Sozialer Wohnungsbau

Endlich grünes Licht für »Grünberg«

Pläne der örtlichen Baugenossenschaft für ein Mehrfamilienhaus in Grünberg können endlich realisiert werden – ohne bürokratische Hemmnisse wäre es schneller gegangen.
13. September 2017, 10:55 Uhr
Kurt-Schumacher-Straße Grünberg: Die örtliche Baugenossenschaft errichtet hier ein Mehrfamilienhaus mit 16 Sozialwohnungen. Jetzt soll es endlich losgehen – 13 Monate lagen zwischen grundsätzlicher Förderzusage des Landes, Antragstellung und Bescheid. (Foto: tb)

Und das nicht nur in den Metropolen, wo freilich der Nachholbedarf um ein Vielfaches höher ist: Auch die Baugenossenschaft Laubach-Grünberg eG verbucht seit drei, vier Jahren eine verstärkte Nachfrage nach Sozialwohnungen. Bereits 2015 beschlossen, Ende 2016 bereits genehmigt, soll es jetzt endlich mit dem Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Kurt-Schumacher-Straße in Grünberg losgehen. Die Verzögerung, in Zeiten steigender Baupreise sicher kein Vorteil, resultiert nicht zuletzt aus der langen Bearbeitungszeit der Zuschussanträge.

Erster Spatenstich im Oktober

Für das auf 2,4 Mio. Euro geschätzte und vom Land mit 1,14 Mio. Euro geförderte Projekt ist im Oktober der erste Spatenstich terminiert, Ende 2018 dürften die 16 Sozialwohnungen bezugsfertig sein.

Wozu auch die Stadt Grünberg ihr »Scherflein« beigetragen haben wird: Vor allem in Form des üblichen Zuschusses von 10 000 Euro je Wohnung. Eigenmittel der Genossenschaft bzw. Darlehen komplettieren den Finanzierungsplan.

Das Ende der »investiven Fahnenstange« ist damit aber noch nicht erreicht: Im Neubaugebiet Schottener Straße in Laubach ist der nächste Sozialwohnungsbau geplant. Das Stadtparlament hat bereits die Überlassung des Grundstücks in Erbbaupacht beschlossen. Vor 2019 aber ist hier laut Bürgermeister Peter Klug nicht mit dem Start zu rechnen. Überdies stehen entsprechende Beschlüsse der Genossen noch aus.

Langes Warten auf Bescheid

Klar, »Grünberg« war natürlich auch Thema bei der Mitgliederversammlung am Dienstag. Der Vorstand, Isolde Hanack, Gerhard Schildwächter und Klaus Semmler, hatte zunächst auf besagte Angebotslücke verwiesen: Einer Studie des Pestel-Instituts zufolge brauche es, unter Berücksichtung des Nachholbedarfs und der Zuwanderung, bis 2020 deutschlandweit rund 400 000 neue Wohnungen – jährlich. Was den sozialen Mietwohnungsbau angeht, seien es immerhin noch rund 80 000.

Dass neben dem Versagen der Politik auch »bürokratische Regelungen und lange Verfahrens- und Dienstwege« den Mangel befördern, das musste laut Vorstand auch die Baugenossenschaft Laubach-Grünberg erfahren: Danach hatte Wiesbaden für die Kurt-Schumacher-Straße im Juni 2016 grundsätzlich eine Förderung aus KIP-Mitteln zugesagt. Im Dezember habe man via Landkreis Gießen den Förderantrag an Land und WI-Bank eingereicht. Doch erst im Juli 2017 sei die schriftliche Vorab-Bestätigung erteilt worden, beantragtes KIP-Darlehen werde gewährt. Die Baugenehmigung lag da bereits acht Monate auf dem Tisch.

Eine Folge: Erst nach dieser langen Wartezeit, so weiter die Genossenschaft, konnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Ob der hohen Auslastung der Bauunternehmen sei von höheren Kosten auszugehen. Und: Vor dem Winter dürfte lediglich das Kellergeschoss realisiert werden,..

Das Kapitel aber ist abgehakt, die Bilanz des Vorstandes fällt insgesamt positiv aus. So verharrte auch 2016 die Wohnungsnachfrage auf hohem Niveau. In Grünberg wurden zehn Einheiten, in Laubach sechs neu vermietet. Erlöseinbußen aufgrund von Leerständen von 8929 Euro resultierten einzig aus notwendigen Sanierungen bei Mieterwechseln.

Insgesamt besitzt die 1936 gegründete Genossenschaft elf Mietobjekte in Laubach und zwölf in Grünberg. Unter deren Dächern finden sich 252 Wohnungen, drei gewerbliche Einheiten und eine Geschäftsstelle. Hinzu kommen 59 Garagen, je 47 Kfz-Stellplätze in Tiefgaragen und unter freiem Himmel. Schließlich: Auch im Vorjahr wurde kräftig, insgesamt 880 000 Euro, in Instandhaltung und Modernisierung investiert.

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