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Verbindungen verlassen rechten Dachverband

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Artikel vom 30.05.2010 - 10.00 Uhr

Verbindungen verlassen rechten Dachverband

Gießen (mö). Rund fünf Jahre nach den Enthüllungen rund um die Gießener Studentenverbindung Dresdensia Rugia, die aufgrund ihrer Nähe zur rechtsextremen NPD zweitweise Beobachtungsobjekt des hessischen Verfassungsschutzes war, kommt aus der hiesigen Burschenschaftsszene eine interessante Nachricht. Die Verbindungen Frankonia, Alemannia und Germania haben den Dachverband »Deutsche Burschenschaft« verlassen.
Einzig die im Großen Steinweg beheimatete Dresdensia Rugia ist als Gießener Burschenschaft jetzt noch Mitglied in der »DB«. Der Dachverband gilt seit vielen Jahren als Sammelbecken rechtsnational orientierter Studentenverbindungen.

Den Rückzug aus der »DB« gab die in der Grünberger Straße ansässige Frankonia in einer Presseerklärung aus Anlass ihres 138. Stiftungsfestes bekannt. Gäste dieser Veranstaltung seien auch Vertreter der Alemannia aus der Gutenbergstraße und der Germania aus dem Alten Wetzlarer Weg gewesen.

In der Erklärung der Frankonia heißt es: »Die drei Gießener Traditionsburschenschaften, die früher dem Dachverband ›Deutsche Burschenschaft‹ angehörten, sind mittlerweile alle drei aus diesem Verband ausgetreten, weil sie im Spektrum der burschenschaftlichen Richtungen einen liberalen Standpunkt vertreten, der im Verband keinen Rückhalt mehr hat.« Wie ein Vertreter der Frankonia erläuterte, werde an der »DB« hauptsächlich kritisiert, dass sie sich nicht genügend von rechtsextremistischen Tendenzen in den eigenen Reihen abgrenzt und zudem einen »überholten und rückwärtsgewandten Vaterlandsbegriff« vertrete. Die Frankonia habe sich deshalb dem Verband »Neue Deutsche Burschenschaft« angeschlossen, der jede Form des politischen Extremismus ablehne und sich »klar zur Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennt«. Im vergangenen Jahr hätten die Alemannia, Germania und Frankonia zudem die »Gießener Örtliche Burschenschaft« wiedergegründet, deren Aufgabe es sei, durch gemeinsame Vortragsveranstaltungen und gemeinsame Aktionen die Bildungsarbeit und die Wertevermittlung der einzelnen Burschenschaften zu unterstützen und die burschenschaftlichen Ziele der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Die »Neue Deutsche Burschenschaft« hatte sich 1996 von der »DB« abgespaltet. Seitdem hatte sich der ältere Dachverband nach der Beobachtung von Kennern der Szene immer weiter radikalisiert.

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Artikel vom 30.05.2010 - 10.00 Uhr
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