Droste gewinnt Heimrennen

10. September 2013, 13:58 Uhr
START zum Rennen der Frauen. (Foto: Friedrich)

Und die Zuschauerresonanz war größer als von Organisationsleiter Torsten Günther erwartet.

Je nach Rennklasse unterschiedlich dicht standen über den Tag verteilt Zuschauer vor allem an der Start-/Zielgeraden. Der Renntag war sehr lang, doch bot er dadurch nahezu allen Alters- und Leistungsklassen, und damit auch vielen heimischen Sportlern, eine Startmöglichkeit. Junioren und die Seniorenklasse II waren die Ersten, die ihre Chance auf der noch nassen Strecke in Angriff nahmen. Die heimischen Starter mischten sich gleich zu Beginn in die auf 50 Runden verteilten Punkte- und Prämiensprints ein, und so erreichte Ole Adolphsen von der RVG Rockenberg Platz zwei hinter dem erwartungsgemäßen Juniorensieger Andrej Petrovski vom RSC Reinheim. Platz drei erarbeitete sich Tim Becker von der RSG Gießen und Wieseck, während sich sein ebenfalls offensiv fahrender Vereinskollege Victor Brück nach einem Sturz mit Platz fünf zufriedengeben musste. Solide unterwegs erreichten die Seniorenstarter Axel Goers und Thomas Hanika die Plätze 13 und 14.

Im Rennen der Frauen trafen die Fahrerinnen der Gießen-Wiesecker Bundesligamannschaft RSG Placeworkers auf einen Teil der deutschen Spitze im Frauenradsport. Ihre internationale Erfahrung brachte Daniela Gaß vom VC Gippingen zum Ausdruck: Sie sicherte sich einen nach dem anderen jeden Wertungssprint und gab erst ein wenig nach, als ihr der Sieg kaum noch zu nehmen war. Lina van Zwieten (RSC Sturmvogel Bonn) setzte das Trikot der RSG Placeworkers aber auch einige Male in Sprints in Szene und fuhr Rang fünf ein. Auf den Plätzen zehn und elf kamen Lisa Hopfinger und Julia Deuterlein (RSV Irschenberg) an, 14. wurde Placeworkers-Teamkollegin Anna Bornemann (RSC Sturmvogel Bonn). Stark platziert schob sich Juniorin Pauline Turschner (RSG Gießen und Wieseck) auf Rang acht in das Klassement der Frauen.

Auf Endspurt statt mit Wertungsrunden wurden die Rennen der Nachwuchsklassen U11 und U13 um den Delta-Bike-Sports-Cup ausgefahren. Hier hatte Thorben Jost als jüngster Starter von der RSG Gießen und Wieseck in der U11 das Rad erfolgreich früh vorne. Im »Fette-Reifen-Rennen« sammelten dann Kinder ohne Rennlizenz, größtenteils mit Mountainbikes, auf fünf Runden rund um das Stadttheater ihre erste Rennerfahrung.

Nicht alltäglich

Einen nicht ganz alltäglichen Rennverlauf bot das Rennen der Jugend U17 über 50 Runden (= 40 km). Gleich nach der ersten Sprintwertung setzten sich zwei Fahrer des RV Viktoria Wombach und kehrten nicht mehr, wie meist üblich, wieder in das Hauptfeld zurück. Sie setzten sich ab und begannen eine furiose Flucht, die 20 Runden vor dem Ziel zur Überrundung des Hauptfeldes führte. Nur acht Runden später hatte das Duo seine Gegner zum zweiten Mal überrundet und setzte sich, jetzt als Quartett, mit weiteren Teamkollegen erneut ab. Scheinbar nicht müde werdend sprinteten die vier Wombacher Fahrer dann auch noch gegeneinander und belebten die ersten vier Plätze im Klassement der Jugend. Dem hatten der ebenfalls offensiv fahrende Biebertaler Niklas Jurik (TGV Schotten) auf Platz acht und Moritz Jaworski (RSC Grünberg) als 13. dann, wie der Rest des Feldes, nichts gegenzusetzen.

