Familie Malente ist den 60er Jahren verpflichtet

Lollar (vh). Ein ganzes Jahrzehnt passte am Sonntagabend auf nur eine Schippenbreite. Beim zehnten und vorerst letzten Benefizkonzert der Stadt Lollar für die Jugend der Vereine trat die Familie Malente im voll besetzten Bürgerhaus in Erscheinung. Nach vier Jahren war das ein Wiedersehen mit Peter und Vico Malente.
29. November 2016, 12:00 Uhr
2012 sorgte das Abendprogramm »99 Luftballons« in Lollar für helle Begeisterung. Diesmal lautete der Bühnenklamauk »Musik aus Studio C«. Das war dem Publikum aber ziemlich schnuppe. Hauptsache, die bekennenden Lacher und solche, die es werden wollen, kamen auf ihre Kosten. Der Begriff Familie ist zunächst erklärungsbedürftig, denn tatsächlich sind die beiden Malentes ja nur ein Duo. Familie bedeutet ihnen somit ein Stück künstlerische Freiheit.

Reibungsloser Kostümwechsel

Alleine kommen sie selten. Diesmal waren zwei der »Rosie Singers« mit dabei. Die schrägen Künstler sangen und parodierten meist paarweise, teils auch mit mehreren zusammen. Was im medialen Zeitalter der 60er Jahre, oft auch die wilden Sixties genannt, einst lieb und teuer war, nahmen die zwei plus zwei mehr oder weniger auf die Schippe. Allem voran die damals noch hausbackene Fernsehwerbung.
Weil andauernd gesungen wurde, bleibt eine Frage offen, nämlich ob das nun Playback war oder live. Der stetige Wechsel der Unterhaltungszutaten wie Sketche, Dialog, Spielszene, Tanz und Gesang bedeutete rasches Wechseln der Kostüme und Perücken. Das funktionierte gut und reibungslos hinter der Bühnenkulisse im Retrostil. Die 60er sind im kollektiven Gedächtnis dem Wirtschaftswunder verpflichtet.
Doch die leichte Muse hatte ebenfalls Hochkonjunktur, produzierte Klassiker und Evergreens, die man heute noch bestaunen und bejubeln kann. So den »G-Sketch« von Heinz Erhardt, bei dem ausnahmslos alle Worte mit »G« anfangen (etwa »gerade Gewürzgurken gegessen«). Die Schlager erreichten mühelos Ohrwurmqualität. Hierzu zählten »Er steht im Tor« von Wencke Myhre oder »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett«, gesungen von Bill Ramsey.
Der Übergang vom Lied zur Werbung gelang oft fließend. Beispielsweise erklang zunächst »Mitsou« von Jacqueline Boyer. Ein Liebespaar will sich beim Laternenfest vergnügen und hofft, es möge nicht regnen. Schwuppdiwupp folgte Werbung für »Drei-Wetter-Taft«. Es ging auch in umgekehrter Richtung, wenn Frau Antje aus Holland mit einiger Mühe die Reihenfolge von Käse, Schinken und Ananas für den Toast Hawaii erklärte und sogleich »Tulpen aus Amsterdam« an der Reihe war. Das Publikum spendete reichlich Applaus.

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