»Ich stand am Freitag auf der Leiter und wollte das Carport von den Schneemassen befreien«, erzählt Burkhard Wölfel aus dem Lahn-Dill-Kreis und fügt mit Blick aus dem Fenster hinzu. »Wir in Eschenburg haben nämlich richtig viel Schnee.« Dass es glatt sein könnte, daran habe er gar nicht gedacht. Kaum war er oben auf der Leiter angelangt, rutschte diese nach hinten, Burkhard Wölfel stürzte und landete auf seinem rechten Ellenbogen. Am selben Tag war er in der Notaufnahme der heimischen Klinik. Dort riet man ihm, am nächsten Werktag einen Facharzt aufzusuchen. Übers Wochenende wurde er so gut von seiner Frau gepflegt, dass er fand: »Es ging mir wieder ziemlich gut, und den Arm konnte ich auch wieder bewegen.« Auf Drängen seiner Frau ging er doch zum Arzt, der die Sache nicht ganz so lässig sah. »Ich sollte sofort zum MRT ins Evangelische Krankenhaus nach Gießen«, erzählt der 43-Jährige. Sein Facharzt verwies ihn dann an die Notfallchirurgie des Uniklinikums. »Ein Band im Ellenbogen ist wohl gerissen«, hat Wölfel erfahren und dankt seiner Frau dafür, dass sie ein bisschen hartnäckiger war als er.
Neben den Schmerzen sind es die stundenlangen Wartezeiten, die den Patienten zu schaffen machen. »Man braucht hier Geduld und viel Humor, ohne Humor geht gar nichts«, meint der 66-jährige Gießener mit dem lädierten Knie. Sein 23-jähriger Sitznachbar, der wegen eines Mittelhandknochenbruchs in der Unfallchirurgie ausharrt, bemängelt dagegen den offensichtlichen Personalnotstand im Klinikum. Und eine Frau, die ihren zur Zeit gehbehinderten Mann in die Unfallchirurgie begleitet, ergänzt empört: »Für die vielen Gestürzten und Gehbehinderten sind gar nicht genug Rollstühle da.« Eigentlich sollte das Klinikum diese in ausreichender Menge bereithalten. Auch kritisiert sie, dass die Wege vom Parkplatz bis zum Klinikumseingang nicht genügend vom Eis befreit seien. »Das ist gerade für diejenigen Leute gefährlich, die schon gestürzt sind«, sagt sie.
Horst Langsdorf aus Langgöns erträgt die stundenlangen Wartezeiten trotz schmerzenden Armes mit stoischer Ruhe. Seine Ehefrau, die neben ihm sitzt und in einer Zeitschrift blättert, sieht nur kurz auf und meint: »Die Ärzte haben auch nur zwei Hände und machen schon ihren Job.« Beide kennen das Prozedere in der Unfallchirurgie vom vergangenen Jahr. Da hatte sich Horst Langsdorf das Bein gebrochen. Auch bei Glatteis.
Das BID Marktquartier will dauerhaft ein Kinderkarussell auf den
Marktplatz stellen. Damit soll die Trinkerszene verdrängt werden. Was
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