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Universität erhält neue Sonderforschungsbereiche

Artikel vom 19.05.2010 - 21.00 Uhr

Universität erhält neue Sonderforschungsbereiche

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität vermeldet drei herausragende Erfolge für ihre Spitzenforschung. Die Hochschule erhält zum 1. Juli zwei neue Sonderforschungsbereiche, an einem weiteren ist sie zentral beteiligt. Eine der Forschergruppen befasst sich mit Knochenersatzmaterialien, die zweite mit der Regulation von Genaktivität, die dritte widmet sich der Abwehr von Lungenentzündungen.
Damit kamen alle drei Anträge, die die Universität Gießen in die jüngste Begutachtungsrunde der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingebracht hatte, zum Zuge. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Ende April der letzte an der Universität Gießen angesiedelte SFB ausgelaufen war.

Mit den jetzigen Erfolgen ist die Universität Gießen zugleich an jedem vierten der zwölf neuen Sonderforschungsbereiche beteiligt, die der Gutachterausschuss der DFG jetzt bewilligt hat. Sie erhalten in den kommenden vier Jahren zusammen 112 Millionen Euro, das heißt, rechnerisch kommt jeder neue SFB in diesem Zeitraum auf knapp zehn Millionen Euro.

Unter Gießener Regie wird der »SFB/Transregio 79« arbeiten. Er will langfristig neuartige Implantate entwickeln, die etwa bei Osteoporose und bösartigen Tumorerkrankungen Knochen stabil ersetzen können. Sprecher des SFB »Werkstoffe für die Hartgewebegeneration in systemisch erkrankten Knochen« ist der Direktor der Gießener Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Prof. Reinhard Schnettler. Beteiligt sind an der JLU Einrichtungen der Fachbereiche Medizin und Veterinärmedizin sowie das Physikalisch-Chemische Institut, außerdem die Universitäten Heidelberg und Dresden sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung, das Leibniz-Institut für Polymerforschung und das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (alle Dresden).

Um das Verständnis der molekularen Funktion des Chromatins - dem Material, aus dem die Chromosomen bestehen - geht es dem deutsch-niederländischen SFB/TRR 81 »Chromatin Changes in Differentiation and Malignancies«. Hier ist die Justus-Liebig-Universität ebenfalls federführend, als Sprecher fungiert der Direktor des Instituts für Genetik, Prof. Rainer Renkawitz. Dieser Sonderforschungsbereich will die Rolle des Chromatins bei normalen Zellveränderungen und bei der Entwicklung von bösartigen Tumoren untersuchen - vermutet wird, dass es hier einen Zusammenhang gibt. Auch hier arbeiten mehrere Einrichtungen der Gießener Medizin im Verbund, darüber hinaus die Universitäten Marburg und Rotterdam sowie das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung - W. G. Kerckhoff-Institut in Bad Nauheim.

Der SFB/TRR 84 »Angeborene Immunität der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie« wird sich mit der »Volkskrankheit Lungenentzündung« befassen und mit der Art und Weise, wie sich die Lunge dagegen wehrt. Stellvertretender Sprecher dieses Sonderforschungsbereichs ist der Gießener Mediziner Prof. Jürgen Lohmeyer (Leiter der klinischen Forschergruppe Infektiologie in der Medizinischen Klinik II). Beteiligt sind an der Universität Gießen wiederum mehrere Forschungseinrichtungen des Fachbereichs Medizin, außerdem die Universitäten Marburg und in Berlin die Charité (dort sitzt auch der Sprecher, Prof. Norbert Suttorp), das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik und das Robert-Koch-Institut.



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Artikel vom 19.05.2010 - 21.00 Uhr
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