Gießen (jri). Der große, rote Bagger tastet sich behutsam, aber unnachgiebig voran. Die schwere Arbeitsmaschine reißt alte Fenster aus den drei Stockwerken des ehemaligen Landratsamtes in der Ostanlage heraus, wuchtet alte Schaltschränke und technische Anlagen durch die Luft und lässt das zu entsorgende Material in farbige Container fallen. Für über sechs Millionen Euro wird das ehemalige Gebäude der Kreisverwaltung derzeit entkernt, energetisch saniert und umgebaut, zum Teil sogar abgerissen und neu konstruiert.
Läuft alles nach Plan, dann kann die FH das ehemalige Landratsamt in der Ostanlage (im Bild ein Bagger bei der Arbeit am Mitteltrakt) ab Herbst 2011 als Verwaltungsgebäude nutzen und 2500 Quadratmeter hinzugewinnen. (Foto: Schepp)
Neuer Hausherr im ehemaligen Landratsamt wird dann die Fachhochschule Gießen-Friedberg sein. Im Herbst 2011, so die Planungen, will die FH dort mit ihrer kompletten Verwaltung, darunter das Präsidium und die Abteilungen Personal, Haushalt, Planung und Weiterbildung, einziehen. Damit gewinnt die auf Expansionskurs steuernde FH etwa 2500 Quadratmeter an Nutzfläche hinzu.
Verantwortlich für den Umbau, der aus Mitteln des Konjunkturpakets II (ein Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen für die Hochschulen) finanziert wird, ist das Hessische Baumanagement. »Ziel ist es, unsere Verwaltung an einer Stelle zu konzentrieren«, sagt FH-Vizepräsident Prof. Axel Schumann-Luck.
Das vormalige Landratsamt wurde Anfang der 50er Jahre gebaut, zu Beginn der 60er Jahre erweitert und besteht aus einem Hauptgebäude, einem Mitteltrakt und einem rechtwinklig angebauten Nebentrakt. Um das bisher aufzugsfreie Gebäude barrierefrei zu gestalten, wird der Mitteltrakt abgerissen, neu auf Bohrpfählen errichtet und erhält einen Fahrstuhl. »Im Erdgeschoss sollen eine Lobby sowie Besprechungsräume eingerichtet werden«, sagt Jochen Vetter, Abteilungsleiter für Facility-Management an der FH. Haupt- und Nebentrakt werden komplett entkernt und auf ihren Rohbauzustand zurückgeführt. Alle Fenster werden ausgetauscht, Energieeffizienz und Brandschutz verbessert. Da der Haupttrakt denkmalgeschützt ist, kann seine Fassade nicht energetisch gedämmt werden, sondern erhält nur einen neuen Anstrich. Das Nebengebäude wird komplett gedämmt.
Die etwa 100 Parkplätze neben und hinter dem Objekt, die derzeit noch kostenlos von allen Autofahrern genutzt werden können, sollen erhalten bleiben, werden dann aber zu FH-eigenen Parkplätzen umfunktioniert. Die durch den Umzug der Verwaltung frei werdenden Räume im Fachhochschul-Hauptgebäude in der Wiesenstraße sollen in studentische Arbeitsräume und Seminarräume umgewandelt werden. Wie Schumann-Luck erklärte, wird sich zudem eine Arbeitsgruppe mit dem Thema »Neue Lehre in neuen Räumen« befassen.
Gießen (cw). Im letzen Jahr kamen 15.000 Besucher zur ersten Auflage der Messe »Garten Blumen Frühling« in die gießener Messehallen. In diesem Jahr locken 100 Aussteller auf 5.000 m² zum Besuch bis Sonntag, 14. März.