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Viele Altkleidercontainer sind illegal

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Artikel vom 08.10.2013 - 12.55 Uhr

Viele Altkleidercontainer sind illegal

Gießen (fd). Es sind drei Zahlen, die Begehrlichkeiten wecken: Jährlich kommen in Deutschland 750 000 Tonnen Altkleider zusammen. Davon landen über 90 Prozent in Containern. Interessant ist das aufgrund der dritten Zahl: Für eine Tonne Altkleider zahlen Sortierbetriebe zwischen 350 und 450 Euro.

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Keine Hinweise auf den Eigentümer finden sich etwa auf einem Schuhcontainer an der Werrastraße. (Foto: Schepp)
Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und andere soziale Organisationen sind Altkleidersammlungen eine Einnahmequelle, auch werden Stücke in den eigenen Kleiderläden abgegeben. Doch das Geschäft lockt auch schwarze Schafe: »Es gibt nicht genehmigte Aufsteller, die neben Altkleidercontainern auch Sammelbehälter mit Schuhen aufstellen«, verrät Magistratssprecherin Claudia Boje auf Anfrage dieser Zeitung.

Wo sie herkommen, ist nicht nachvollziehbar. Auch nicht, wem die Erlöse – laut Branchendienst Euwid sind die Preise für ausrangierte Textilien seit 2010 um 80 Prozent gestiegen – zugute kommen. »In der Tat besteht das Problem, dass man die Aufsteller nicht erreichen kann, weil zum Beispiel keine Hinweise auf den Eigentümer auf den Containern sind oder Telefonnummern, die am anderen Ende keinen Teilnehmer haben.« So sei niemand greifbar, die illegalen Altkleider- und Schuhcontainer zu entfernen oder abzuholen.

Beim DRK-Kreisverband Gießen gehen die tragbaren Altkleider in einen der zwei eigenen Kleiderläden an der Rodheimer und der Grünberger Straße. Wer sicher sein will, dass seine Altkleider dort tatsächlich ankommen, kann sie auch direkt vor Ort abgeben. Von den Erlösen – deutschlandweit beim Deutschen Roten Kreuz pro Jahr zwölf Millionen Euro – werden soziale Projekte finanziert.

Für den Bürger sind Container des DRK oder auch der Malteser von den illegalen kaum zu unterscheiden. Eine Hilfestellung gibt Claudia Boje: »Nur auf den vertraglich genehmigten Containern befinden sich die entsprechenden Aufkleber der Stadt.« Zudem seien im öffentlichen Straßenraum nur Altkleider- und keine Schuhcontainer genehmigt.

»Grundsätzlich sind wir dankbar für Hinweise, wo sich auf neuen Standorten auf einmal neue Container befinden«, erklärt die Magistratssprecherin.

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Artikel vom 08.10.2013 - 12.55 Uhr
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Leserkommentare
(09.10.2013 00:50)
Linguas
Illegale Aufstellorte
Ein weiteres Problem, was der Artikel gar nicht aufgreift, ist die Tatsache, dass diese dubiosen Altkleidercontainer oft illegal auf Privatgrundstücken abgestellt werden. Die Ortnungsämter der Städte und Gemeinden sind nicht zuständig weil der Container auf privatem Grund steht, der Eigner nicht greifbar, weil - wie oben berichtet - keine Kontaktadressen angebracht sind, ein Umsetzen ob der Größe nicht ohne weiteren (finanziellen) Aufwand möglich, ein verschrotten oder demontieren wäre wiederum Sachbeschädigung. Ich möchte Wetten, der oben gezeigte Container in der Werrastraße steht ohne das Einverständnis des Grundstückseigentümers auf dessen Wiese.
(08.10.2013 21:46)
Sebastarus
sehe ich eigentlich genauso,
aber leider machen die meisten Aufsteller von Altkleidercontainern meist ein dickes Geschäft daraus, anstatt den armen zu helfen.
(08.10.2013 21:00)
EinSchwätzer
Pr0blem?
Wo ist das Problem? Jemand möchte seine Schuhe los werden, jemand aderes möchte sie haben: Kein Problem also! - Außer für deutsche Bürokraten, die alles geregelt haben müssen.
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