Den »Preis der Stadt Gießen« im Rennen der Eliteklasse C startete Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und verfolgte mit Sportamtsleiter Tobias Erben ein über 80 Runden (= 64 km) äußerst spannendes Rennen. Mountainbiker Pierre Happel vom AMC Rodheim-Bieber hielt sich hier lange im Geschehen um die Wertungssprints. Auch hier kam es zur Überrundung durch eine zwölf Fahrer große Ausreißergruppe, die sich dann mit dem Hauptfeld vermischte. So entschied die Jury, das Rennen für die rückständigen Fahrer eine Runde früher zu beenden und damit den Fokus erneut auf die zwölf Ausreißer zu richten, die dann ungehindert ihr volles Potenzial auf der langen Geraden zum Ziel vor der Sparkassenfiliale ausschöpfen konnten. Platz sieben war Happels Endergebnis im Tagesklassement.

Ann-Kristin Schneider von der RSG Gießen und Wieseck fuhr zwar ihren männlichen Mitstreitern beim Jedermannrennen hinterher – sie hatte aber auch ohne Gegnerinnen Spaß an ihrem ersten Radrennen. Mit einem Heimsieg wurde es in diesem Rennen jedoch nichts: Sven-Christian Schmitz (RSV Limburg) sicherte sich den Sieg vor dem Frankfurter Florian Zierz (Team Maxim Magdeburg) und Christian Schmidt vom Team Delta-Bike.de.

»Eine tolle Leistung«

Zum finalen Rennen um den »Großen Preis der Sparkasse Gießen« trat auch Sparkasse-Gießen-Vorstand Peter Wolf an die Seite der Oberbürgermeisterin, denn »live ist es immer besser«, so Wolf. Kurz nach seinem Startschuss standen auch schon die ersten Sprints der Höchstliga-Amateure und Radprofis um Wertungspunkte und Prämien an, und es setzte sich in der Folge eine Spitzengruppe ab, wie man sie sich aus mittelhessischer Sicht nicht besser hätte vorstellen können. Mit dem Gießener Radprofi Jan-Niklas Droste vom Team Heizomat hatten sich Freund und Trainingskollege Moritz Schütz von der RV Gießen-Kleinlinden und der U23-Fahrer Joschka Beck von der RVG Rockenberg abgesetzt. Das Trio sprintete gemeinsam um die folgenden Wertungen, und es dauert eine Weile, bis der junge Joschka Beck dann Schwierigkeiten bekam, das hohe Tempo an der Spitze weiter aufrechtzuerhalten. Zehn Runden vor dem Ziel schafften Droste und Schütz dann die Überrundung des Verfolgerfeldes und setzten sich erneut an die Spitze, um nun ihren zuvor mannschaftsdienlich gefahrenen Teamkollegen eine eigene Chance in den noch folgenden Sprints zu geben. Den Sieg von Droste, der bereits einige Punkte Vorsprung hatte, konnte Schütz auf Platz zwei dann aber nicht mehr verhindern. Dritter wurde Drostes Teamkollege Dario Rapps, und auf Platz fünf platzierte sich schließlich der junge Joschka Beck. Weitere Sprintpunkte ergatterten die Kleinlindener Jonas Hartmann als Neunter und Sascha Creutzburg auf Rang 13.

»Es ist schön, dass ich mein Heimrennen gewinnen konnte und nun neun Siege zu Buche stehen habe. In der eigenen Stadt am Start zu stehen, ist eine riesen Motivation – ich stand aber auch unter einigem Druck. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass alles geklappt hat«, bilanzierte Droste, und Schütz sah es ähnlich: »Ich bin froh, dass unsere Taktik halbwegs aufging. Es war wirklich nicht leicht, denn es waren einige Spezialisten für solch ein Rennen am Start.«

»Das war eine tolle Leistung – auf der Strecke und von den Helfern. Wir freuen uns darauf, 2014 mit dem Rennen wieder spannenden Radsport in Gießen zu bieten«, fiel auch die Bilanz des Tages von Torsten Günther und der RSG Gießen und Wieseck positiv aus.

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