Islamisches Opferfest

Schächten verboten - verstärkte Kontrollen angekündigt

Ab heute wird das islamische Opferfestes gefeiert. Der Landkreis weist deshalb noch mal auf das Verbot des Schächtens hin. Allerdings halten sich die Fälle im Kreis ohnehin in Grenzen.
01. September 2017, 05:00 Uhr
Eines der Rituale beim islamischen Opferfest ist es, ein Schaf oder ein Rind zu opfern (Symbolfoto: dpa)

Anlässlich des traditionellen islamische Opferfestes weist das Kreisveterinäramt auf die Regeln beim Schlachten und auf das Verbot des Schächtens hin. Das Töten der Tiere ohne Betäubung ist in Deutschland nicht erlaubt; im Landkreis Gießen gibt es keinen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung und damit keinen Betrieb, der schächtet.

In Aßlar im Lahn-Dill-Kreis ist dies einem Betrieb schon vor Jahren vom Bundesverwaltungsgericht erlaubt worden. Die Fälle von illegalem Schlachten halten sich im Landkreis jedoch in Grenzen.

Das Opferfest ist das höchste islamische Fest und wird zum Höhepunkt der Hadsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka. Es findet in diesem Jahr ab heute bis zum 4. September statt. Dabei besuchen Muslime ihre Verwandten und gedenken Verstorbenen.


Bußgelder drohen


Eines der Rituale ist es, ein Schaf oder ein Rind zu opfern – wenn es sich die Menschen finanziell leisten können. Das Fleisch dieses Tieres wird dann vor allem an bedürftige Menschen, aber auch an Nachbarn oder Freunde verteilt.

Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock betont, Verstöße gegen das Verbot des Schächtens hätten ein Bußgeld zur Folge. Die Behörde werde darauf achten, dass das Tierschutzrecht in der Zeit des Opferfestes eingehalten werde und verstärkt kontrollieren.


Ein Strafverfahren 2006


Wie der Landkreis auf Nachfrage mitteilt, sei wegen des illegalen Schächtens 2006 ein Strafverfahren eingeleitet worden. 2014 habe es in Verbindung mit nicht angemeldeten Schlachtungen in einem Fall drei Ordnungswidrigkeitsverfahren gegeben, die sich gegen mehrere beteiligte Personen richteten. Bei einigen Kontrollen sei das Schächten und das illegale Schlachten im Vorfeld verhindert worden.

»Wir weisen darauf hin, dass bei den Schlachtungen der Tiere das in Deutschland geltende Recht zu beachten ist«, sagt der Leiter des Fachdienstes Dr. Bruno Scherm. Jedes Schlachttier müsse vom amtlichen Tierarzt oder dem Fleischkontrolleur des Veterinär- und Verbraucherschutzamtes vorher untersucht werden. Nach dem Schlachten werde das Fleisch daraufhin untersucht, ob es gegessen werden kann.

 

Vor dem Schlachten betäuben

 

Weitere Regeln: Die Opfertiere dürfen nicht im Freien geschlachtet werden. Dies geschieht nur in amtlich registrierten oder zugelassenen Schlachtstätten – wovon es im Landkreis Gießen keine gibt. Außerdem müssen die Tiere vor dem Schlachten betäubt werden, um Schmerzen und Leiden während der Tötung zu vermeiden.

Da die Betäubung weder zum Tod des Tieres führt noch das Ausbluten verhindert, werde das Fleisch der auf diese Weise geschlachteten Tiere von vielen islamischen Religionsgemeinschaften akzeptiert, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

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