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Wohnbau gibt Ex-OB Haumann Arbeitsvertrag

Artikel vom 08.02.2010 - 23.00 Uhr

Wohnbau gibt Ex-OB Haumann Arbeitsvertrag

Gießen (mö). »Ich weiß noch nicht, wo und wie ich Sie weiterbegleiten werde, aber wir werden uns wiedersehen.« Mit diesen Worten hatte sich Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann Ende November von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Die Rückkehr in die kommunale Gießener Familie ist dem CDU-Politiker überraschend schnell gelungen. Haumann, der am Montag seinen 51-jährigen Geburtstag feierte, hat einen befristeten Vertrag der stadteigenen Wohnbau GmbH erhalten. Dies bestätigte Geschäftsführer Volker Behnecke auf AZ-Anfrage.
»Das ist kein Beratervertrag, sondern ein Dienstvertrag für ein paar Monate«, erklärte Behnecke. Nach seinen Worten soll sich Haumann, der bis Dezember vergangenen Jahres auch Vorsitzender des Wohnbau-Aufsichtsrats war, um Förderanträge kümmern, die »momentan in Wiesbaden unterwegs sind«. Dabei gehe es um Projekte im Rahmen der Umnutzung der US-Wohnsiedlungen, an denen Haumann während seiner Amtszeit gearbeitet habe und mit denen er vertraut sei. Der Vertrag sei auf sechs Monate befristet, fügte Behnecke hinzu.

Kritisiert wird die Verpflichtung Haumanns von dessen Nachfolgerin im OB-Amt. »Ich habe diesen Vertrag gegenüber dem Geschäftsführer ausdrücklich missbilligt«, sagte Dietlind Grabe-Bolz (SPD) gegenüber der AZ. Sie sprach von »alten Seilschaften« und einem Vorgang, der die allgemeine Verdrossenheit über die Politik befördern werde. Nach Darstellung von Grabe-Bolz, die mittlerweile Vorsitzende des Wohnbau-Aufsichtsrats ist, habe das Kontrollgremium der Verpflichtung Haumanns nicht zustimmen müssen. Die Geschäftsführung könne solche Verträge in alleiniger Verantwortung abschließen.

In Fraktionskreisen ist von einem »Dankeschön« des scheidenden Wohnbau-Chefs an den Ex-OB die Rede. Behnecke sei Haumann dankbar dafür, dass er der Wohnbau vor allem im Zusammenhang mit dem Erwerb der früheren US-Siedlungen den Rücken in der CDU freigehalten habe. In der Gießener Union war die Hauptrolle, die die stadteigene Gesellschaft bei der Umnutzung der Militärliegenschaften spielt, stets umstritten. Außerdem hatte sich Haumann in der Vergangenheit wiederholt vor die Wohnbau-Tochter Wohnbau Service GmbH gestellt und öffentlich geäußerte Kritik des damaligen CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Peter Möller ebenso öffentlich zurückgewiesen.

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