Bahnhofsumbau

Nach 15 Monaten: Hungener Bahnhof fertig umgebaut

15 Monate hat es gedauert, jetzt ist der Umbau des Hungener Bahnhofs abgeschlossen. Für die Fahrgäste gibt es einige Neuerungen.
12. Oktober 2017, 10:00 Uhr
Großer Bahnhof für den Hungener Bahnhof, der für 4,7 Millionen Euro umfassend modernisiert worden ist. (Fotos: us)

Lautlos gleitet der Aufzug in die Tiefe. Eine Stimme säuselt aus dem Lautsprecher: »Unterführung. Tür öffnet.« Und schon fällt der Blick auf blitzblanke Wände mit hellem Mosaik und bunten Bildern. – Wer den alten Hungener Bahnhof kannte, staunt über den neuen.

Für insgesamt 4,7 Millionen Euro ist er in den vergangenen 15 Monaten zu einem modernen Nahverkehrsknoten umgebaut worden. Wichtigste Neuerungen für Passagiere sind die neuen Aufzüge, die angehobenen Bahnsteige und vor allem die verlängerte Unterführung mit Zugängen zu den Bahnsteigen.

Sie stellt eine direkte Verbindung in die nördliche Kernstadt her, wo unter anderem die Gesamtschule Hungen liegt. Deren Schüler nahmen bislang gerne mal die Abkürzung quer über die Gleise. Künftig können sie sich diesen gefährlichen Weg sparen.

Zukunftsweisender Ausbau

Modernisiert wurde auch der Bahnsteig 1, obwohl dort seit 2003 keine Züge mehr halten. Beobachter werten das als positives Signal für eine Reaktivierung der Horlofftalbahn auf der Teilstrecke Hungen – Wölfersheim. »Gut und zukunftsweisend« sei der Ausbau des Bahnhofs nicht nur für Hungen, sondern für den gesamten Ostkreis, sagt Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Vertreter von Stadt, Kreis, RMV, DB Station & Service und ZOV nehmen den umgebauten Hungener Bahnhof offiziell in Betrieb.
Vertreter von Stadt, Kreis, RMV, DB Station & Service und ZOV nehmen den umgebauten Hungen...

Schon in den vergangenen Jahren war viel Geld ins Bahnhofsviertel geflossen. Wengorsch erinnerte an den Kauf und den Umbau des Bahnhofgebäudes für 2,6 Millionen Euro, die Schaffung einer moderenen Park-, Bike&Ride-Anlage für 750 000 Euro und die Sanierung der beiden Zufahrtsstraßen (Zur Eisenbahn und Raiffeisenstraße) für 550 000 Euro.

 

Hungen und der ganze Ostkreis brauchen eine effiziente Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet, um konkurrenzfähig zu bleiben

Bürgermeister Wengorsch
Der Abriss der alten Güterhalle (60 000 Euro) eröffne zudem Spielraum für die weitere Entwicklung des Quartiers. »Wir haben diese Mittel zielgerichtet investiert, um den Knotenpunkt Hungen zukunftsgerichtet auszubauen und fit zu machen für eine mögliche Reaktivierung der Horlofftalbahn«, sagte Wengorsch. Hungen und der ganze Ostkreis brauchten eine effiziente Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet, um konkurrenzfähig zu bleiben.
 

Menschen leben gerne auf dem Land
 

Landrätin Anita Schneider gratulierte der Hungener Stadtverordnetenversammlung zu ihren guten Entscheidungen. »Allen Unkenrufen zum Trotz lebt die Mehrheit der Menschen gerne auf dem Land. Eine gute ÖPNV-Anbindung aber ist bei der Wahl des Wohnstandortes wichtig.«

Auch RMV-Fachbereichsleiterin Dr. Karin Arndt hob Hungen als »herausragendes Beispiel für das Engagement einer Kommune« hervor.

Die neue Unterführung verbindet den Bahnhof direkt mit der nördlichen Kernstadt und der Gesamtschule Hungen.
Die neue Unterführung verbindet den Bahnhof direkt mit der nördlichen Kernstadt und der Ge...

Die 4,7 Millionen Euro, die in den Umbau des Bahnhofs geflossen sind, haben der Bund, das Land, der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der ZOV, die Bahn und die Stadt Hungen gemeinsam gestemmt. Allein 440 000 Euro entfielen auf die Stadt, die zusätzlich 120 000 Euro als Ablösung für den Unterhalt der Unterführung übernimmt.

Auch Radfahrer profitieren

Als Vorhabensträgerin fungierte die DB Service&Station. Deren Leiterin für den Regionalbereich Mitte, Susanne Kosinsky, zeigte sich mit dem Ergebnis des Umbaus zufrieden. »Reisende können sich hier wohlfühlen.« Von den stufenfreien Zugängen profitierten nicht nur Menschen mit Behinderungen und ältere Leute, sondern auch Radfahrer, Passagiere mit schwerem Gepäck und Familien mit Kinderwagen.

Die Landrätin wies schließlich darauf hin, dass ein moderner Bahnhofs nichts nütze, wenn das Angebot nicht stimme. Aber auch hier sei die Entwicklung positiv. Die Taktung der Züge habe sich durch zusätzliche Verbindungen am Abend und am Wochenende verbessert.

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