Drohbrief und vermisste Katzen

Niddatal-Bönstadt (sda). In einer Woche verschwinden drei Katzen aus der Kaicher Straße in Bönstadt. Stefanie Herth sucht nach ihnen, geht zur Polizei, druckt Zettel. Einen Monat später hängt eine anonym verfasste Nachricht an ihrem Briefkasten.
28. Dezember 2015, 18:00 Uhr
Kater Jimmy wird vermisst. Am 27. Oktober ist er nicht mehr zum Abendessen nach Hause gekommen. Seine Besitzerin befürchtet, ein Katzenhasser hat es auf ihn abgesehen. (Foto: pv)

Das »Gesucht«-Schild hängt noch am Eingangstor. Doch Stefanie Herth hat wenig Hoffnung, dass Kater Jimmy wieder nach Hause kommt. Ende Oktober ist er verschwunden, erzählt sie. An einen Zufall glaubt sie nicht. Denn in derselben Woche sind auch die zwei Katzen ihrer Nachbarin in der Kaicher Straße in Bönstadt verschwunden. Gut einen Monat später fand Herth einen Zettel an ihrem Briefkasten: Die Katzen seien umgebracht worden, steht darauf.

Schon einmal ist ein Kater von Familie Herth verschwunden, erzählt Stefanie Herth. Im Oktober 2014. Der einjährige Balou sei abends nicht mehr nach Hause gekommen. »Wir haben den ganzen Ort auf den Kopf gestellt. Zettel bei den Nachbarn verteilt. Nichts.« Ein Jahr später, wieder im Oktober, verschwindet der Perser-Mix-Kater Jimmy. »Mittags lag er noch bei mir im Hof«, erzählt Herth. Als sie ihn zum Abendessen gerufen habe, sei er nicht aufgetaucht. »Normalerweise ist er sofort gekommen. Er war ja wie mein Schatten.«

Mehr als ein Monat verging, Herth druckte wieder Zettel, fragte Hundebesitzer, ob es zu einem Zwischenfall gekommen sei, und meldete das Verschwinden bei der Polizei. Doch der Kater und die Nachbarskatzen, eine einjährige, eine dreijährige, blieben spurlos verschwunden.

Dass sie überfahren worden sind, schließt Herth aus, da es in Niddatal eine Vereinbarung gebe: Finden Mitarbeiter des Bauhofs eine tote Katze, geben sie sie bei der Tierärztin ab. Sind die Tiere gechipt, kontaktiert sie die Besitzer.

»Habe einen Funken Hoffnung«

An einem Dezembermorgen hing der Drohbrief am Briefkasten, erzählt Herth. Mit Tesa sei er angeklebt worden, der Text sei handschriftlich verfasst und mit roter Farbe umrahmt gewesen. Der Verfasser schrieb, dass er die Katzen getötet habe: Sollte sich die Familie weitere Katzen holen, werde mit diesen das Gleiche geschehen.

Den Brief gab Herth der Polizei. Wie Pressesprecherin Sylvia Frech sagt, ist er an die Spurensicherung weitergegeben worden – »um möglicherweise Fingerabdrücke oder DNA-Spuren zu finden«. Stefanie Herth glaubt jedoch nicht unbedingt, dass der Verfasser für das Verschwinden der Katzen verantwortlich ist. »Es könnte auch jemand sein, der davon mitbekommen hat und nun sein Spiel treibt.« Und, vermutete sie, »es ist jemand, der uns kennt, aber nicht allzu gut.« Jemand, der wisse, dass die Familie Katzen hat, aber nicht, wie viele.

Einen Kater hat die Familie noch. Auch ein Freigänger. Stefanie Herth lässt ihn weiterhin raus. »Sonst reißt er mir die Tapete ab.« Ein ungutes Gefühl habe sie dennoch.

Einen Verdacht, wer den Katzen etwas angetan haben könnte, hat Herth nicht. Die Bewohner der Straße seien tierlieb; weiter weg sei der Kater ohnehin nie gegangen. »Jeder kannte unseren Jimmy, er saß immer auf der Mauer. « Dass er zu Fremden gegangen ist, scheint unwahrscheinlich; er sei aus dem Tierheim, über seine Vergangenheit sei zwar nichts bekannt, dennoch habe er wohl keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Bis er zu seinen Besitzern Vertrauen gefasst habe, sei einige Zeit vergangen.

»Ich mag mir gar nicht ausmalen, was ihm widerfahren ist«, sagt Stefanie Herth. »Aber ich habe noch immer einen Funken Hoffnung, dass es ihm gut geht.«

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