Lehrstunde im Zauberpark

07. August 2017, 19:59 Uhr
Auf Augenhöhe mit »Fräulein Helene«: Neben dem Spielhaus im Gail’schen Park erfahren die Kinder, dass Wäschewaschen anno dazumal harte Arbeit bedeutete. (Foto: ws)

Das war ein faszinierendes Erlebnis: Gemeinsam mit »Fräulein Helene«, dem damaligen Dienstmädchen der Familie Gail (verkörpert durch Annette Lust), wandelten am Wochenende 15 Kinder im »märchenhaften Zauberpark« auf den Spuren des Töchterchens der Familie Gail, »Mimmi«. Der Freundeskreis Gail’scher Park hatte zu diesem Event eingeladen. Begleitet wurde die Gruppe von Meike Ewald. Start war am Spielhaus des Gail’schen Parkes in Rodheim-Bieber, der im Stil eines englischen Gartens angelegt wurde.

Der Gießener Unternehmer Wilhelm Gail realisierte 1896 Villa und Park. Über 100 Jahre erfüllte die Familie Gail den Park mit Leben. Vor der Kulisse gab Dienstmädchen »Fräulein Helene« Einblicke in das Arbeitsleben früher und zeigte auch vor der Kulisse der Wäscheteile, die neben dem Spielhaus auf der Leine aufgereiht waren, wie mit dem Waschbrett gearbeitet wurde. Während eines kurzen Schauers fanden sich alle im Spielhaus – »Mimmis« Lieblingsplatz – ein. Hier sind einige Gemäldeszenen von Märchen wie z. B. »Schneewittchen« zu bewundern.

Vom Spielhaus zur »Liebesinsel«

»Fräulein Helene« erzählte vom Töchterchen der Herrschaften »Mimmi«, das zwei blonde Zöpfe hatte, dem Stallburschen Vincent und Pferdekutscher Anton. Die Kinder lösten auf dem Weg durch den Park an sieben Stationen Rätsel und lernten so den Park und dessen Geschichte auf interessante Weise kennen und erfuhren einige seiner Geheimnisse. Zu erraten waren auch die »geflügelten Bewohner« – die Bienen – des kleinen Fachwerkhäuschens unterhalb des Spielplatzes. Auch nach dem größten Baum, einem Mammutbaum, war gefragt.

An der Station »Eishaus« erfuhren die Kinder, wie es der Köchin damals, als es noch keine Elektrizität gab, möglich war, im Sommer Erdbeereis für »Mimmi« herzustellen. Im Winter wurde das Eis des Teiches direkt im kühlen Eishaus eingelagert. Probiert werden konnte aus einer Schüssel die eigens hergestellte Eisrohmasse. Die Kinder besichtigten das kühle Eishaus. Um über die Brücke auf die Teichinsel zu gelangen, ohne zu erstarren, musste das Zauberwort »Liebesinsel« erraten werden. Vorbei am Uhrenturm ging es zum runden Tisch neben dem »Schweizer Haus«. Dort erfuhren die Kinder, wer schuld daran war, dass die teure Vase im Herrenzimmer herunterfiel. Nach einem kurzweiligen Gang durch den »Zauberpark«, mit vielen – auch lustigen, kindgerechten Informationen – gelangte die Gruppe wieder zum Spielhaus. Dort gab’s für jedes Kind eine Murmel. Wer wollte, konnte einen Stein in den Teich werfen und sich dabei etwas wünschen. Annette Lust gelang es an allen Stationen mit ihren schauspielerischen Künsten und fröhlich-lustigen Erzählungen stets die Kinder zu begeistern. Sie betonte: »Mein persönliches Anliegen ist es, den Park besonders auch den Kindern, zugänglich und interessant zu machen«. Daraus sei dann unter Mitwirkung von Achim Weimer (Tinko-Theater Gießen) diese szenische Kinderführung entstanden.

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