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Zukunft des Eritrea-Festivals in Gießen noch unklar

Artikel vom 09.07.2012 - 23.53 Uhr

Zukunft des Eritrea-Festivals in Gießen noch unklar

Gießen (mö). Der Messe Gießen GmbH liegt noch keine Anfrage der Veranstalter des Eritrea-Festivals hinsichtlich einer Wiederholung im Jahr 2014 vor. »Gleichwohl werde die Messe Gießen das Thema hinsichtlich der Debatte im Vorfeld und der Ereignisse am Samstag aufarbeiten, sagte Sprecher Christopher Gunkel am Montag auf Anfrage.

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Wie berichtet, war es am Rande des Festivals zu Handgreiflichkeiten gekommen, die laut Polizei vor allem von einer Gruppe aus der Schweiz ausgingen, die zusammen mit rund 200 anderen Auslands-Eritreern gegen das Festival demonstriert hatte, das nach Informationen der Kritiker von der Jugendorganisation der Staatspartei Eritreas ausgerichtet worden war.

Dass die Aggression von Gegnern der Veranstaltung ausging, bringt die Gießener Stadtverordnetenversammlung in eine missliche Lage. Das Stadtparlament hatte sich in einer Entschließung gegen das Festival ausgesprochen und an Teilnehmer und Kritiker der Veranstaltung appelliert, Meinungsverschiedenheiten friedlich auszutragen. Diesen Appell haben nun ausgerechnet die Festivalgegner missachtet.

Bestandteil der von SPD und Grünen beantragten Resolution war auch ein Appell an die Messe Gießen GmbH, keine Räume mehr fürs Eritrea-Festival zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Anliegen werde sich die Messe befassen, sagte Gunkel. Allerdings stelle sich der Sachverhalt »nicht so einfach« dar. Auch private Vermieter von Veranstaltungsräumen müssten sich an Gesetzen und der Rechtsprechung orientieren und könnten vermeintlich fragwürdigen Interessenten nicht einfach die Anmietung von Räumen verwehren, erläuterte Gunkel. Für die Messe sei der Umgang mit einer derartig großen Veranstaltung, die sich über drei Tage erstrecke, zudem eine wirtschaftliche Frage. Die durch das Eritrea-Festival erzielten Einnahmen seien »ganz ordentlich«, sagte der Messe-Sprecher. Dass hinter dem Festival womöglich ein diktatorisches Regime stehe, beschäftige gleichwohl auch die Messe GmbH.

Das Eritrea-Festival Deutschland findet seit zwei Jahren in Gießen statt. Bereits im vergangenen Jahr war es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung an den Messehallen gekommen. Kritiker des Regimes in Eritrea sehen in dem Festival eine Propaganda-Veranstaltung der Regierung. Dagegen hatte der eritreische Frauenverein Gießen im Vorfeld den unpolitischen Charakter betont. Es handele sich um ein großes Treffen der eritreischen Auslands-Jugend mit kulturellem Schwerpunkt, hieß es.

UN gegen »Diaspora-Steuer«



Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin gibt es in Eritrea weder Oppositionsparteien noch freie Medien. Amnesty International spricht in seinem Jahresbericht 2012 von Misshandlung und Folter an politischen Gefangenen. Laut Amnesty haben die Vereinten Nationen die Regierung Eritreas aufgefordert, die Eintreibung einer »Diaspora-Steuer« unter Auslands-Eritreern zu beenden. Kritiker des Gießener Festivals behaupten, dass die Veranstaltung unter anderem dieser Form der Geldbeschaffung diene.

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Artikel vom 09.07.2012 - 23.53 Uhr
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Leserkommentare
(11.07.2012 01:15)
EriZulu
Die Polizei Berlin u. Gießen
Ihr Überwachung unterlagen vorliegen der öffentlichkeit
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