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Windhose hinterlässt Schlachtfeld in Innenstadt

Artikel vom 12.08.2008 - 22.09 Uhr

Windhose hinterlässt Schlachtfeld in Innenstadt

Gießen (ti). Dienstagabend, 17.30 Uhr, in Gießen herrscht Feierabendstimmung. Eine Viertelstunde später ist nichts mehr wie es war, die Innenstadt gleicht einem Schlachtfeld.
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In der Goethestraße wurde ein Taxi unter den Zweigen eines umgestürzten Baumes begraben.
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Von Wetzlar her war gegen 17.45 Uhr eine Windhose Richtung Osten gezogen und hinterließ innerhalb kürzester Zeit ein Bild der Verwüstung: Starke Bäume knickten um wie Grashalme, Ziegeln wehte es massenweise von den Dächern. Auf vielen Straßen gab es kein Durchkommen mehr, von der Südanlage bis zum Philosophenwald herrschte der Ausnahmezustand. Polizei, Feuerwehr, Straßenmeisterei und Stadtwerke waren mit allen verfügbaren Einsatzkräften vor Ort. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Die erste Schadensmeldung ging bei der Polizei um 17.45 Uhr ein, Bäume waren am Lahndreieck im Gießener Westen umgefallen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Besonders schwer erwischte es das Gebiet rund um die Ludwigstraße, aber auch in der Umgebung der Eichgärtenallee hinterließ der Sturm erhebliche Spuren. Im Bereich Ursulum hörte der Sturm schlagartig auf.

Taxifahrer Peter Engelhardt war in der Lonystraße Richtung Bleichstraße unterwegs, als das Unwetter ausbrach. »Als ich die Äste rumfliegen sah, bog ich in die Goethestraße ein, um zwischen den Häusern Schutz zu suchen«, erzählt er. Doch seinen Wagen vor dem Haus Nummer 36 abzustellen, war ein Fehler. Der riesige Kastanienbaum im Garten des Anwesens zerbarst, und die Krone begrub den Mercedes unter sich.

In der Ludwigstraße ging gestern nichts mehr: Ein von der Windhose gefällter Baum versperrte komplett die Straße.	(Fotos: Schepp
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In der Ludwigstraße ging gestern nichts mehr: Ein von der Windhose gefällter Baum versperrte komplett die Straße. (Fotos: Schepp)
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Herbert Fritz, der in der Bismarckstraße wohnt, schaute gerade Olympia, als es »innerhalb kürzester Zeit« zuzog und sich die Windhose ihren Weg bahnte. »Äste wirbelten vorbei, und beim «Café de Paris» flogen Tische und Stühle durch die Luft«, sagt der Gießener. »Innerhalb einer Minute war alles vorbei.« Das bestätigt auch Joachim Marzinek, der in der Fröbelstraße wohnt und das Unwetter im Tannenweg erlebte. »Um viertel vor sechs zog ein starker Regen auf, 30 Sekunden später fegte ein Tornado durch die Straßen. Bäume wurden wie Streichhölzer umgeknickt, Fahrräder flogen durch die Luft. Und dann war alles vorbei. Ich habe schon viel gesehen, aber so etwas noch nicht.«

Peter Schöneich stand mit seinem Wagen gerade an einer Ampel in der Ludwigstraße, als es passierte. »Wenn man aus dem Auto geschaut hat, dann sah es links über den Häusern ziemlich dunkel aus. Auf einmal ist 20 bis 30 Meter vor mir ein dickerer Ast aus einem Baum gebrochen. Dann ging alles ganz schnell. Es begann sehr stark zu regnen, der Wind wurde immer stärker, immer mehr Äste brachen ab und flogen zusammen mit leeren Abfalltonnen und anderen Gegenständen durch die Luft. Einem Müllbehälter konnte ich mit dem Auto gerade noch ausweichen. Nach circa fünf Minuten war alles vorbei.«

In der Wilhelmstraße durchschlug ein Ast die Windschutzscheibe eines geparkten Autos, in der Goethestraße wurde ein Taxi unter d
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In der Wilhelmstraße durchschlug ein Ast die Windschutzscheibe eines geparkten Autos. Weitere Fotos
Das Ausmaß der Schäden versuchte die Polizei gestern Abend mit Hilfe eines Hubschraubers zu ermitteln. 80 Meldungen waren bis 21 Uhr aufgelaufen. Eine davon betraf die Beamten selbst. Auf dem Gelände der Polizeistation Nord in der Ludwigstraße hatte der Sturm einen Nadelbaum entwurzelt, der auf drei Streifenwagen schlug. 100 Meter vor dem Otto-Eger-Heim blockierte ebenfalls ein riesiger Baum die Straße. Kein Durchkommen mehr war auch an der Kreuzung Curtmannstraße/Professorenweg, dort lag eine haushohe Tanne. In der Bleichstraße waren Steinbrocken von Hausfassaden auf die Straße gefallen. An der Ecke Eichgärtenallee/Ringallee hatte ein Baum eine Stromleitung beschädigt, Polizei und Feuerwehr sicherten die Straße ebenso wie an vielen anderen Orten, beispielsweise an der Ecke Ludwigstraße/Bismarckstraße oder in der Gnauthstraße.

Getroffen hat es auch die Rathaus-Baustelle. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach wurde in Mitleidenschaft gezogen und Scheiben wurden beschädigt.

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Artikel vom 12.08.2008 - 22.09 Uhr
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