Grünberg

Grünbergs Bürgermeister ein »Musketier des Armagnac«

18. September 2010, 12:12 Uhr

Vier Tage hielten sie sich in der Gascogne auf, trafen dabei auch die Vertreter der mit Condom verschwisterten spanischen Stadt Toro und verabredeten Initiativen, um die seit 38 Jahren währende Jumelage weiter mit Leben zu erfüllen.

Bis auf fünf wackere Autofahrer waren alle mit dem Flieger angereist. Nach der Aufteilung in die Familien stand am ersten Tag ein Ausflug mit relativ unbekannten Zielen auf dem Programm: Besichtigt wurden Auvillar und das Kloster Moissac. Nächstes Ziel aber war wieder ein Ort, der schon viele Grünberger gesehen hat: das Armagnac-Museum in Condom. Der neue Schwerpunkt, der sich der regionalen Geschichte des Weinbaus bis zurück in römische Zeit annimmt, stand im Fokus.

Am Abend als erster Höhepunkt ein Konzert im Saal Montesquiou. Das Motto war dem 700. »Geburtstag« eines Produktes gewidmet, mit dem sich Condom - und darüber hinaus nur drei andere Regionen - weltweit einen Namen gemacht hat: Armagnac. Veranstalter waren die »Freunde der Musik«, auf der Bühne erfreuten auch die Musikschule und ein Chor die Zuhörer. Klar, dass sich die Lieder vor allem um den Wein drehten.

Der Samstag begann mit dem obligatorischen Marktbummel. Am Nachmittag dann der unblutige, vielmehr lustige Stierkampf »Course Landaise«. Wenig später verfolgten die Grünberger mit vielen hundert Condomern, wie vor der Kathedrale ein Denkmal des russischen Bildhauers Tsereteli enthüllt wurde: Die etwa drei Meter hohen Bronzefiguren zeigen die drei Musketiere und eben d’Artagnan.

Damit nicht genug: Die Vereinigung der »Musketiere des Armagnacs«, die sich seit 52 Jahren der Förderung der Region und vor allem des edlen Brandes verschrieben hat, tagte am Abend. Und unter den 45 neuen Mitgliedern, die fortan nie mehr einen Armagnac ablehnen dürfen, war auch Bürgermeister Ide. Eintrag ins Goldene Buch der Musketiere, das Umhängen einer Schärpe und ein Glas der Spirituose waren äußere Zeichen der Ehre, die unter anderem Menschen zukommt, die sich um die Jumelage verdient gemacht haben. Auf Grünberger Seite waren das bisher der Altbürgermeister Karl Anschütz sowie »Tommy« Zabel und Ulrich Hanisch als weitere Väter der Städtepartnerschaft (alle bereits verstorben), ferner Walter Sekanina, Ulrich Zinn und Altbürgermeister Siegbert Damaschke. Dessen Nachfolger Ide beglückwünschte der aktuelle Vorsitzende Graf Aymeri de Montesquiou (wohl ein Nachfahre des Grafen d’Artagnan, zwischen 1611 und 1615 in Lupiac / Gers als Sohn von Bertrand de Batz-Castelmore und Francoise de Montesquiou geboren). Der Rest der Grünberger Gruppe nahm derweil am »Begegnungsessen« mit den Gastfamilien, dem Comitee de Jumelage sowie Gästen aus Toro teil. Wie Silke Arbeiter-Löffert als hiesige Arbeitskreisvorsitzende resümierte, wurde die Wiederaufnahme des Austauschs der Basketballer vereinbart, ferner gab es erste Absprachen für Begegnungen in 2011. Als Stichworte seien die Jugendbegegnung sowie eine Fahrt zum Country-Festival Mragowo genannt.

Nach einem Tag zur freien Verfügung und dem Empfang bei Bürgermeister Gallardo hieß es am Montag wieder Abschied nehmen - »Au revoir à Grünberg!«

 

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