Fernwald

»Muskalische Zeitreise« beim GV Eintracht Steinbach

17. März 2013, 20:43 Uhr
Der Männerchor der Eintracht Steinbach unter Leitung von Axel Pfeiffer beim Konzert zum 150. Jubiläum. (Foto: bf)

Vorsitzender Jörg Haas begrüßte die Gäste und Ehrengäste, zu denen unter anderem Pfarrer Ewald Steiner, Bürgermeister Stefan Bechthold und Gerhard Merz (MdL) zählten.Haas erinnerte daran, dass die »Eintracht« der älteste Verein im Dorf sei und es stest enge Verbindung zur Kirche gegeben habe. Mit einer »musikalischen Zeitreise« sollte das Konzert zum Jubiläum die vergangenen 150 Jahre auch mit einer Leinwandpräsentation erlebbar machen. Die musikalische Interpretation erfolgte durch den Männerchor unter Leitung von Axel Pfeiffer.

»Der Verein ist 1863 aus Freude am Gesang und zur Pflege der Volkslieder gegründet worden«, berichtete Haas und fuhr fort, dass Auflehnung gegen die Obrigkeit, Aufstreben nach nationaler Einheit und eine vaterländische Stimmung die Charakteristika der Gründungszeit gewesen sind. »Singen und Trinken war eine rein männliche Domäne.« Der aktuelle Männerchor sang daraufhin »Hab oft im Kreise der Lieben«, »Entschuldigung« (beide von Friedrich Silcher) und der »Jäger Abschied« von Felix Mendelssohn-Barholdy.

Im jahr 1913, ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, fierte die Eintracht 50-jähriges Bestehen. Zur Zeit der Inflation in den zwanziger Jahren suchten die Menschen Ablenkung bei Tanz und Gesang. Passend dazu lieferten die neuen Radiogeräte Musik aus aller Welt.Die Jugend traf sich in Spinnstuben und die Wanderjugend wurde gegründet. 1927 gründeten sich die Comedian Harmonists und auch die Steinbacher stimmten den amerikanischen Barbershop-Gesang an. Im Jahre 1937 wurde Steinbach durch die neue Autobahn an die große weite Welt angeschlossen. Ein Foto aus dem Jahre 1945 zeigt die Autobahn bei Steinbach, auf der in der Mitte die deutschen Soldaten in die Gefangenschaft marschieren und rechts und links auf den Fahrbahnen amerikanische Panzer an die Front fahren.

Ein Jahr später sind die Steinbacher über die Autobahn spaziert. Autoverkehr gab es dort keinen. Die Musik war mal locker und leicht, mal marschierend oder ernst. »Immer raus aus dem Haus«, »Spanische Nächte« und das »Minnelied« standen für diese Zeit. Zum 100. Gründungsjubiläum im Jahr 1963 gab es in Steinbach zwei Männergesangvereine, wovon jeder etwa 100 Sänger hatte. »Es war die Blütezeit des Männergesanges«, so Haas.

In den 1950er Jahren fuhren am Tag mehrere tausend Fahrzeuge durch Steinbach. Der VW-Käfer wurde zum Erfolgsschlager und Neubaugebiete entstanden. Durch die veränderten Freizeitgewohnheiten und die damit verbundene Individualisierung ging überall das Vereinsleben zurück. Die Eintracht habe sich bemüht, die Qualität durch die Teilnahme an Wettbewerben zu sichern sowie die Attraktivität mittels Konzertreisen zu erhöhen. Dabei habe der Gesangverein auch immer wieder neue Lieder mitgebracht. Zweimal habe die Eintracht in den letzten 20 Jahren den Hessischen Chorpreis gewonnen. Jetzt gehe es wieder darum, neue Wege zu finden und zu erproben. »Das Morgenrot« und »Oh, du lieber Augustin« sang der Chor als typische Lieder dieser Zeit.

Unter der Leitung von Axel Pfeiffer sangen auch der Frauenchor »Gospel and More«, der Kinderchor »Steinbacher Spatzen« und der Projektchor »Happy Voices«. Ohrwürmer wie »When you believe«, »Hallelujah« und »Ubi caritas« waren dabei. Mit dem gemeinsam gesungenen »An Irish Blessing« verabschiedeten sich die Chöre eindrucksvoll und erhielten vom Publikum einen Riesen-Applaus.

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