Streit um Mehrfamilienhäuser

Teilerfolg für Anlieger im Laubacher »Musikerviertel«

Gegen den Bau von viergeschossigen Mehrfamilienhäusern im Laubacher »Musikerviertel« protestieren die Anlieger. Die Investoren haben jetzt der Verkleinerung der Anlage zugestimmt.
04. Dezember 2017, 10:00 Uhr
Mit einer Computeranimation haben die Anlieger dargestellt, wie sich die geplanten Gebäude (lila) von der umliegenden Bebauung abheben. (Animation: Zauberkugel Laubach)

Die geplante »Mehrgenerationen-Wohnanlage Johann-Sebastian-Bach-Straße« mit ihren fünf viergeschossigen Häusern ist auf Widerstand der Anlieger gestoßen (die GAZ berichtete mehrfach). Die Bewohner des Musikerviertels in Laubach können jetzt einen ersten Teilerfolg verbuchen: Die Bebauung auf dem Gelände des alten Singalumnates Laubach soll kleiner als bisher geplant realisiert werden. Dies teilte Bürgermeister Peter Klug am Wochenende in einer Presseerklärung mit.

Die Anlieger des Wohnviertels befüchten bekanntlich, aufgrund der verdichteten Bebauung mit bisher geplanten 47 Wohnungen und acht Gewerbeeinheiten werde der Charakter des Wohngebiets sowie die Optik leiden. Andere Probleme wie eine zu starke Verkehrsbelastung und eventuell zu kleine Abwasserkanäle kämen hinzu.

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»Wir stehen als Stadt nach dem Stadtverordnetenbeschluss mit großer Mehrheit nach wie vor hinter diesem wichtigen Projekt für Laubach«, macht Klug deutlich, zumal die Sanierung der Bauruine seit zehn Jahren zurecht gefordert werde und Laubach dringend neuen Wohnraum benötige. Dennoch verstehe die Verwaltung die Bedenken und Ängste der unmittelbaren Nachbarn. Betont Klug, der derzeit in Verhandlungen mit den Projektentwicklern steht, um möglichst einen Interessensausgleich bzw. Konsens herzustellen: Auf der einen Seite müsse sich die lang ersehnte Beseitigung des alten Singalumnats für die Investoren rechnen, zum anderen müsse die Bebauung vertretbar sein für die Nachbarn und Anlieger.

Ausreichend Stellplätze zugesichert

Diese Belange in Übereinstimmung zu bringen, sei sein Ziel und das der Stadtverordneten, das er in den Gesprächen mit den Projektentwicklern verfolge. So wie die Stadt insgesamt in dem Bebauungsplanverfahren. Erfreulich ist für Klug, »dass sich aktuell abzeichnet, dass die Dimension der geplanten Anlage deutlich reduziert werden könnte.« Auch hätten die Projektentwickler auf seine Initiative hin nochmals deutlich gemacht, dass sie bereit seien, auf dem Areal ausreichend Stellplätze gemäß der derzeit gültigen Stellplatz-Satzung zu schaffen. Selbst dann, wenn diese – wie politisch derzeit aus anderen Gründen geplant – ausgesetzt, verändert oder abgeschafft werde. Er (Klug) habe ihnen mitgeteilt, dass er in dieser Frage eine vertragliche Vereinbarung bzw. Verpflichtung im Rahmen der weiteren Bebauungsplanung und vor endgültigen Beschlüssen erwarte, um Sicherheit für alle Beteiligten in diesen Belangen zu schaffen.

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Was die Bedenken hinsichtlich der Dimension der Abwasserkanäle betrifft, sichert Klug ein hydraulisches Gutachten zu, das definitiv Auskunft über den aktuellen Stand und die Kapazitäten der Entsorgungsanlagen im Musikerviertel gibt. Gleiches gelte für die Verkehrssituation. »Hier werden wir in den nächsten Wochen mit fachkundigen Verkehrsplanern überlegen, wie sich eine entsprechende Bebauung auf Verkehrsströme auswirkt und wie diese im Musikerviertel verträglich geleitet werden können, besonders hinsichtlich der Engstelle am Kindergarten.« Klug verweist dabei auf Vorschläge von Stadtverordneten, eine zweite Zu- bzw. Abfahrt über die Brahmsstraße in die Kurze Hohl zu prüfen. Dadurch könnte es für das gesamte Viertel eine Entlastung geben und vielleicht der eine oder andere neue Bauplatz zur Gegenfinanzierung entstehen.

Einladung für Gespräche soll folgen

Klug kündigte an, er werde die Anlieger in Kürze zum Gespräch über die geplanten Veränderungen des Projekts bzw. der Größe und Kubatur einladen, sobald die durch seine Initiative veränderten Planungen und Berechnungen seitens der Projektentwickler fertig seien. Bei diesem Termin werde man sich auch über die Fragen zu den weiteren Themenfeldern austauschen, »so wie es die das Projekt unterstützenden Fraktionen und ich es in den öffentlichen Gremiensitzungen auch angekündigt haben«.

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