Kreis Gießen

Asklepios-Klinik plant Geriatrie-Abteilung

Ältere Patienten, die nach einer Operation mobilisiert werden müssen, sollen für die Reha in der Licher Klinik bleiben. Der neue Geschäftsführer Uwe List hat dazu einige Ideen.
19. April 2017, 12:55 Uhr
Er setzt auf Wachstum und will auch 2017 schwarze Zahlen schreiben: Uwe List, der neue Geschäftsführer des Asklepios-Klinik Lich. (Foto: us)

Er stammt aus Halle, zuletzt war Hamburg sein Wirkungskreis, nun ist es Lich. Hessen ist Neuland für Uwe List, und bislang hat er noch nicht viel davon zu sehen bekommen. Der Mittdreißiger ist der neue Geschäftsführer der Asklepios-Klinik Lich. Am 16. Januar hat er die Nachfolge von Jan Voigt angetreten und seine ersten drei Monate waren vor allem eins: arbeitsreich.

Das gilt übrigens nicht nur für List, sondern auch für die rund 480 Beschäftigten der Klinik. Alle Krankenhäuser in der Umgebung seien seit Jahresbeginn stark ausgelastet gewesen, sagt er, und Lich mache da keine Ausnahme. Das führte zu eingeschobenen Betten in den Zimmern und großer Arbeitsbelastung für das Personal. Solche Spitzen will List künftig besser abfedern. Eine Überlaufstation könnte Abhilfe schaffen. Und das heißt: An der Asklepios-Klinik soll weiter gebaut werden.



Neuer Platz für Geriatrie und Überlaufstation

Die neue Radiologie, der neue zentrale OP, der neue Kreißsaal, die Aufstockung und die Renovierung des Bettenhauses sind nur einige der zahlreichen Projekte, die seit der Übernahme des ehemaligen Kreiskrankenhauses durch den Asklepios-Konzern umgesetzt wurden. Laut List soll in diesem Jahr ein Flur im ersten Stock des Bettenhauses umgebaut werden.

Nicht nur die benötigte Überlaufstation könnte dort Platz finden, sondern auch eine Geriatrie. Bislang gibt es das in und um Gießen nur am St.-Josefs-Krankenhaus. Nun strebt auch die Asklepios-Klinik Lich eine Beteiligung am Geriatriekonzept Hessen an. List: »Eine Reha vor Ort finde ich sinnvoll.« Doch bislang müssen ältere Patienten, nachdem sie beispielsweise in der Orthopädie oder der Unfallchirurgie behandelt worden sind, für die Mobilisation oder das Gehtraining in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Dabei könnte die Licher Klinik »aus dem Stand« eine halbe Station mit Patienten aus der Region füllen, sagt der Chef. Das Einverständnis des Landes vorausgesetzt, würde der Aufbau einer geriatrischen Station peu à peu vonstatten gehen, bis die Zahlen für eine eigene Station reichen. »Der Bedarf wird zunehmen, wir nehmen niemanden etwas weg«, begründet List den Antrag für eine eigene Geriatrie.


"Was zählt, ist gute Medizin"

Was die Medizin angeht, zeigt sich der Geschäftsführer selbstbewusst: »Wir sind gut aufgestellt.« Die Endokrine Chirurgie unter Leitung von Dr. Jochen Schabram zum Beispiel sei innerhalb des gesamten Konzerns als Exzellenz-Zentrum ausgezeichnet worden. »Was zählt, ist gute Medizin«, sagt List. »Ein Marketing-Feuerwerk nutzt am Ende nichts.«

Vor fünf Jahren lag bei Asklepios in Lich einiges im Argen. Sinkende Patientenzahlen, eine negative Bilanz und mehrere Geschäftsführer-Wechsel sorgten für Schlagzeilen. Die Krise gehört der Vergangenheit an. Rund 14 000 stationäre Patienten und mehr als 1000 Geburten: Diese Zahlen für 2016 hatte List beim Neujahrsempfang genannt. Dabei soll es nicht bleiben. »Das Ziel ist Wachstum«, sagt der Geschäftsführer, der auch fürs laufende Jahr schwarze Zahlen prognostiziert. Doch wer wachsen und sein Angebot erweitern will, der braucht dafür auch das Personal.


Pilot-Klinik für Demographie-Projekt

Mit aktuell 480 Beschäftigten ist das Krankenhaus der größte Arbeitgeber in Lich. Vom neuen Mann an der Spitze hört man für die Mitarbeiter nur Lob. Leistungsstark seien sie, leistungsbereit und sehr offen. Nachwuchs werde in der eigenen Krankenpflegeschule ausgebildet. Daneben investiere man aber auch in Maßnahmen zur Arbeitserleichterung und versuche, auf Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen. Als Beispiel nennt List flexible Arbeitszeiten für Mütter. »Eine Mitarbeiterin, die vier Stunden kommt, ist mir lieber als eine, die gar nicht kommt.« Um Personalmangel entgegen zu wirken, rücken zudem die Bedürfnisse älterer Beschäftigter in den Fokus. Wie bleiben sie trotz eines anstrengenden Berufs leistungsfähig und fit? In Lich sucht man aktuell Antworten auf solche Fragen. Das Haus ist innerhalb der Asklepios Gruppe als Pilot-Klinik für ein Demographie-Projekt ausgewählt worden.

Info

Zahlen und Fakten

Die Asklepios-Klinik Lich wurde 1968 als Kreiskrankenhaus gegründet. Sie hat 242 Betten, etwa 480 Mitarbeiter und versorgt jährlich ambulant und stationär mehr als 30 000 Patienten. Folgende Fachdisziplinen sind vertreten: Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulen- und Kindertraumatologie, Endokrine Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Anästhesie, Intensivmedizin und Radiologie. Physiotherapie, Sozialdienst und Klinikseelsorge runden das Leistungsspektrum ab.

 

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