Vitos Klinik informierte über psychische Krankheiten
Gießen (fd). Menschen mit psychischen Krankheiten, das sind die Anderen. Man steckt sie in Kliniken, aus denen sie nie wieder heraus kommen, und pumpt sie mit Medikamenten voll, damit sie keine Probleme mehr machen. Wohl keine medizinische Fachdisziplin hat so sehr mit Vorurteilen zu kämpfen wie die Psychiatrie.
Die Besucher konnten sich über die vielfältigen Angebot der Klinik - hier die Ergotherapie - informieren. (Foto: fd)
Daher nutzten die Leiter der Vitos Klinik in der Licher Straße nun ihren Tag der offenen Tür, um mit einigen der größten Mythen rund um die alltägliche Arbeit hinter der Pforte an der Licher Straße aufzuräumen. Die Besucher erfuhren auch von baulichen Veränderungen an der Klinik, die Mitte des kommenden Jahr beginnen sollen.
Schnelle Autos verbrauchen meist viel Benzin. Ein entsprechender Blick auf den Verbrauch hilft auch zur besseren Einschätzung der enormen Leistung und unvorstellbaren Komplexität des menschlichen Gehirns: Bei gerade einmal zwei Prozent der Körpermasse verbraucht es fast 30 Prozent der Energie. »Ein solches Organ kann leicht gestört werden«, erklärte Dr. Matthias Müller, Ärztlicher Direktor an der Vitos Klinik, im Rahmen seines Vortrags. Und obwohl er und seine Kollegen entsprechende psychische Krankheiten häufig heilen oder zumindest deren Symptome lindern können, ranken sich die Mythen.
So zum Beispiel das weitverbreitete Vorurteil, dass psychische Krankheiten reine Einzelschicksale der anderen seien. »Prinzipiell kann es aber jeden treffen«, erklärte Müller. So leiden zwischen 30 und 50 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben an einer entsprechenden Störung. Jede achte Frau musste sich schon wegen Depressionen behandeln lassen. Einige Statistiken besagen sogar, dass Schizophrenie in ähnlicher Häufigkeit auftritt wie Diabetes mellitus. Allein die Vitos Klinik hat pro Jahr 2700 stationäre und teilstationäre sowie 6000 ambulante Behandlungsfälle.
Die durchschnittliche Behandlungszeit beträgt dabei - entgegen aller Vorurteile - nur drei bis vier Wochen. »Es ist also keineswegs so, dass die meisten Menschen nie wieder raus kommen«, so Müller. Auch sind fast 90 Prozent der Patienten freiwillig in Behandlung: Von »Wegschließen« könne demnach keine Rede sein. »Unsere größte Sorge ist nicht die Fremdgefährdung, sondern das Suizidrisiko. Das gilt es durch richtige Behandlung zu minimieren.«
Die weitverbreiteten Vorurteile rühren wahrscheinlich aus düsteren Praktiken, vermutet Müller, die von Laien fälschlicherweise mit der heutigen medizinischen Fachdisziplin in direkte Verbindung gebracht werden. So wurden etwa auch an der Licher Straße unter den Nationalsozialisten im Rahmen der »Eugenik- und Euthanasieprogramme« Gutachten zu Zwangssterilisationen erstellt. Jüdische Patienten wurden hier »gesammelt« und anschließend in der Gasmordanstalt Brandenburg getötet.
Ich habe mich beim Lesen dieses Artikels über den Abschnitt geärgert, in dem es heisst, dass die weit verbreiteten Vorurteile gegenüber der Psychiatrie wahrscheinlich aus düsteren Praktiken rühren, die von Laien fälschlicherweise mit der heutigen medizinischen Fachdisziplin in direkte Verbindung gebracht würden. Ich möchte darauf hinweisen, dass sowohl das Wort "medizinische" als auch das Wort "Fachdisziplin" per Definition einen wissenschaftlichen Aspekt beinhalten. Von "Wissenschaft" bzw. "wissenschaftlichem" Gebiet kann jedoch bei der Psychiatrie kaum die Rede sein, bedenke man, dass Störungen durch eine Abstimmung der Mitglieder der American Psychiatric Association zu offiziellen Krankheiten werden. Das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM) listet alle diese Störungen auf. Diese Störungen entbehren somit jeglicher wissenschaftlicher Tests, sondern gelangen aufgrund einer Übereinstimmung von Meinungen von Psychiatern in das DSM. Dieses Buch wird dann als Hilfsmittel zur Diagnose von Psychologen und Psychiatern verwendet. Fragt sich also, wer hier die Laien sind?!
Ich möchte darauf hinweisen, dass sowohl das Wort "medizinische" als auch das Wort "Fachdisziplin" per Definition einen wissenschaftlichen Aspekt beinhalten. Von "Wissenschaft" bzw. "wissenschaftlichem" Gebiet kann jedoch bei der Psychiatrie kaum die Rede sein, bedenke man, dass Störungen durch eine Abstimmung der Mitglieder der American Psychiatric Association zu offiziellen Krankheiten werden. Das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM) listet alle diese Störungen auf. Diese Störungen entbehren somit jeglicher wissenschaftlicher Tests, sondern gelangen aufgrund einer Übereinstimmung von Meinungen von Psychiatern in das DSM. Dieses Buch wird dann als Hilfsmittel zur Diagnose von Psychologen und Psychiatern verwendet.
Fragt sich also, wer hier die Laien sind?!