Extreme Rechte im Abseits

Allendorf/Lumda (khn). Die Aktivitäten der extrem rechten Szene im Lumdatal sind nach Ansicht des hessischen Verfassungsschutzes eingedämmt worden. Im aktuellen Bericht der Behörde für 2014 heißt es, Grund für den Rückgang sei das »konsequente Vorgehen« der Sicherheitskräfte gewesen.
24. November 2015, 09:43 Uhr

Allendorfs Bürgermeisterin Annette Bergen-Krause bestätigt dies auf Anfrage dieser Zeitung. Sie betont aber, dass die Präventionsarbeit in der Region gegen Fremdenhass und Intoleranz weitergehen müsse.

2012 verstärkte eine kleine Gruppe extremer Rechter ihre Aktivitäten in der Region – vor allem in Allendorf/Lumda. Mitglieder verteilten Flugblätter, störten die Staufenberger Stadtverordnetensitzung und sorgten für Sachbeschädigungen. Andersdenkende mussten Anfeindungen und Belästigungen über sich ergehen lassen. Nach ihrer Auflösung im Juli 2013 betätigten sich die Köpfe der Gruppe zunächst unter dem Deckmantel der NPD-Nachwuchsorganisation, der Jungen Nationaldemokraten (JN), oder traten als deren Unterstützer auf.

Die Entwicklung der extrem rechten Szene im Lumdatal ist laut Verfassungsschutz »beispielhaft für die Schnelllebigkeit der neonazistischen Szene in Hessen«. Hier sei »innerhalb kurzer Zeit ein regionaler Brennpunkt entstanden«. Dieser habe sich in »wechselseitiger Auseinandersetzung mit der linksextremistischen Szene« verdichtet, sei aber von den Sicherheitsbehörden eingedämmt worden. Man werde die Region trotz der entspannteren Lage weiterhin im Auge behalten, teilt der Verfassungsschutz mit.

Agitation im Internet

Wie schätzt die Bürgermeisterin vor Ort die Lage ein? Bergen-Krause sagt, zurzeit seien keine offensichtliche Aktivitäten der extremen Rechten zu erkennen. »Dies hängt aber auch mit den maßgeblich handelnden Personen der Gruppe zusammen, die wohl zurzeit den Fokus mehr auf ihr berufliches Vorankommen legen.« Das bedeute aber nicht, dass generell keine Aktivitäten mehr stattfinden würden. »Auch in der Vergangenheit konnte man beobachten, dass es eine Art Wellenbewegung gewesen ist.« Hintergrund: Bereits um die Jahrtausendwende hatte sich eine rechtsextreme Clique in Allendorf/Lumda zusammengefunden.

Auch wenn es aktuell ruhig ist: Die Arbeit gegen extrem rechtes Gedankengut soll weitergehen. Zum einen sei das Netzwerk für Demokratie kontinuierlich rege, sagt Bergen-Krause. Zum anderen nähmen sich auch Jugendpfleger, Schulen und Schulsozialarbeit im Lumdatal dem Thema an. Vernetzt blieben die regionalen Akteure sowohl mit dem Landkreis, als auch mit dem Beratungsnetzwerk. »Die funktionierenden Strukturen, die wir gemeinsam aufgebaut haben, gilt es zu pflegen und funktionstüchtig zu halten«, sagte die Bürgermeisterin und betonte. »Die Feuerwehr schafft man ja auch nicht ab, nur weil es nicht mehr brennt.« Genau wie der Verfassungsschutz sieht Bergen-Krause, dass die extrem rechte Szene das Thema »Asyl« für ihre Zwecke nutze und Stimmung gegen Flüchtlinge mache – vor allem im Internet.

Die nächste Generation der extremen Rechten Podiumsdiskussion über rechtsradikale Szene 350 Menschen demonstrierten für Toleranz und Demokratie Über 250 Menschen kamen zur Mahnwache nach Allendorf Rechte randalierten bei Allendorfer Bürgermeisterin Runder Tisch gegen Rechts nimmt Formen an »Die rechten Aktionen in Allendorf haben neue Qualität«

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