es regulärer Projektpraxis, nachdem ausreichend Parameter abgeprüft worden seien.

Im Übrigen aber sei das Einreichen des Antrags keinesfalls mit der Genehmigung oder gar Baubeginn zu verwechseln, beginne doch damit erst das umfangreiche Prüfverfahren der Behörde. Und: Wie angekündigt, werde es ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung geben.

»Kein Interesse an Unrentabilität«

Vehement wird mithin der Behauptung der BI widersprochen, iTerra wolle den Anschein erwecken, der Bau der Windräder sei bereits in Aussicht gestellt, der RP habe bereits grünes Licht erteilt: »Wie doch jedermann auch in der Presse mitverfolgen konnte, liegt der in Rede stehende Bereich gemäß der aktuellen Arbeitskarte 14 des RP in einer als grün und somit genehmigungsfähig bewerteten Fläche.« Vielleicht sei da etwas verwechselt worden.

Fest stehe für iTerra lediglich, dass die Fläche laut aktueller Planung des RP »als genehmigungsfähig gehandelt« werde, was sich mit den Ergebnissen aller eigenen Untersuchungen decke. »Ob der Windpark an sich genehmigungsfähig ist, werden wir – unabhängig von der Aufstellung des Teilregionalplans Energie (TRPE) – auch nach Prüfung unserer Antragsunterlagen, die mit einem Bescheid endet, erfahren.«

Weiter: Die Dauer des Prüfverfahrens erlaube es, die Ergebnisse der Windmessung stets im Auge zu behalten. Klar dürfte doch sein, dass ein unwirtschaftlicher Betrieb nicht im eigenen Interesse liege. »Hätten wir im Vorfeld also bereits Indikationen hierzu bekommen, wäre das Projekt nicht weiterverfolgt worden.« Derzeit aber gebe es keinerlei Anlass, das Projekt zu stoppen.

Recht gibt iTerra den Windparkgegnern darin, dass das Gebiet IGL-Nord zunächst nicht im TRPE enthalten war. Jedoch habe der RP die Möglichkeit eingeräumt, nachzuweisen, dass errechnete Windgeschwindigkeit über dem Wert des dem TRPE zugrundeliegenden Gutachtens liege. »Dieser Nachweis in Form eines Gutachtens, das vorgegebenen Standards entsprechen musste, wurde vom RP überprüft und anerkannt.« Infolgedessen sei »IGL-Nord« als potenzielle Vorrangfläche in den TRPE-Entwurf aufgenommen worden. Diese Vorgehensweise sei an zahlreichen Standorten praktiziert worden. Zusätzlich zu vorliegenden Gutachten findet (wie von der GAZ berichtet) jetzt eine Messung mit einem »LiDAR«-Gerät statt. Die Unterstellung, diese würde manipuliert, sodass nur die windstärksten Wintermonate ins Ergebnis eingehen, entbehre jeder Grundlage. »Verwiesen wird hier erneut auf das Interesse eines wirtschaftlichen Betriebs; »ganz abgesehen von den zu befolgenden Vorgaben für die akkreditierten Gutachter, die die Messdaten nach Abschluss der Messung auswerten«. Unterstellte zeitliche Festlegung gebe es nicht. Eine solche Messung werde über zwölf Monate gemacht, insofern keine adäquaten Daten von Referenzanlagen zur Verfügung stehen; diese Frage sei allerdings noch nicht schlussendlich geklärt. Da die BI sich auf die »einschlägigen Richtlinien für Windenergie« bezieht, sei es allerdings unerklärlich, dass bei deren Studie nicht festgestellt wurde, dass die LiDAR-Messtechnik durchaus anerkannt wird und iTerra somit, wie in sämtlichen Bereichen seiner Projektplanung, »lediglich nach gültigen und anerkannten Vorgaben handelt«.

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