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Zehntausende bei Gießener Fassenachtszug

Artikel vom 19.02.2012 - 19.20 Uhr

Zehntausende bei Gießener Fassenachtszug

Gießen (srs). Nach Schätzungen der Gießener Fassenachtsvereinigung verfolgten am Sonntag rund 80000 Narren des traditionellen Fassenachtszug durch die Stadt

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»De Zuch kimmt«, zunächst im Sonnenschein. Foto: Schepp
Die Fastnacht toste in Gießens Innenstadt. Mona und Tobi blieben ruhig. Seelenruhig. In stoischer Gelassenheit marschierten die beiden Pferde des Moritzburger Landgestüts Schritt für Schritt durch die brechend volle Ludwigstraße – Schneefall, Hagel und Regen zum Trotz. Im Schlepptau der beiden: das Prinzenpaar Michael III. und Rosa I., der Hofstaat sowie ein 4,5 Tonnen schwerer Wagen. Und um sie herum nach Schätzungen 80 000 feiernde Narren aus Stadt und Land, die am Sonntagnachmittag die Straßen für den Umzug der Gießener Fassenachts-Vereinigung säumten.

92 Wagen beteiligten sich an dem drei Kilometer langen Lindwurm. Zumeist von rollenden Burgen und Schlössern herab winkten die insgesamt 1500 aktiven Fastnachter, riefen »Helau« und warfen Süßigkeiten in die Menge. Zahlreiche Kinder am Straßenrand waren mit Taschen sowie mit Regenschirmen ausgerüstet, um die Kamellen aufzufangen.

Der Zug war um Punkt 13.33 Uhr – noch unter strahlendem Sonnenschein – gestartet. Die Route führte von der Ringallee über die Ludwigstraße unter dem E-Klo hindurch bis zur Walltorstraße, wo der letzte Wagen um 16.45 Uhr ankam. Im Besonderen in der Ludwigstraße sowie auch ab der Bahnhofstraße war bisweilen aufgrund der Menschenmassen kein Durchkommen mehr, sodass der Zug immer wieder zum Stehen kam.

Die Fastnachter aus Großen-Linden ließen keine Musik aus der Konserve spielen, sondern hatten die »Pitjes« mit an Bord. Mit einem eigenen Anhänger beteiligten sich die Footballer des MTV Gießen, die »Golden Dragons«. Ein Bezug zu aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Themen war auf den Wagen nicht zu finden – mit einer Ausnahme: Der KC Niederwalgern ließ vor seinem Gefährt Bundeskanzlerin Merkel und den französischen Präsidenten Sarkozy das Euro-Zeichen wie eine Marionette vor sich her tragen.

Einen Wagen der katholischen Gemeinde St. Bonifatius zierte der Spruch: »Neues gibt’s in großer Zahl in Bonifatius und in Gießen. Unser Pfarrer heißt jetzt Wahl, an der Lahn wird die Laga sprießen.« Auch die Jugend der Gemeinde war mit einem eigenen Anhänger vertreten. Kapellen wie das aus den Niederlanden angereiste Jachthoornkorps unterhielten musikalisch.

Zufrieden äußerte sich am Ende der für die Organisation verantwortliche Zugmarschall der GFV, Carsten Größer. Die Gießener Fassenachter selbst war mit zehn Wagen vertreten. Die Elfen der Vereinigung vermeldeten über 2000 verkaufte Zugabzeichen.

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Artikel vom 19.02.2012 - 19.20 Uhr
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Leserkommentare
(21.02.2012 13:36)
Louisa
@ HT-Info
Im letzten Jahr waren, glaube ich, 100.000 Besucher beim Umzug. Ihre Zahl von 8000-10.000 ist stark untertrieben, wenn man bedenkt, dass die Straßen vom Anfang bis zum Ende des Zuges extrem voll sind. Selbst in kleinern Städten wie Bad Homburg kommen bis zu 50.000. Sie sollten vlt mal eine ausverkaufte Osthalle mit 4000 Zuschauern besuchen, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen...
(21.02.2012 00:33)
HT-Info
80 k? Wohl eine null zuviel?
Liebe Gießener Allgemeine, lieber Fastnachtsverein,
ich hab ja nichts dagegen wenn ihr die Zahlen für euren Umzug ein bisschen aufhübscht, aber vielleicht sollte man nicht gerade eine Zahl wählen die über der Einwohnerzahl der betroffenen Stadt liegt.
80.000 ? Ich bitte euch, das ist Quatsch, das wären ja 10 Mal so viel wie bei der letzten Nazidemo erschienen sind. Inklusive NPD-Demonstranten und Polizei versteht sich. 8000, ok, 10.000, ok, 80.000? Blödsinn.
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