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Für die Fahrgemeinschaft ist der Zug keine Alternative

Artikel vom 29.01.2010 - 14.33 Uhr

Für die Fahrgemeinschaft ist der Zug keine Alternative

Wenn Ralf Kegel um 4.20 Uhr aufsteht, schwelgt Wolfgang Klein noch in süßen Träumen und kostet jede Minute aus, die er länger im Bett verbringen kann. Während der Frühaufsteher aus Langgöns großen Wert darauf legt, morgens in aller Ruhe seinen Kaffee zu trinken und sich gemütlich auf den Arbeitstag vorzubereiten, geht es bei dem Langschläfer aus Gambach nach dem Aufstehen »ruck zuck«.
Meist zu fünft unterwegs: Die Fahrgemeinschaft (v. l. ) Ralf Kegel, Rainer Hachenburger, Thomas Urban, Wolfgang Klein und Michae
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Eine mittelhessische Fahrgemeinschaft (v. l. ) Ralf Kegel, Rainer Hachenburger, Thomas Urban, Wolfgang Klein und Michael Glag.

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© Riess
So unterschiedlich die zwei auch sind, haben sie doch eine Menge gemeinsam: Beide legen großen Wert auf Pünktlichkeit. Spätestens um 5.40 Uhr treffen sie sich mit Thomas Urban, Rainer Hachenburger und Michael Glag auf dem Park-and-Ride-Parkplatz in Butzbach-Griedel. Von dort geht es weiter zur Arbeit nach Frankfurt - in einem Auto. Die fünf Männer gehören zu einer eingeschworenen Fahrgemeinschaft und pendeln an fünf Tagen in der Woche nach Frankfurt. Sie alle haben dasselbe Ziel, denselben Arbeitgeber: die Deutsche Rentenversicherung in Sachsenhausen.

»Wenn wir morgens losfahren, dann ist die Autobahn 5 in Richtung Frankfurt noch relativ frei. Kritisch wird es in der Hauptstoßzeit zwischen 7 und 9 Uhr, vor allem am Bad Homburger Kreuz«, weiß der Wetzlarer Glag, der aus Naunheim kommend die weiteste Anreise hat. Bevor er sich morgens mit den anderen trifft, holt er in Langgöns noch schnell seinen Kollegen Kegel ab. »Das liegt ja auf dem Weg«. Abwechselnd fahren sie dann weiter zum Treffpunkt nach Griedel.

Ihren Fahrer bestimmen die fünf Männer im Alter zwischen 44 und 56 Jahren jeden Tag neu. Aber eines ist sicher: Jeder ist einmal in der Woche dran. Damit es alles mit rechten Dingen zugeht, wird penibel Statistik geführt. »So kann keiner behaupten, ein anderer sei öfter oder weniger fahren«, betont Kegel. Und darin liegt für alle - neben den geringen Spritkosten natürlich - der gößte Vorteil ihrer Fahrgemeinschaft. »Man muss nicht jeden Tag selbst fahren und kann sich optimal mit der Familie abstimmen, falls die Ehefrau mal das Auto braucht, sagt Urban, der in Butzbach-Nieder-Weisel zu Hause ist. Einen festen Plan, wer an welchem Tag mit Fahren dran ist, gibt es nicht. »Da sind wir ganz flexibel«, sagt Hachenburger. »Absprache ist alles.« Der Verwaltungsfachangestelle aus Griedel findet an der Fahrgemeinschaft zum Beispiel besonders praktisch, dass man »abends auch mal später ins Bett gehen kann, wenn man am nächsten Morgen nicht selber fahren muss«.

Wie lange die fünf schon gemeinsam zur Arbeit fahren, können sie nicht genau sagen. Aber im Laufe der Zeit sind aus den Arbeitskollegen und Mitfahrern Freunde geworden, die auch mal gemeinsam joggen gehen und Geburtstage miteinander feiern. »Das gehört einfach dazu«, sagt Hachenburger, der seinen Kollegen Klein schon seit über 30 Jahren kennt. Und bei solchen Gelegenheiten werde dann auch gerne mal an gemeinsame Erlebnisse während des Pendelns erinnert, wie an eine leichte Kollision mit einer Straßenbahn. »Das ist schon so lange her, aber man kriegt es immer wieder vorgehalten«, sagt Hachenburger mit gespielter Empörung.

Dass die tägliche Fahrt im Auto nach Frankfurt auch mit Risiken verbunden ist, hat die fröhliche Truppe schon oft genug erlebt. »Man sieht einige schwere Verkehrsunfälle oder kommt als Fahrer selbst in brenzlige Situationen. Da denkt man später schon mal darüber nach, dass die Situation auch anders hätte ausgehen können«, sagt Hachenburger etwas nachdenklich. Seine Kollegen nicken zustimmend.



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Artikel vom 29.01.2010 - 14.33 Uhr
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