Kreis Gießen

Sanierung des Freibadgebäudes wird 146 000 Euro teurer

Dass bei Bauprojekten die Kosten steigen, ist nichts Neues. Beim Freibadgebäude in Grünberg müssen sich die Verantwortlichen vor allem Fragen zur immens teuren Küche gefallen lassen.
21. April 2017, 12:35 Uhr
Schwimmen wird übrigens ab Mai auch »unter Aufsicht der Bauarbeiter« möglich sein.

Ums Jahr 2013 geschah’s, dass seltene Einigkeit herrschte unter Grünbergs Stadtvätern und -müttern: »Das marode Empfangsgebäude am Freibad, in dessen Obergeschoss auch das Archiv untergebracht war, reißen wir ab und errichten einen Neubau.« 2015 aber winkten dann hohe Zuschüsse aus dem neu aufgelegten, von Bund und Land gespeisten Kommunalen Investitionsprogramm (KIP). Insgesamt 1,47 Mio. Euro sind der Gallusstadt zugesagt, der dickste Batzen kommt aus Berlin; der freilich ist zweckgebunden und nur für energetische Sanierungen zu verwenden.

 

Mal wieder Kostensteigerung

 

Fazit: Der Neubau wäre für die Stadt teurer gekommen, wurde daher fallengelassen. Nach einer ersten Kostenschätzung sollten nun anvisierter Umbau und Sanierung auf 1,68 Mio. Euro kommen, nach Abzug der 550 000 Euro vom Bund und der für den Umbau zu verwendenden 336 000 Euro vom Land sind etwa 50 Prozent von der Stadt zu tragen. Nach Änderungen an der Planung durch die Stadtverordneten im Vorjahr sind die Arbeiten seit Februar in vollem Gange, noch fehlende Gewerke sind zum größten Teil bereits ausgeschrieben. – »Leider Gottes und wie zuletzt fast bei jeder Baumaßnahme«, so Bürgermeister Frank Ide am Mittwochabend nun vorm Bauausschuss, »steigen auch hier Kosten.« In Summe um 146 000 Euro. Die möge das Stadtparlament, so der Magistratsantrag, nachschießen, was der Fachausschuss am Ende einstimmig auch empfahl.

Preissteigerungen in Baubranche

Zur Begründung verwies FW-Politiker Ide auf die Preissteigerungen in der boomenden Baubranche. Aber auch auf – erst im Zuge der Arbeiten festzustellende – Probleme, etwa den notwendigen Austausch des schadhaften Estrichs mit Mehrkosten von in Gänze rund 20 000 Euro.

Architekt Berchtold Büchtel stützte zunächst die Entscheidung pro Sanierung: Allein den Abriss schätzte er auf 250 000 Euro, auch mit Blick auf die Fläche von 600 bis 700 qm bleibe man deutlich unter den Kosten eines Neubaus. Als Gründe des Nachschussbedarfs nannte er unter anderem den Austausch der Deckenplatten (nachträglich PCB festgestellt), die zur Aufrechterhaltung des Badbetriebes benötigten Container oder die neue Kanaltrasse samt Fettabschneider für die neue Küche. Letztere kommt jetzt auf 88 000 Euro. Ein Betrag, auf den sich vor allem die kritischen Nachfragen bezogen.

»Das ist keine Würstchenbude«

»Die Planung wurde um 30 Prozent unterschätzt«, monierte etwa Jürgen Biedenkapp (CDU). Ebenso Fraktionskollege Siegbert Damaschke zeigte sich über die Summe »entsetzt«, gehe es doch um einen Kiosk, der nur drei Monate geöffnet sei. Anders Ide: An guten Tagen seien 2000 Menschen im Bad, die versorgt werden wollten, auch gebe es klare Vorgaben des Gesundheitsamtes. »Das ist keine Würstchenbude. Wenn wir schon etwas Neues machen, sollten es keine halbe Sachen sein.« Die Vergrößerung der Küche um 25 qm fuße im Übrigen auf einem Parlamentsbeschluss. Dass die Mehrkosten hier nur rund zehn Prozent betrügen, er sich wünschte, es wäre immer so wenig, meinte am Ende noch etwas lakonisch Ulrich Ebenhöh (SPD).

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