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Ziel: Gesunde Ernährung und Bewegung in Alltag einbinden

Artikel vom 18.08.2012 - 14.52 Uhr

Ziel: Gesunde Ernährung und Bewegung in Alltag einbinden

Gießen (srs). Einen Ranzen tragen mehr und mehr Schüler nicht nur auf dem Rücken, sondern auch vorne vor sich her. »15 bis 20 Prozent der Kinder in der Schuleingangsuntersuchung sind übergewichtig«, weiß der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Landkreises, Dirk Oßwald, zu berichten.

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Im Kurs »Fitfood« lernen Kinder, gesundes, fettarmes und gleichsam leckeres Essen zuzubereiten. (Foto: DAK)
»Und davon ist jedes zweite, dritte Kind adipös.« Oßwald hat nun die Patenschaft für ein neues Angebot der Gießener DAK übernommen, das unter dem Namen »Safarikids« Kinder und deren Familien zu Spaß an gesunder Ernährung und Bewegung im Alltag anleiten soll. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

Das Ende Oktober in den Räumlichkeiten der Sophie-Scholl-Schule startende Programm richtet sich an Mädchen und Jungen zwischen 8 und 12 Jahren. Es besteht aus zwei Kursen: Während »Turnkids« zu körperlicher Bewegung in der Freizeit motivieren will, lernen Teilnehmer des sich speziell an Übergewichtige richtenden Angebots »Fitfood«, vollwertige, fettarme und gleichsam leckere Mahlzeiten zuzubereiten.

Beide Kurse, jeweils zwölf Wochen während, seien kombinierbar und dadurch »ganzheitlich angelegt«, betonten am Donnerstag in einem Pressegespräch die Leiterinnen, die Ökotrophologinnen Dr. Andrea Häußler und Angelika Kinskofer-Dörr sowie die Diplompädagogin und Bewegungstherapeutin Christa Menz. »Es geht vor allem darum, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung fest in den Tagesablauf zu integrieren«, erläuterten sie.

Das Angebot ziele daher auf Selbstverantwortung. »Nichts ist verboten. Die Kinder kontrollieren sich selbst. Sie führen ein Protokoll darüber, was sie wann wo mit wem essen.« Darüber hinaus setzen sich die Mädchen und Jungen mit ihren Familien Ziele – im Kurs »Turnkids« beispielsweise, einem Sportverein beizutreten oder für den Schulweg nicht mehr das Auto zur nehmen, sondern zu laufen. Gleichzeitig nimmt das Programm die Eltern in die Pflicht. Diese haben ihren Kindern schriftlich in einem schriftlichen Vertrag zu garantieren, sie zu unterstützen.

Im Rahmen des Pressegesprächs begrüßten das Angebot neben dem Ersten Kreisbeigeordneten auch die Vorsitzende des Aufsichtsrats der Lebenshilfe, Maren Müller-Erichsen, sowie der Gesundheitskoordinator des Kreises Iskender Isikci. Einen festen Starttermin gibt es noch nicht. Ziel sei, nach den Herbstferien zu beginnen, hielt Ottmar Hönig, Chef des Gießener DAK-Servicezentrums, fest.

Die Teilnahme am Bewegungskurs »Turnkids« kostet 145 Euro, für das Ernährungsangebot »Fitfood« liegen die Kosten bei 270 Euro. Von den Krankenkassen werde der jeweilige Betrag mit bis zu 80 Prozent bezuschusst, versicherten die Kursleiterinnen. Anmeldungen ab sofort unter Tel. 06 41-49 41 05 80 und 0 64 01-9 02 80.

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Artikel vom 18.08.2012 - 14.52 Uhr
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Leserkommentare
(19.08.2012 16:09)
Leser
Mittelhessen ist Schlusslicht
Wie schlecht Bewegung in Mittelhessen in den Alltag integriert wird, zeigt sich auch, wenn man sich die Hauptverkehrsmittel der Schüler in Hessen anschaut: Gerade mal 33% der Wege legen die Schüler in Mittelhessen zu Fuß oder mit dem Rad zurück - so wenig wie nirgendwo sonst in Hessen. Auf der anderen Seite werden die Schüler in Mittelhessen zu 39% mit dem Auto gefahren - so viel wie sonst nirgendwo in Hessen. Dabei liegt das auch nicht an den Bergen, denn in Westhessen ist es deutlich hügeliger. Es ist vor allem ein kulturelles Problem, welches bei Elternhäusern, Politik, Behörden und Lehrern liegt.
(19.08.2012 14:51)
Dieter
Aktionismus
Das gefühlt tausendste Programm dieser Art in Deutschland. Jedes ist ein wenig anders, jeder Anbieter möchte das Rad neu erfinden. Blöderweise gibt bei einem derartigen Wildwuchs für keine der vielen Lifestyle-Strategien einen Beleg für Effektivität und Nachhaltigkeit. Die Kinder, die es am nötigsten hätten, wird auch dieses Programm nicht erreichen. Mehr als gute PR für die DAK und alle anderen Beteiligten wird daher vermutlich nicht herauskommen. Komischerweise müssen die Kostenträger im Gesundheitswesen nie Rechenschaft ablegen über die Sinnhaftigkeit der von ihnen selbst initiierten Programme. Sie verlangen das immer nur von allen anderen Leistungsanbietern.
(19.08.2012 02:14)
Klinkigt
Übergewicht aus "Kultur"
Das Übergewicht der Kinder hat sozusagen kulturelle Gründe. Hessen ist und bleibt das Land der Dicken.
Wer das nicht glaubt, muss sich hierzu nur mal auf den Straßen umsehen. Es scheint hier zum Lifestyle zu gehören zu fressen wie die Tiere und sich nicht zu bewegen.
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