Grünberg: Wunsch der Feuerwehr doch erhört

Grünberg (tb). Für SPD-Fraktionschefin Claudia Wolf ist die Entscheidung zum Gerätehaus Stockhausen (Erweiterung im Bestand oder Neubau eines zentralen Stützpunktes in Seenbrücke) vergleichbar mit einem Autokauf: Für die einen ist der alte Wagen noch gut genug, sind anstehende Reparatur kein »Trennungsgrund«, wo für die anderen schon der Neuwagen alternativlos ist.
18. September 2014, 14:48 Uhr
Das Feuerwehrhaus Stockhausen soll 2015 erweitert werden. Die Skizze oben zeigt die aktuelle abgespeckte Planung (das Trafo-Häuschen wird versetzt).

Da spielten Emotionen eine Rolle. Für Wolf handelt es sich um ein Dilemma, gibt es keine Lösung ohne Makel, sie enthielt sich. Ebenso Grünen-Vertreter Reinhard Ewert. Einzig Ulrich Ebenhöh (SPD) blieb bei seinem Nein.

Die Mehrheit aus FW und CDU aber empfahl – anders als noch im Bauausschuss (zweimal Nein, aber fünf Enthaltungen) – die Magistratsvorlage zum Beschluss durchs Stadtparlament. Von daher ist zu erwarten, dass es doch zur von den Feuerwehren gewünschten Erweiterungslösung kommt, dafür der im Januar vom Plenum beschlossene Sperrvermerk (zu teuer, Alternativen prüfen!) aufgehoben wird.

Eigenleistungen angemahnt

Die vom Architekten Manfred Tamm abgespeckte neue Variante weist einen um 50 000 auf 350 000 Euro verminderten Ausgabenbedarf aus. Erzielt vor allem durch die Verkleinerung des Anbaus (eine statt zwei Fahrzeughallen/für Schulungen DGH genutzt). Ebenso der Bau eines 150-cbm-Löschteiches statt einer Zisterne mindert die Kosten. Wie Tamm auf Nachfrage aus dem HFA sagte, dürfe man aus Eigenleistungen allenfalls eine Einsparung von 20 000 Euro erwarten.

Eine Rolle in der aktuellen Diskussion spiel(t)en auch die jüngst vom TÜV festgestellten Mängel an den Gerätehäusern Lardenbach (Stufe »rot« = »schwere Mängel«/Kosten: 120 000 Euro) und Weickartshain (Stufe: »gelb« = »noch arbeitsfähig«; Kosten: 30 000 Euro). Um alle drei Gebäude »fit« zu machen, bedarf es also eines Aufwandes von 500 000 Euro.

Dem gegenüber stehen die 1,2 Mio. Euro, die Bürgermeister Ide für den Neubau eines Stützpunktes veranschlagt. Selbst bei Abzug aller eventuellen Zuschüsse lande man bei 900 000 Euro. Eine Differenz von 400 000 Euro und Ide ein gewichtiges Argument gegen die zentrale Lösung. Die habe man durchaus geprüft, sich auch vergleichbare Stützpunkte angeschaut, doch sei diese Alternative eben aus Gründen der Einsatztaktik (etwa längere Anfahrt) und wegen befürchteter Motivationsverluste (seltener Einsätze) von allen drei Wehren wie auch dem Feuerwehrbeirat abgelehnt worden. Eine Replik auf die Kritik aus den Reihen von SPD und Grünen, die Prüfung sei nicht »ergebnisoffen« gewesen. Insbesondere Ulrich Ebenhöh (SPD) mahnte, nicht zu kurzfristig zu planen, bezweifelte, dass die 30 000 Euro für Weickartshain auf lange Sicht reichten. Wenn es doch eines teuren Umbaus bedürfte, schmelze Ides Kostenvorteil zusammen. Im Seenbachtal kooperierten heute schon die Jugendwehren, die zentrale Lösung wäre die zukunftsfähigere. Ebenhöh erwartet hier den gleichen Trend wie bei den Sportvereinen, die mangels Spielern auch fusionieren müssen.

SBI: Wehren fühlen sich verschaukelt

Am Tag der Bauausschusssitzung verhindert, nahm Stadtbrandinspektor Theis (FW) nun Stellung, unterstützte die Argumentation Ides. So reklamierte auch er eine unvoreingenommene und auf lange Sicht (15 bis 25 Jahre) angelegte Prüfung. An deren Ende nun mal gestanden habe, dass eine »Vor-Ort-Lösung besser ist als eine Flächenlösung.« Auch der SBI erwartete einen Rückgang an Motivation und mithin Personalstärke. »Bei Hochwasser müssten die Leute länger warten bis sie den Keller ausgepumpt bekommen. Ich möchte ihnen nicht sagen: ›Haben Sie Geduld, sie sind Nr. 24».« Der Druck auf de Feuerwehren sei schon hoch genug. Dass die sich ob des wiederholten Hinhaltens langsam verschaukelt fühlten, fügte er an. »Das hier ist ein guter Kompromiss: tragbar, arbeitsfähig, finanzierbar.« Die Skepsis der SPD, wonach die 30 000 Euro für Weickartshain keine 25 Jahre reichten, teilte er nicht.

Sebastian Finck (FW) meinte mit Blick auf Forderungen nach Interkommunaler Zusammenarbeit, es bedürfe doch stets einer Einzelfallbetrachtung. Einen Stützpunkt besichtigen, das allein reiche nicht.

Bei erwartetem Plenumsbeschluss heute Abend soll die beim Land zur Förderung angemeldete Maßnahme (erwarteter Zuschuss rund 90 000 Euro) zeitnah ausgeschrieben werden, im Frühjahr könnte es dann bereits mit dem Umbau des 40 Jahren Gemäuers losgehen.

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