Gießen (ti). Er stand an einer Mauer nahe der Tiefgarage am Amtsgericht und machte einen verdächtigen Eindruck. Doch der beige Koffer, dessen Existenz der Polizei am Freitag um 10.35 Uhr von einem Anrufer gemeldet worden war, beinhaltete letztlich nicht das, was zunächst vermutet wurde - zum Glück. Kein Sprengstoff, nur ein grauer Pflasterstein befand sich darin.
Doch vorsorglich war die Gutfleischstraße gesperrt, das Amtsgericht teilweise geräumt und ein Sprengstoffexperte hinzugerufen worden. Dieser allerdings wurde gar nicht mehr benötigt.
Die Polizei war mit einem Sprengstoffhund vor Ort, und »der hat nicht angeschlagen«, berichtete Pressesprecher Willi Schwarz. Zudem meldete sich während des Einsatzes ein Insasse des offenen Vollzuges, der sich um Ordnung und Sauberkeit auf dem Justizgelände kümmert. Er versicherte glaubhaft, er habe den Koffer bereits am Morgen geöffnet und berichtete von dessen Inhalt. Die Polizisten untersuchten das Fundstück und fanden nur den Pflasterstein darin.
Der Sprengstoffexperte wurde wieder abbestellt, der Einsatz eine Stunde nach Beginn bereits beendet. Auf den Tagesablauf in und um die Justizbehörden hatte der Koffer seine Wirkung allerdings nicht verfehlt: Die Geschäftsabläufe im Amtsgericht waren beeinträchtigt, die Bauarbeiten in der Gutfleischstraße - diese ist seit mehreren Wochen einseitig gesperrt - mussten unterbrochen werden. Ganz abgesehen vom Verkehr, der dort auch nicht fließen konnte.
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