Steinbach feiert 875 Jahre

04. September 2016, 19:53 Uhr
Die Kinder der Grundschule und der Kita Froschwiese tanzen und singen.

Fernwald (con). Am Samstag fiel der Startschuss zur finalen Runde der 875-Jahr-Feier in Steinbach. Entlang der unteren Hauptstraße öffneten za hlreiche Höfe ihr Tore und luden von den Ortsvereinen ausgestaltet zum Besuch ein. Im Hof in der Hauptstraße 46 hatten NABU und Hanno Müller gemeinsam einen Informationshof rund um Naturschutz und die Steinbacher Ortsgeschichte eingerichtet. Im übrigen befand sich hier früher auch das Bürgermeisterhaus, woran noch heute ein Schild erinnert: »Altebojemoastersch« ist darauf zu lesen. Im Hofinneren stellte Norbert Schmidt Jagdtiere der etwas anderen Art vor: Die zwei Gerfalken und drei Frettchen, die zur Vogeljagd (Falken) oder zur Kaninchenjagd (Frettchen) eingesetzt werden können, zogen viele interessierte Blicke auf sich. Die Infotafeln luden dazu ein, tief in die Steinbacher Ortsgeschichte einzutauchen.

Sportlich ging es währenddessen auf der anderen Straßenseite zu: Hier bot der TSG Steinbach ein unterhaltsames Sportprogramm, von Geschicklichkeitsspielen bis zu Judo-Vorführungen an. Und nur zwei Höfe weiter wartete die Steinbacher Grundschule darauf, selbst gemachte Marmeladen, Essige und Waffeln zugunsten der Schule zu verkaufen. Alles rund um den Apfel und die Kelterei konnte man am Stand des Obst- und Gartenbauvereins erfahren und die mobile Kelterei des Vereins besichtigen.

Während man also viel Zeit beim Spaziergang über Höfe und Stände verbringen konnte, gab es auf der Festbühne unmittelbar vor dem Kirmesgelände ein buntes Programm, bei dem sich viele der Ortsvereine präsentierten. Bürgermeister Stefan Bechthold begrüßte die zahlreichen Besucher vor der Festbühne und betonte die Bedeutung der Feierlichkeiten: »Vor allem gibt ein solches Jubiläum einmal Anlass, sich auf die Geschichte des Ortes zu besinnen – an die guten wie schlechten Zeiten, die man erlebt hat. Und diese Besinnen bietet Grund zum Feiern: Aus Dankbarkeit, aus Freude und Liebe zum Heimatort.«

Besonders bedankte er sich auch bei der Burschenschaft Einigkeit, die die Bemühungen von Stadt und vereinen unterstützt und das Fest in den Rahmen der Steinbacher Kirmes eingerichtet haben. »Das Jubiläum ist einfach ein Fest von Steinbacher Bürgern für Steinbacher Bürger«, sagte Bechthold. Das habe sich besonders in den Vorbereitungen gezeigt, wo sich nahezu jeder beteiligte – und das verdankt man den zahlreichen engagierten Bürgern, Vereinen und Gruppen, die keine Mühen gescheut hätten, um ein schönes Festprogramm auf die Beine zu stellen.

Nach den Reden von Bürgermeister und Ortsvorsteher Reinhold Friedrich – der den ganzen Tag in historischer Kleidung bestritt – startete auch gleich das Unterhaltungsprogramm, angefangen mit dem »James Bond«-Titelsong, den das Jugendorchester des TSG Steinbach präsentierte.

Danach sangen und tanzten die Steinbacher Viertklässler gemeinsam mit den Kindern der Kindertagesstätte »Froschwiese« zu drei verschiedenen Liedern. Die Kindertrachtengruppe aus Annerod war ebenfalls an der Programmgestaltung beteiligt und zeigte auf der Bühne mehrere traditionelle hessische Tänze.

Ebenfalls historisch ging es bei einer Vorführung der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach zu: Qualm drang aus dem ersten Stock des Hauses von Hilde Walb (»Zielekalls«). Kurz darauf erschien eine Frau im Fenster und rief – natürlich in Mundart – nach Hilfe: »Feuer! Rouf doch emual oaner die Feuerwehr!«. Diese rückte bereits kurz darauf mit dem – von den Feuerwehrleuten selbst gezogenen – historischen Löschfahrzeug aus Albach an.

Doch auch Wasser musste her. Also spannte der Einsatzleiter kurzerhand Umstehende in die Übung ein, die mit Eimern Wasser ins Löschmobil füllen mussten. Dieses wurde dann in Richtung »Feuer« gepumpt. Derweil rettete ein tapferes Feuerwehrmitglied mittels Ausziehleiter die Frau aus dem ersten Stock. Die Frau hatte zuvor ihren Hausrat wie Geschirr und Stühle an Laken befestigt zu Boden gelassen und auch Kater »Mohrle« durch das Fenster in Sicherheit gebracht. Für die Übung gab es reichlich und begeisterten Applaus – lehrreich und obendrein höchst unterhaltsam.

Über den ganzen Nachmittag hinweg besuchten viele hundert Besucher die offenen Höfe und auch die benachbarte Kirmes – darunter auch viele Gäste aus den Nachbarkommunen. Also letztlich doch nicht nur ein Fest für die Steinbacher, sondern für alle Fernwald-Freunde.

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