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WM-Lärm lässt die meisten Bürger kalt

Artikel vom 05.07.2010 - 22.00 Uhr

WM-Lärm lässt die meisten Bürger kalt

Gießen (si). Laut wie selten ist es derzeit in der Innenstadt. Nach den WM-Siegen der deutschen Mannschaft sowieso. Aber die Vuvuzelas dröhnen inzwischen auch ohne Fußball; sogar an den spielfreien Tagen wie am Sonntagnachmittag. Da zog ein Trupp junger Fans fröhlich dröhnend durch die Ludwigstraße. Das gefällt nicht jedem. Aber die allermeisten nehmen es offenbar gelassen.
Die Polizei jedenfalls erhält in diesen Tagen nicht mehr Beschwerden wegen Ruhestörung als sonst um diese Jahreszeit - und auch kaum mehr als vor der Weltmeistermeisterschaft.

So verzeichnete die Polizei in Gießen seit dem WM-Eröffnungsspiel rund 120 Anrufe, bei denen es um Ruhestörung ging. Im Monat davor waren es allerdings, ganz ohne Fußball, auch schon 100. »Wenn die Grillsaison beginnt und draußen mehr gefeiert wird, gibt es automatisch mehr Beschwerden«, sagt Polizeipressesprecher Willi Schwarz. Auch die Stadt Gießen hat nicht mehr Proteste als sonst registriert, zumindest im Zusammenhang mit der Fußball-WM. Auffallend viele Klagen gab es am vorletzten Wochenende, jedoch in einem ganz anderen Zusammenhang: als einige hundert Studenten bei ihrer »Nachttanzdemo« bis gegen Mitternacht bei lautstarker Musik durch die Innenstadt zogen.

Polizei und Ordnungsamt fällt es derzeit allerdings besonders leicht, nachsichtig zu sein. Grund ist die »Verordnung über den Lärmschutz aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft 2010«, die das hessische Umweltministerium für das Bundesland in Kraft gesetzt hat. Mit ihr wurde kurzerhand festgelegt, dass bei den Lärmgrenzwerten die Nacht später beginnt als sonst, nämlich erst um 1 Uhr statt um 0 Uhr. Damit kann nun - zumindest »außerhalb von Kurgebieten, Krankenhäusern und Pflegestätten« - ganz offiziell länger und lauter gefeiert werden, nämlich mit Dezibelstärken, die normaleweise tagsüber zulässig sind. Diese Verordnung läuft am 31. Juli automatisch aus.

Die Polizei erinnert noch einmal daran, dass die Feiernden Rücksicht nehmen sollten; untereinander und auch auf Menschen, die ihre Nachtruhe brauchen. Wer sich einem Autokorso anschließe, solle besonders vorsichtig sein. Im Übrigen gelte bei der Fußballweltmeisterschaft die Straßenverkehrsordnung weiter. Autofahrer dürften also nicht rasen oder betrunken am Steuer sitzen, auch die Gurtpflicht sei nicht aufgehoben. Die eingesetzten Beamten würden das Treiben genau beobachten. Ein Überschreiten von Toleranzgrenzen werde die Polizei »bei aller Großzügigkeit« auch in den letzten WM-Tagen nicht zulassen.

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Artikel vom 05.07.2010 - 22.00 Uhr
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