Buseck

Gestern Richtfest für Biogas-Anlage in Großen-Buseck

15. Dezember 2010, 18:26 Uhr

Buseck/Gießen (age). Angesichts seiner Größe bezeichnete Reinhard Paul von den Stadtwerken Gießen das derzeit im Bau befindliche Projekt am Schützenweg in Großen-Buseck als ein Novum. Auf dem Gelände des Aussiedlerhofes von Dietmar und Sohn Marco Klos entstehe eine Biogas-Anlage, die vornehmlich mit Grassilage und Mais betrieben werde und das Baugebiet »Lichte Eiche«, die Gesamtschule Busecker Tal und das Hallenbad mit Wärme versorgen werde.

Sein Kollege Matthias Funk skizzierte die Chronologie. 2008 habe der Ingenieur Besim Krasnici mit dem Landwirt erste Überlegungen angestellt. Es folgten Gespräche mit der Gemeinde Buseck und den Stadtwerken. 2009 wurde der Bebauungsplan der Gemeinde entsprechend geändert. Nach Vorliegen der Baugenehmigung habe man schließlich im September eine Betreiber-GmbH gegründet, an der die Stadtwerke mit 51 Prozent beteiligt seien, Marco Klos und Besim Krasnici mit jeweils 24,5 Prozent. Mitte März wolle man die Anlage in Betrieb nehmen. Das von der Biogasanlage betriebene Blockheizkraftwerk leiste pro Jahr rund 3700 Megawattstunden in kombinierter Form von Strom und Wärme.

Regierungspräsident Dr. Lars Witteck verwies auf das Ziel, in Mittelhessen bis zum Jahr 2020 33 Prozent des Verbrauchs aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. »Da ist noch viel Luft«, kommentierte er. Die neue Anlage helfe, dieses Ziel zu erreichen. Die konkrete Umsetzung solcher Projekte sei nur mit Beteiligung der Bürger möglich.

Landrätin Anita Schneider lobte den Mut des Landwirts, der seinen Hof komplett umgestellt habe und bezeichnete ihn als Vorreiter auf diesem Gebiet. Bislang blieben lediglich sechs Prozent der Wertschöpfung für Energie in der Region. Mit solchen Anlagen werde diese Rate erheblich steigen.

Angelique Grün als Erste Beigeordnete der Gemeinde Buseck nannte die Biogas-Anlage einen »ersten großen Meilenstein« auf dem Weg Busecks zur »Klimakommune«.

Ingenieur Besim Krasnici betonte, dass man die Bürger mehrfach in das Verfahren eingebunden habe und so Bedenken habe ausräumen können.

900 000 Euro würden in den Bau der Biogas-Anlage investiert, hieß es. 75 000 Euro an Fördermitteln flössen aus Landes- und EU-Mitteln. Die Verlegung der Fernwärmeleitungen schlage mit 220 000 Euro zu Buche. (Foto: Geck)

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