Weihnachtsmarkt: Lebenshilfe-Stand zieht 2010 an Kreuzplatz um
Gießen (si). Die Stadtmarketing GmbH hat der Lebenshilfe angeboten, dass die ihren Weihnachtsmarktstand kurzfristig aus der Plockstraße an den Kreuzplatz verlegen kann. Weil der Umzug mit sehr hohem Aufwand verbunden ist, will sie jedoch in dieser Saison am jetzigen Standort bleiben.
Im kommenden Jahr wird man die Hilfseinrichtung aber - wie in den vergangenen Jahren - am Kugelbrunnen antreffen. Ein entsprechendes Angebot hat ihr die Stadtmarketing GmbH schon jetzt unterbreitet. Das ist das Ergebnis etlicher Gespräche, die der am vergangenen Freitag erschienene AZ-Bericht über die schlechte Platzierung des Lebenshilfestandes ausgelöst hat.
Noch am gleichen Tag hatten Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann und der stellvertretende Leiter der Stadtmarketing GmbH, Herbert Martin, den Stand besucht und bekräftigt, dass eine Lösung gefunden werden solle. Auch viele Besucher kamen und versicherten der Lebenshilfe ihre Unterstützung. Der Umsatz, der im Vergleich zum Vorjahr um etwa zwei Drittel eingebrochen war, sei »so hoch wie selten«, berichteten Eltern am Samstag. Verkauft werden dort in den Behindertenwerkstätten hergestelltes Holzspielzeug und andere Produkte, die zur Weihnachtszeit passen, wie Strickwaren und künstlerisch gestaltete Karten.
Beim »Nachmessen« des Lebenshilfestandes und der freien Flächen am Kreuzplatz habe sich gezeigt, dass ein Umzug wider Erwarten doch möglich sei, sagte Martin der Allgemeinen Zeitung. Das sei bei der Erstellung der Pläne, die noch während der Bauarbeiten im Seltersweg angefertigt worden seien, noch nicht absehbar gewesen. Die Lebenshilfe verzichtete dennoch auf das Angebot, das die Aufsichtsratsvorsitzende Maren Müller-Erichsen gestern »sehr erfreulich« nannte. Der Stand werde ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern betrieben. Für Ab- und neuerlichen Aufbau wäre ein ganzer Tag Arbeit notwendig gewesen. »Deshalb haben wir uns dagegen entschieden«. Ausdrücklich dankte Müller-Erichsen auch der Gemeinde Langgöns, die der Lebenshilfe nach dem AZ-Bericht einen Platz auf ihrem Weihnachtsmarkt angeboten hatte. Der wurde dann tatsächlich für Sonntag flugs aufgebaut und mit Waren aus dem Lager bestückt, die sich »prächtig« verkauften.
Dass die Lebenshilfe auf dem Gießener Weihnachtsmarkt jetzt so ungünstig dasteht, war übrigens zunächst gar nicht abzusehen - das räumte auch Müller-Erichsen ein. Eigentlich hätten dort nämlich ein weiterer Stand sowie ein Kinderkarussell aufgebaut werden sollen. Doch die beiden Betreiber hätten sehr kurzfristig abgesagt, erklärte Martin für die Stadtmarketing GmbH.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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