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Gegen Gentechnik, für »Feldbefreier«

Artikel vom 30.09.2009 - 22.30 Uhr

Gegen Gentechnik, für »Feldbefreier«

Gießen (ti/ddp). Knapp 50 Menschen haben gestern in der Innenstadt gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft demonstriert. Unter dem Motto »Fördermillionen für die Gentechnik, Haft für die Kritiker?« zogen die Aktivisten vom Kirchenplatz durch die Fußgängerzone zum Landgericht, wo ein Prozess gegen zwei Gentechnik-Gegner fortgesetzt wurde.
Gegen die »Seilschaften der Gentechnik-Branche« protestierten rund 50 Demonstrationsteilnehmer gestern in der Innenstadt. 	(Foto
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Gegen die »Seilschaften der Gentechnik-Branche« protestierten rund 50 Demonstrationsteilnehmer gestern in der Innenstadt. (Foto: Schepp)
Vor Gericht stehen - wie berichtet - zwei Aktivisten, die im Juni 2006 ein Versuchsfeld der Justus-Liebig-Universität am Alten Steinbacher Weg mit transgener Gerste zum Teil zerstört haben. Dabei sollen Jörg B. und Patrick N. - 45 und 28 Jahre alt - einen Schaden von 55 000 Euro verursacht haben. Am Amtsgericht waren sie im vergangenen Sommer wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu jeweils sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten sie Berufung eingelegt. In den Augen der selbst ernannten »Feldbefreier« handelte es sich um einen Notstand.

Bis in den späten Abend wurden gestern vor der Achten Kleinen Strafkammer Plädoyers gehalten. Die Verhandlung wurde gegen 21.45 Uhr unterbrochen und wird am 9. Oktober fortgesetzt. Dann soll vermutlich auch ein Urteil gesprochen werden. In den ersten Stunden standen zunächst erneut die am vorangegangenen Prozesstag gestellten Beweis- und Befangenheitsanträge im Mittelpunkt. Alle wurden abgelehnt, ebenso wie ein Antrag auf Aussetzung des Prozesses.

Bei der Demonstration forderten die Teilnehmer den Freispruch der beiden Angeklagten und wiesen in Redebeiträgen auf die Gefahr von gentechnisch veränderten Pflanzen für die Landwirtschaft hin. »Wir sind tief enttäuscht von der Justiz«, sagte eine Bündnissprecherin. Die Gerichte sollten im Namen des Volkes urteilen, tatsächlich würden sie jedoch nur die Interessen der großen Konzerne vertreten, meinte sie.

An dem Protest beteiligte sich auch der Bio-Imker Michael Grolm aus Thüringen, der erst vor einer Woche aus der Haft entlassen worden ist. Grolm war zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden, weil er ein Genmaisfeld in Brandenburg zerstört hatte. Stattdessen wollte er eine zweitägige Haftstrafe antreten und sollte dazu seine Finanzlage offenlegen. Dies lehnte Grolm ab und kam in Erzwingungshaft.

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Artikel vom 30.09.2009 - 22.30 Uhr
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Leserkommentare
(15.10.2009 09:54)
julius
Keine Genveränderten Pflanzen
Mit Vielem, was Jörg B. so von sich gibt, bin ich nicht einverstanden.
Aber seine Meinung über die "Grüne Gentechnik" kann ich 100%ig
unterstützen.
Dieses Dreckszeug sollte europaweit für immer und alle Zeit verboten
werden.
(01.10.2009 18:04)
U.Wierlemann
Gentechnik nicht auf den Acker
Im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland hat der falsche Einsatz von Gentechnik, nämlich bei Lebensmitteln, unweigerlich zur Folge das gegen das Grundrecht auf Freiheit, Selbstbestimmung und Unversehrtheit aller unserer zukünftiger Generationen verstoßen wird. Und das über tausenden von Jahren.
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