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Universität plant neue Zulassungsbeschränkungen

Artikel vom 08.06.2010 - 10.00 Uhr

Universität plant neue Zulassungsbeschränkungen

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität plant weitere Zulassungsbeschränkungen. Für das Wintersemester hat sie - zusätzlich zu den bestehenden Regelungen - in vier Studiengängen und elf Studienfächern »Kapazitätshöchstgrenzen« beim hessischen Wissenschaftsministerium beantragt.
Grund: Die Hochschule rechnet damit, dass die Zahl der Studienbewerber deutlich über den Kapazitäten liegen wird. Der Numerus clausus soll die Qualität in der Lehre sichern. Das Ministerium wird über die Anträge bis Mitte Juli entscheiden.

Unter die bundesweiten Zulassungsbeschränkungen fallen an der Justus-Liebig-Universität inzwischen nur noch die medizinischen Studiengänge, Human-, Zahn- und Tiermedizin (dies schon seit 40 Jahren). Daran ändert sich zum kommenden Wintersemester nichts. Hochschulinterne Höchstgrenzen gibt es bereits für Rechtswissenschaften (Staatsexamen), die Lehrämter für Förderschulen und Grundschulen, die Masterstudiengänge Ernährungswissenschaften und Biologie sowie 14 Bachelorstudiengänge: Agrarwissenschaften, Außerschulische Bildung, Berufliche und Betriebliche Bildung, Betriebswirtschaftslehre, Bewegung und Gesundheit, Bildung und Förderung in der Kindheit, Biologie, Ernährungswissenschaften, Lebensmittelchemie, Ökotrophologie, Psychologie, Social Sciences/Sozialwissenschaften,Umweltmanagement und Volkswirtschaftslehre. Hier bleibt der NC in Kraft, nur bei den Agrarwissenschaften könnten die Höchstgrenzen noch aufgehoben werden. Neu beantragt hat die JLU Beschränkungen in vier Masterstudiengängen: Außerschulische Bildung, Elementar- und Integrationspädagogik, Psychologie sowie Umweltmanagement.

Bei den einzelnen Fächern gibt es bereits Reglementierungen für Anglistik als Hauptfach (in verschiedenen Bachelor-Studiengängen), Fachjournalistik Geschichte sowie die Unterrichtsfächer Englisch, Arbeitslehre, »Politik und Wirtschaft«. Hinzukommen sollen nun die Lehrfächer Biologie, Chemie, Deutsch, Erdkunde, Geschichte und Mathematik (Abschluss Sekundarstufe I und/oder Sekundarstufe II), außerdem Germanistik als Hauptfach in den Kombinationsstudiengängen Sprache, Literatur, Kultur sowie Geschichts- und Kulturwissenschaften.

Vergeben werden die Studienplätze zu 80 Prozent nach dem »Hochschulauswahlverfahren«. In aller Regel heißt das: Die Abiturnote entscheidet über die Zulassung. In wenigen Fächern werden auch andere Kriterien herangezogen, etwa eine vorangegangene Berufsausbildung (Lehrämter an Förder- und Grundschulen). Bei den restlichen 20 Prozent geht es nach Wartezeit, also die (Halb-)Jahre, die seit dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung vergangen sind. Wer nicht berücksichtigt wird, kann noch auf das Nachrückverfahren hoffen. Erfahrungsgemäß nehmen nicht alle Bewerber den ihnen zugewiesenen Studienplatz an.

Die tatsächlichen Zulassungszahlen reichten im vergangenen Wintersemester von 30 Plätzen - etwa in der Lebensmittelchemie - bis zum mehr als Zehnfachen: In der Betriebswirtschaft standen 325 Plätze für Studienanfänger zur Verfügung. Wieviele junge Menschen diesmal ein Studium an der Justus-Liebig-Universität beginnen werden, lässt sich nur schwer vorhersagen. Im vergangenen Halbjahr hatte die Hochschule sowohl bei den Studienanfängern als auch bei der Gesamtzahl historische Höchstwerte gemeldet, und zwar zum zweiten Mal in Folge. Es gab über 4600 Erstsemester (Master- und Promotionsstudierende nicht mitgerechnet) und mehr als 24 000 Studierende insgesamt.

Bewerbung für das kommende Semester sind noch bis zum 15. Juli möglich. Mehr auf der Homepage der Justus-Liebig-Universität unter www.uni-giessen.de.

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Artikel vom 08.06.2010 - 10.00 Uhr
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